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04. März 2010

"Erste werden ist brutal schön"

BZ-Interview mit der Nachwuchs-Biathletin Moira Raufer, die im Deutschen Schülercup die Klasse S 15 beherrscht.

  1. Vor dem letzten Biathlon-Schülercup schon Gesamtsiegerin: Moira Raufer liegt bei den Schülerinnen 15 uneinholbar in Führung. Foto: Junkel

BIATHLON. Moira Raufer (15) vom SC Bubenbach ist derzeit die überragende Biathletin im Deutschen Schülercup (DSC). Sechs Wettkämpfe wurden bisher ausgetragen, fünfmal stand die Eisenbacherin ganz oben auf dem Treppchen, einmal wurde sie Zweite. Mit 176 Punkten führt sie die DSC-Wertung in der Klasse S 15 überlegen vor Alina Waldvogel (WSG Feldberg/132) an. Der Gesamtsieg ist Raufer nicht mehr zu nehmen. BZ-Redakteur Jürgen Ruoff hat sich mit ihr über die hervorragenden Leistungen, ihre Trainer und ihr Lieblingsessen unterhalten.

BZ: Siege machen Spaß, oder?

Raufer: Ja, klar. Meistens gehe ich ins Rennen und sage mir, unter die ersten drei oder sechs, das wäre toll. Wenn ich dann nach dem Rennen erfahre, dass ich gewonnen habe, denke ich manchmal, das kann doch nicht sein. Vor allem, wenn ich am Schießstand nicht so gut getroffen habe. Es ist schon wie ein Traum. Erste werden ist brutal schön.

BZ: Du warst in der vergangenen Saison schon sehr erfolgreich und hast im Deutschen Schülercup Rang zwei belegt. In dieser Saison läuft es noch besser. Worauf führst Du Deine Leistungssteigerung zurück?

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Raufer: Auf die guten Trainer. Ich habe super Trainer. Im Laufen werde ich von Edi König trainiert. Auch Alina Waldvogel macht da mit. Der Edi stimmt das Training immer auf uns ab und wenn es uns mal nicht so gut geht, machen wir einfach ein bisschen weniger. In Schönwald auf der Anlage ist Günter Faller unser Trainer. Er schaut, dass das Schießen bei uns klappt. Aber die Grundlagen für das Schießen habe ich bei Uli Mayer in Friedenweiler gelernt.

BZ: Früher warst Du Skilangläuferin. Was hat den Ausschlag gegeben, dass Du zum Biathlon gewechselt bist?

Raufer: Mein Vater machte mich auf Biathlon aufmerksam. Wir haben oft über Biathlon geredet und irgendwann bin ich dann mal zum Schießtraining mit Annika Knoll nach Friedenweiler gegangen. So hat es angefangen. Anfangs habe ich dann noch Skilanglauf und Biathlon zusammen gemacht. Als Dreizehnjährige bekam ich dann das Pfeiffersche Drüsenfieber und musste lange pausieren. Fast ein Jahr. Dann haben auch meine Eltern gesagt, dass beides zusammen nicht geht. Ich habe mich dann für Biathlon entschieden.

BZ: Hast Du ein Vorbild im Weltcup?

Raufer: Die Magdalena Neuner finde ich schon gut. Die hat schon viel erreicht, obwohl sie noch sehr jung ist.

BZ: Und Parallelen gibt es auch: Wie Neuner hast Du der Konkurrenz läuferisch ebenfalls ein bisschen was voraus.

Raufer: Nicht nur ich, auch die Alina Waldvogel ist sehr laufstark. Meistens liegen wir im Deutschen Schülercup bei den Laufzeiten eine Minute vor den anderen. Das Schießen ist Kopfsache. Bei mir läuft es im Moment so super, dass ich mir einfach keine Gedanken darum mache. Es klappt am Schießstand einfach.

BZ: Da es zwei Streichresultate im Deutschen Schülercup gibt, ist Dir der erste Platz in der Klasse S 15 nicht mehr zu nehmen. Du stehst vor dem Finale Mitte März in Ruhpolding bereits als Deutsche Schülermeisterin fest.

Raufer: Ja, das ist ein schönes Gefühl, dass mir niemand mehr den Titel wegnehmen kann. Ich fahre aber schon hin, um noch einmal zu gewinnen. Mindestens ein Sieg zum Abschluss wäre noch einmal schön. Zudem käme ich dann in der Gesamtwertung auf die maximale Punktzahl von 180.

BZ: Du bist Realschülerin in Neustadt und trainierst vier- bis fünfmal pro Woche. Wie lässt sich der hohe Aufwand mit der Schule verbinden?

Raufer: Ich kriege das ganz gut hin. Im Winter fehle ich oft, da kommt schon einiges zusammen. Ich muss den Stoff dann nachholen, zum Glück schreibt meine Freundin immer mit und gibt mir ihre Unterlagen anschließend.

BZ: Planst Du einen Wechsel ans Skiinternat Furtwangen?

Raufer: Zunächst einmal möchte ich meinen Abschluss an der Realschule in Neustadt machen. Anschließend gehe ich wahrscheinlich aufs Wirtschafts-Gymnasium nach Furtwangen. Das Skiinternat ist noch kein Thema.

BZ: Was ist Dein Lieblingsessen?

Raufer: Ich esse fast alles gern. Am liebsten mag ich Salate und alles was mit Gemüse zu tun hat.



BZ: Welche Musik hörst Du?

Raufer: Eigentlich querbeet. Vor Wettkämpfen mag ich aber keine Musik. Da rede ich lieber mit meinen Freundinnen und kurz vor dem Start brauche ich dann meine Ruhe.

BZ: In der nächsten Saison steht Dir der Sprung von den Schülern in die Jugendklasse 16 bevor.
Raufer: Ja, da muss ich mich umgewöhnen. Vor allem beim Gewehr, von Luftdruck auf Kleinkaliber. Und wir müssen die Waffen dann beim Laufen auf dem Rücken tragen, bisher konnten wir sie am Schießstand lassen. Das ist aber für alle gleich, alle müssen sich umgewöhnen. Ich will auch bei der Jugend wieder vorne dabei sein und wenn es geht, Deutsche Meisterin werden.

Autor: off