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17. Februar 2017 11:59 Uhr

Hugsweier

Blutender Baum: Künstler prangert schlechte Landschaftspflege an

Verbände hat er dem Baum angelegt. Blut quillt unter ihnen hervor, so scheint’s. Mit einer Kunstaktion hat der Künstler Kurt Hockenjos gegen einen verunglückten Baumschnitt in Lahr protestiert.

  1. Der Künstler Kurt Hockenjos demonstrierte in Hugsweier gegen einen verunglückten Baumschnitt. Foto: Christoph Breithaupt

LAHR-HUGSWEIER. Schön sieht es nicht aus: Am Straßenhang zur Brücke vor Hugsweier, unweit des Friedhofes, steht ein Baum, dessen halb abgeschnittene Äste mit weißem Stoff notdürftig verarztet scheinen – blutrote Farbflecken verstärken den etwas morbiden Anblick. Dies ist beabsichtigtes Ergebnis einer Aktion, die der Künstler Kurt Hockenjos aus Hugsweier am vergangenen Mittwochmittag gestartet hat.

"So kann man das doch nicht machen: Die Schnitte sind nicht mit Spezialharz abgedichtet, Pilze und Bakterien können jetzt leicht eindringen und den Baum völlig schädigen."Künstler Kurt Hockenjos
Unter den Augen von Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt und Ortschaftsrat Bernd Eble – und zur Verblüffung einiger Passanten – stieg Kurz Hockenjos eine Leiter empor und betitelte seine Kunstaktion zudem mit dem Plakat "Qualitätsarbeit, mit Steuermitteln bezahlt". Hockenjos ist nicht nur Künstler, sondern engagiert sich auch als Bürger immer wieder, wenn es um den Baumbestand in und um Hugsweier geht. Zudem ist der Vorsitzender des Hugsweirer Obst-und Gartenbauvereins.

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Kritik: Schnittarbeiten zerstören Nistplätze für Vögel

Als er vor zwei Tagen den grob beschnittenen Bergahorn gesehen habe, sei ihm der Kragen geplatzt: "So kann man das doch nicht machen: Die Schnitte sind nicht mit Spezialharz abgedichtet, Pilze und Bakterien können jetzt leicht eindringen und den Baum völlig schädigen." Immer mehr Nistplätze für Vögel sehe er verschwinden aufgrund von Schnitt- und Säuberungsarbeiten, ob an der B 3 oder am Straßengraben in Richtung Kippenheimweiler. Ortsvorsteher Schweickhardt begrüßte Hockenjos‘ Aktion: "Es gibt in unserem Dorf mehr Bürger, die sich bei mir melden, weil Bäume entfernt werden sollen, als solche, die sich für Pflege und Erhalt von Baumbeständen einsetzen. Dabei braucht die Natur diese Bestände."

Bernd Eble sagte, er habe vor zwei Tagen noch Arbeiter beobachtet, wie sie zur Kreisstraße hinüberhängende Äste entfernt hätten. Der betreffenden Stelle sei schwer beizukommen – vielleicht sei so der Schaden am Baum entstanden. Die Frage, wer die Arbeiter beauftragt hatte, beschäftigte alle in der Runde. "Der BGL kann es nicht gewesen sein, dort habe ich nachgefragt, vielleicht waren das Sicherungsarbeiten von der Straßenmeisterei in Lahr", warf Schweickhardt ein.

Der Baum soll nun fachmännisch behandelt werden

Auf Nachfrage der BZ klärte dann Kai Hockenjos, Pressesprecher des Landratsamtes, den Sachverhalt auf: Ein Subunternehmen, das für die Lahrer Straßenmeisterei arbeite, habe dem Baum so zugesetzt. Der Grund: Ein Busch musste ausgehoben werden; weil diesem auf dem Gelände schwer beizukommen gewesen sei, sei der Bergahorn arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Bis heute sollte der Schaden behoben und der Baum fachmännisch behandelt sein.

Autor: Babette Staiger