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13. Juni 2012 00:03 Uhr

Weltblutspendetag

Blutspenden – eine Herzenssache für vier Millionen Menschen

Fast vier Millionen Menschen spenden in Deutschland jährlich Blut. Eine imposante Zahl. Doch Blut ist ein knappes Gut. "Jeder Blutspender ist ein Held" – so lautet daher das Motto des Weltblutspendetags. Einige Fakten zu diesem Heldentum.

  1. Lebensretter Blutkonserve Foto: Gina Sanders - Fotolia

Wer bekommt das
gespendete Blut?
In der Therapie zahlreicher Krankheiten spielt das Spenderblut eine große Rolle. Die größte Menge Blut bekommen mit 27 Prozent Krebspatienten, es wird etwa rund um die Chemotherapie benötigt. Die zweit- und drittgrößte Empfängergruppe sind laut DRK Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (23 Prozent) und mit Magen-Darm-Erkrankungen (12 Prozent). Auch Schwangerschaft und Geburt sind immer wieder Grund für Bluttransfusionen. Sechs Prozent des Spenderblutes gehen an Menschen, die Unfälle, Verletzungen und Vergiftungen erleiden.

Gibt es wirklich
zu wenige Spenden?
3,9 Millionen Menschen spenden laut DRK jährlich – genug, um den Bedarf an Blutkonserven grundsätzlich abzudecken. Vor allem Ferienzeiten machen die Blutspendedienste aber nervös: Denn dann sind die Stammspender verreist, die Zahl der Spenden geht deutlich zurück. "Derzeit haben wir die Blutversorgung für drei Tage vorrätig", sagt Stefanie Frietzsche vom DRK-Blutspendedienst in Baden-Baden, normal sei eine Woche. Der geringe Puffer sei noch auf die Pfingstferien zurückzuführen, erklärt die Pressesprecherin. Der Planbedarf für Baden-Württemberg liege bei 2000 Spenden pro Tag. Das Durchschnittsalter von Blutspendern liegt laut DRK bundesweit bei 44 Jahren. "Die treuen Spender sind meist 60 Jahre und älter", erklärt Frietzsche. Das DRK bemüht sich deshalb verstärkt um jüngere Spender.

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Welche Arten von
Blutspende gibt es?

Die häufigste Form ist die Vollblutspende. Dabei wird etwa ein halber Liter Blut entnommen. Es ist außerdem möglich, nur Blutplasma (der flüssige Bestandteil des Blutes) oder nur Thrombozyten, also Blutplättchen, zu spenden. Die restlichen Bestandteile werden dann wieder in den Körper injiziert. Das Blut aus Baden-Württemberg wird beim DRK-Blutspendedienst in Baden-Baden getestet und in seine Bestandteile aufgeteilt: Die roten Blutkörperchen werden laut Frietzsche bei Operationen benötigt, sie sind gut einen Monat haltbar. Blutplättchen oder Thrombozyten haben mit vier Tagen die geringste Haltbarkeit, sie helfen bei der Blutgerinnung und werden viel in der Krebstherapie eingesetzt. Blutplasma wird hauptsächlich zur Herstellung von Medikamenten benötigt, es kann tiefgefroren zwei Jahre aufbewahrt werden.

Wie läuft eine
Spende ab?

Vor der Blutentnahme werden mögliche Risiken für den Spender abgeklopft. So wird etwa der Hämoglobinwert bestimmt, um eine Blutarmut auszuschließen. Ein Arzt entscheidet schließlich, ob der Spender fit genug ist. Dann wird gepiekst. Das Gute: Eine Vollblutspende dauert in der Regel gerade mal zehn Minuten. Danach bleibt der Spender noch mindestens zehn Minuten zur Beobachtung da – und das war’s.

Was gibt’s als Belohnung?
Beim DRK gibt es ein Essen als Dankeschön, private Blutspendedienste bieten als Entschädigung 25 Euro (etwa die Uniklinik in Freiburg) oder weniger an. Außerdem werden alle Blutspenden auf Krankheiten wie Hepatitis A,B,C, den Aidserreger HIV und Syphilis hin untersucht. Bei Auffälligkeiten informiert das DRK den Hausarzt. Das dritte Plus ist ein moralisches: Der Blutspender oder die Blutspenderin hat eine gute Tat getan.

Was ist beim
Spenden zu beachten?
Spenden darf, wer zwischen 18 und 71 Jahren alt ist, mehr als 50 Kilogramm wiegt und sich gesund fühlt. Frauen dürfen in einem Jahr vier Mal spenden, Männer sechs Mal. Homosexuelle und Drogenabhängige schließt das DRK aus, weil es bei ihnen ein größeres Infektionsrisiko vermutet. Es rät dazu, vor der Spende mindestens 1,5 Liter getrunken zu haben. Die Einnahme von Medikamenten ist laut Freiburger Uniklinik in der Regel kein Hindernis. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel Epilepsiemittel und Antibiotika.

Wie ist die Situation
in Südbaden?

117 529 Menschen haben im vergangenen Jahr beim Badischen Roten Kreuz Blut gespendet – die Zahl ist mit leichten Schwankungen seit etwa zehn Jahren konstant. Bei der Verteilung gilt in der Regel das Regionalitätsprinzip: Baden-Württembergisches Blut kommt vor allem Patienten aus dem Land zugute. "Jeder hilft seinem Nachbarn", so Frietzsche. Das Blut verkauft das DRK an Kliniken – ohne Gewinn zu machen, wie die Pressesprecherin betont.

Die Freiburger Uniklinik verbraucht das bei ihr gespendete Blut zu fast 100 Prozent selbst, erklärt der Leiter des Blutspendezentrums, Markus Umhau. Und selbst das reicht noch nicht, 15 Prozent der Blutkonserven muss man noch hinzukaufen.

Mit einem Kuchenbüffet für die Blutspender will die Klinik am Donnerstag ihre Quote anheben. "Wir hoffen auf einen neuen Spendenrekord", sagt Umhau. Bisher liegt er bei 220 Freiwilligen am Tag.

Unter http://www.blutspende.de gibt es eine Suchfunktion nach Blutspendemöglichkeiten – nach Postleitzahlen sortiert.

Autor: Katharina Meyer und unseren Agenturen