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18. April 2016

Feurige und verspielte Klänge

Musiker der Trachtenkapelle Bollschweil und der Stadtmusik Elzach geben ein Doppelkonzert.

  1. Bollschweiler Musiker überzeugen mit ihren Melodien. Foto: Sofia Conraths

BOLLSCHWEIL. Ausgelassene Stimmung, mal feurig spanische Melodien und mal verspielt britische Klänge: Das Konzert der Trachtenkapelle Bollschweil und der Stadtmusik Elzach am Samstag in der Bollschweiler Möhlinhalle wurde ein großer Erfolg. "Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann, und worüber zu schweigen unmöglich ist", zitierte der Bollschweiler Fotograf Max Riesterer Victor Hugo, als er die Besucher des Konzertes durch das Programm der heimischen Trachtenkapelle führte.

Durch eben diese Weisheit kamen auch Carl-Philipp Rombach, Dirigent der Kapelle aus Bollschweil, und Siegfried Rappenecker, Dirigent der Stadtmusik Elzach, auf die Idee, doch einmal ein Doppelkonzert zu organisieren. "Wir waren zusammen in einem Dirigierkurs, und da entstand der Wunsch nach einer gemeinsamen Musikveranstaltung", erzählt Rombach, der seit 2010 musikalischer Leiter der Bollschweiler Trachtenkapelle ist.

Die Stücke sollten einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf den am 9. Juli stattfindenden "spanischen Abend" darstellen. Die 43 Musiker aus Bollschweil in ihren Dirndln und Westen in Rot und Schwarz bestritten zunächst den ersten Teil des Abends.

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Von der Welt der Druiden geht es musikalisch nach Spanien

Los ging es mit zwei britischen Komponisten: Edward Elgars Marsch "Pomp and Circumstandes Nr. 1" gilt im Vereinigten Königreich als heimliche Nationalhymne und überzeugte in der Möhlinhalle durch seine spritzigen, verspielten Klänge. Die facettenreichen Melodien von Ralph Vaughan Williams "English Folk Song Suite" waren mal fröhlich, mal dramatisch und entführten ihre Zuhörer in die Welt der Druiden, Legenden und Mythen der Insel. Dann machte sich die Trachtenkapelle mit ihrem Publikum auf den Weg in den Süden. Reiseziel: Spanien. Gleich beim sogenannten "Tercio de Quites", einem Paso Doble, konnten die Besucher des Konzerts temperamentvolle, spanische Klänge genießen. Riesterer erklärte, der "Tercio de Quites" erinnere an die stolzen Tänzer und Tänzerinnen in ihren prächtigen Kostümen. Und er sollte Recht behalten. Bei der "Suite Sencilla" hat sich der Komponist Santiago Quinto Serna einen Spaß daraus gemacht, bewusst falsche Töne zu setzen, um die Komposition verspielt klingen zu lassen.

Nach der Pause betrat die Stadtmusik Elzach die Bühne. Von 65 seien 48 Musiker aus Elzach gekommen, erklärte der Vorsitzende der Bollschweiler Kapelle, Julian Büche. Siegfried Rappenecker leitet die Stadtmusik Elzach seit 1979, mit Ausnahme einer kleinen Unterbrechung. Los ging es mit der "Alvamar Ouvertüre" von James Barnes. Spritzige, energische Passagen, aber auch langsame, ruhigere Momente prägten das Stück. "Children´s March" vom britischen Komponisten Percy A. Grainger ist ein Kinderlied, und sollte für Graingers Spielkameraden aus der Kindheit sein. Das Stück beinhaltete etwa die bekannte Melodie "Alle meine Entlein", und versetzte tatsächlich in vergangene Kindertage zurück.

Auch die Stadtmusik Elzach lud während ihres Programms auf einen Abstecher nach Spanien ein: Mit "Hispanico" von Nuno Osorio tauchte das Publikum ein in die Welt der Stierkämpfe. Die Besucher in der Möhlinhalle waren begeistert, auch von den Kompositionen "Tarantella" und "El Camino Real" von Alfred Reed. Müsste man das Doppelkonzert in Bollschweil in drei Wörtern zusammenfassen, so wären es folgende: Feurig, lebendig, erfolgreich.

Autor: Sofia Conraths