Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. Juni 2012 11:22 Uhr

Heiliger Baum

Die Birke hilft bei Harngrieß und Schuppen

Ihre Pollen sind bei Allergikern gefürchtet doch ihre Blätter haben heilende Wirkung: die Birke. BZ-Pflanzenexperte Frank Hiepe erläutert, wie der Baum bei Gelenkbeschwerden helfen kann.

  1. Ihre Pollen sind bei Allergikern gefürchtet doch ihre Blätter haben heilende Wirkung: die Birke. Foto: fotolia.com/arquiplay77

BIRKE (Betula pendula)

Pflanzenfamilie
Birkengewächse (Betulaceae)
Arzneiliche Verwendung findet auch die Moor-Birke (Betula pubescens)

Der Name stammt aus dem indogermanischen Sprachbereich von betu, was Baum bedeutet und burga, glänzen

Volksnamen
Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Bork, Hexenbesen, Rauhbirke, Barkbom

Vorkommen
Europa, Westasien, in lichten Wäldern und auf Ödland. Spannender Aspekt: Viele Vogelarten sind auf Birken angewiesen wie etwa der Birkenzeisig oder das Birkhuhn

Blütezeit
Von März bis April leiden vor allem Allergiker. Die Blütenpollen können nämlich starke Reaktionen auslösen.

Geschichte und Aberglaube
Von Alters her gilt die Birke als heiliger Baum, der bei Fruchtbarkeitsfesten im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisiert. Die zarte weiße Rinde unterstützt diesen Ausdruck. Zeugnis ist beispielsweise das Maibaumaufstellen.

Werbung


In der Walpurgisnacht, so heißt es in den Überlieferungen, ritten Hexen auf Besen aus Birkenzweigen. Einige Zeit glaubte man, Kinder mit Birkenzweigen zu züchtigen, würde deren Entwicklung fördern. Zum Glück ist man davon abgekommen.

Das durch Destillation aus der Rinde gewonnene Pech wurde als Klebstoff vewendet – quasi der erste Universalkleber der Menschheit. Doch auch als Heilmittel fand die Birke früh Verwendung: So kochten unsere Vorfahren die Rinde ab und nutzten den Sud, um Hauterkrankungen und Fußschweiß zu behandeln. Vergorene Blätterauszüge sollten die Potenz stärken und Kohle aus dem Holz wurde bei Durchfall eingesetzt.

In finnischen und russischen Saunen werden Ruten aus Birkenreisig auch heute noch zur Förderung der Durchblutung verwendet.

Inhaltstoffe
Blätter:
Flavonoide wie Hyperosid und Quercitrin, ätherische Öle, Triterpenalkoholester mit saponinartiger Wirkung

Birkenteer (durch trockene Destillation von Holz und Rinde gewonnen):
Gujakol, Kresol, Phenole

Anwendung
Birkenblätter wirken harntreibend bei leichteren entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und werden als Tee oder in Kapseln zur Vorbeugung gegen Harngrieß und Harnsteine eingesetzt.

Ich empfehle eine Mischung von je 20 Gramm Birkenblättern, Löwenzahnwurzel, Brennnesselblättern, Wiesengeißbartblüten (Mädsüß) und Teufelskralle. Davon 1 Teelöffel mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abseihen und bei Gelenkbeschwerden zweimal täglich eine Tasse eine halbe Stunde vor dem Essen trinken.

Birkenteer wird heute nur noch selten – vorwiegend in der Tiermedizin – in Salben gegen Ekzeme und Hautparasiten eingesetzt.

Birkenwasser (Kambiumsaft junger Stämme) findet Verwendung in Haarwässern gegen Schuppen und Haarausfall.

Homöopathie
Betula pendula wird sehr selten angewandt

Mehr zum Thema:

Autor: Frank Hiepe