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22. November 2009 12:32 Uhr

SC Freiburg

Bewegende Choreografie für Achim Stocker

Dank und Gedenken: Für den verstorbenen SC-Präsidenten Achim Stocker haben die Fans vor dem Spiel gegen Werder Bremen eine Choreografie auf die Beine gestellt, wie sie das Freiburger Stadion noch nicht gesehen hat.

  1. Das Freiburger Stadtwappen war der Mittelpunkt der Choreografie auf der Gegentribüne. Foto: dpa

"Achim Stocker war sehr offen für die Fan-Arbeit und hat sie immer unterstützt. Mit dieser Aktion wollen wir uns bei ihm bedanken", sagt Marc Schmid, 31, Fanbeauftragter des Sport-Clubs und Vorsitzender der Fangemeinschaft. Zusammen mit den "Wilden Jungs" und der "Supporters Crew" war die Idee für eine Fan-Choreografie entstanden, wie es sie in Freiburg noch nicht gegeben hat. Auch die Verantwortlichen beim Sport-Club waren begeistert von der Initiative. Am Ende wurde es eine Menge Arbeit für nur zwei Minuten – aber eine Menge Arbeit, die sich lohnen sollte.

Eine Woche dauerten die Vorbereitungen, an denen rund 15 SC-Fans aus verschiedenen Lagern beteiligt waren. Gelegen kam dabei die Länderspiel-Pause am letzten Wochenende, die Luft ließ für solch eine große Aktion.

Anhand eines Stadionplans entwickelte das Team eine Choreografie, die sich über alle vier Tribünen erstreckte. Das Stadion wurde dafür in Blöcke eingeteilt, so dass am Freitag und Samstag alle der rund 100 Helfer, bestehend aus organisierten wie nicht organisierten Fans,sofort loslegen konnten. Hauptutensilien waren dabei je 11.000 rote und schwarze sowie 4000 weiße DIN-A3 -Papptafeln, die exakt an die vorgesehenen Sitze per Klebeband geheftet wurden. Auf allen Plätzen wurden zusätzlich Info-Flyer ausgelegt.

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An der Nord- und Südtribüne hingen außerdem drei 80 Meter lange und zwei Meter hohe Transparente: "Achim Stocker für immer im Herzen – für immer im Verein" und "Freiburg sagt Danke Achim". Angebracht hatte man diese mit Stangen und schnell lösbaren Schnüren, damit sie bei der Choreo fix ab- und aufgewickelt werden konnten. Mehr als zehn Leute waren nötig, um die Plastik-Folie an die Zäune und die Tribüne zu schnüren.

Die Frage, die die Organisatoren im Vorfeld am meisten beschäftigte, war die Beteiligung der Zuschauer. Werden alle mitmachen? Wie motivieren wir sie? Aber Marc Schmid wusste eine Antwort: "Achim Stocker hatte auch auf der Haupttribüne viele Freunde. Wir wollen den Leuten aus dem Herzen sprechen und die Möglichkeit geben sich zu bedanken."

Zwischen 4000 und 6000 Euro soll die Choreografie gekostet haben. Das Geld hierfür hat der Sport-Club den Fans ausgelegt; wieder reinkommen soll es über Spenden. Am Spieltag standen an allen Imbiss-Ständen und im VIP-Bereich Spendenboxen aus. Kommt es zu einem Überschuss, fließt dieser in die Achim Stocker–Stiftung.

Mehrere Ankündigungen durch den Stadionsprecher bereiteten schließlich kurz vor Beginn des Spiels gegen Bremen die Zuschauer auf ihre Aufgabe vor: Das Hochhalten der Papptafeln. Die Sorge des Orga-Teams, dass nicht alle mitmachen würden, war innerhalb von Sekunden verflogen. Mit dem Einlaufen der beiden Mannschaften schnellten über 25.000 Tafeln in die Höhe.

Die Nord- und Südtribüne verhüllte sich in schwarz, als Zeichen der Trauer, die Haupt- und Gegentribüne in rot-weiß inklusive Freiburger Stadtwappen in der Mitte, zu Ehren des langjährigen Präsidenten. Ein tief bewegendes Bild, eingebettet in eine Gedenkminute, das niemand im Stadion vergessen wird.

Autor: Alexander Bodmer