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26. September 2013

Flotte Nummern gespielt mit Präzision und Elan

Bezirksjugendtag des Blasmusikverbandes in der Möhlinhalle.

  1. Applaus gab es auch vom Dirigenten Alexander Horst für die Leistung der jungen Blasmusiker. Foto: Anne Freyer

BOLLSCHWEIL (fry). Die Spätsommersonne draußen und die Gesichter drinnen strahlten um die Wette beim Bezirksjugendtag in der Möhlinhalle. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt: Der Nachwuchs legte ein Konzert hin, das den Oberbadischen Blasmusikverband zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft der Blasmusik in seinem Bereich berechtigt.

Ganz in Hellblau enterten die ersten 40 Musikanten zwischen sechs und 16 die Bühne – beim gemeinsamen Finale waren es dann um die 90. In zwei Gruppen aufgeteilt zeigten sie, was sie am Wochenende zuvor im Bildungshaus St. Ulrich gelernt und geübt hatten - alles klappte perfekt. Darüber freuten sich besonders Anna Saier, Präsidiumsmitglied des Oberbadischen Blasmusikverbandes, und Karin Horst, die als Vorsitzende des Bezirks II den Saal begrüßte. "Vor dem Probenwochenende in St. Ulrich kannte noch niemand die Stücke, die Sie heute zu hören bekommen werden", betonte sie. Unter den Zuhörern waren auch der neue Verbands-Jugendleiter Nicholas Reed, der dieses Amt erst vor wenigen Wochen übernommen hat, und drei Geburtstagskinder, denen der ganze Saal ein Ständchen brachte, einer davon der Vorsitzende der Trachtenkapelle St. Ulrich, der wesentlich am Zustandekommen des Bezirksjugendtages in St. Ulrich und Bollschweil mitgewirkt hatte.

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Welch gute Arbeit von allen Beteiligten geleistet worden war, zeigte sich nun, zunächst beim Auftritt der 40 Kinder und Jugendlichen im "Orchester I" mit den schwungvollen Stücken "Lean on me", einem 1972 durch Bill Withers populär gewordenen Hit, und Lady Gagas "Born this way". Damit hatte Diego Rivara, Jugenddirigent aus Merzhausen, offensichtlich den Geschmack sowohl des Publikums als auch der Akteure aus Ebringen, Schallstadt, Horben, Merzhausen, St. Ulrich, Pfaffenweiler und Bollschweil getroffen, die mit stürmischem Applaus für ihre Leistung belohnt wurden.

Bollschweils Bürgermeister Josef Schweizer zeigte sich ebenfalls sehr angetan von dem Gehörten, aber fast noch mehr davon, dass die Möhlinhalle trotz Wahlsonntags "so voll wie selten" war. Er erinnerte an den großen Stellenwert der Blasmusik für Vereinsleben und Gemeinschaft im ländlichen Raum, weshalb die Jugendarbeit auf diesem Gebiet "besonders in der heutigen Zeit wichtig" sei.

Mit Schwung und Können gingen auch die "Fortgeschrittenen" zu Werke, angeleitet von Alexander Horst, der mit ihnen die anspruchsvolle Suite in fünf Sätzen "Dakota" von Jacob de Haan einstudiert hatte. Ihm war es gelungen, dem "Orchester II" das Anliegen des Komponisten zu vermitteln und hörbar zu machen: eine Erinnerung an die leidvolle Geschichte der Dakota-Indianer, denen als Ureinwohner Nordamerikas übel mitgespielt und deren Kultur fast zerstört wurde. Daran erinnert Jacob de Haan mit einer alten indianischen Melodie, die er in einigen der Sätze "Der Große Geist", "Büffeljagd", "Die Pfeife rauchen", "Der Geistertanz" und "Pilger am Wounded Knee" verwendet. Das alles wurde mit erstaunlicher Präzision vorgetragen, ebenso wie die flotten Nummern "Call me Maybe" und "Some Nights" aus der Abteilung Pop und Schlager. Am Ende vereinten sich die Nachwuchsmusiker auf der Bühne und aus Platzmangel davor und daneben zu einem Finale, das Bigband-Qualitäten entwickelte und deutlich machte, dass auch die sogenannte Unterhaltungsmusik hart erarbeitet sein will und aller Aufmerksamkeit und Sorgfalt wert ist. Mit Hilfe ihrer Dirigenten Diego Rivara und Alexander Horst gelang dies dem Nachwuchs auf überzeugende Weise.

Autor: fry