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23. November 2016

Kontrastprogramm zum Winter

Fröhliche Rhythmen aus Spanien, Lateinamerika und der Karibik beim Jahreskonzert der Trachten- und Jugendkapelle Bollschweil.

  1. Lucas Grammelspacher gab sein Debüt als Dirigent der Jugendkapelle. Foto: Lisa Blitz

  2. Julian Büche, Fritz Schweizer mit Frau Ursula und Abschiedsgeschenken, sowie Kapellenmitglied Stefan Schweizer (von links) Foto: Lisa Blitz

BOLLSCHWEIL. Ruhige, melancholische Klänge als Ausdruck der kalten und dunklen Novemberstimmung – die Trachtenkapelle und die Jugendkapelle Bollschweil haben sich bei ihrem Jahreskonzert am Samstag in der Möhlinhalle bewusst dagegen entschieden. "Wir wollen einen musikalischen Kontrast zu dieser kalten Jahreszeit bieten", sagte der Vorsitzende des Musikvereins, Julian Büche, zu Beginn des Abends. Die Anwesenden hörten daher lebhafte Rhythmen aus Spanien und Lateinamerika.

Das Programm des Jahreskonzerts ließ keine Zweifel aufkommen: Fröhlichkeit, Lebensfreude und Temperament aus Spanien, Lateinamerika und der Karibik vermittelten die Stücke, die Dirigent Carl-Philipp Rombach ausgewählt hatte. Auch die Jugendkapelle spielte Stücke, die zu dieser Thematik passten: Mark Williams’ "Battle Creek March" und "Dos Muchachos" von Dick Ravenal – drei junge Trompetenspieler mit Sombreros auf den Köpfen verliehen dem Stück besonderen Charme. Die Jugendkapelle wurde an diesem Abend zum ersten Mal von Lucas Grammelspacher, Schlagzeuger der Trachtenkapelle, geleitet.

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Die Trachtenkapelle, unter der Leitung von Carl-Philipp Rombach, eröffnete mit dem temperamentvollen Konzert-Paso-Doble "Los Barbas" des bekannten spanischen Komponisten Ferrer Ferran. "Was den Wienern die Oper ist, ist den Spaniern die Zarzuela", sagte Moderator Markus Weiser das anschließende Stück an. Die Zarzuela "La Leyenda del Beso" von Reveriano Soutullo erzählt eine dramatische Legende: Mario sehnt sich nach einem Kuss seiner Geliebten Amapola, auf der ein Fluch liegt, der besagt, dass jeder, der sie küsst, sterben müsse.

"Mallorca" aus der Suite Española von Isaac Albeniz ist eine gefühlvolle Hommage an die spanische Insel. Der Komponist, der bekannt dafür ist, die Gegenden seines Heimatlandes musikalisch porträtiert zu haben, unternahm 1890 eine Reise nach Mallorca, wo dieses Stück entstand. Alfred Reeds "Second Suite", ein Klassiker der originalen Blasorchestermusik, erinnerte an Volkslieder aus der Karibik und ausgelassene mexikanische Tänze, so auch "Tercio de Quites" von Rafael Talens Pelló.

Nach einer kurzen Pause lud Ansager und Kapellenmitglied Markus Weiser das Publikum auf eine gedankliche Reise in die Karibik ein: Palmen, weißer Strand, Cocktails – und dazu James Barnes’ "Carribean Hideaway". Es folgte "Malagueña" von Ernesto Lecuona, ein mitreißendes lateinamerikanisches Flamencostück. Naohiro Iwais "Copacabana" verkörpert das Bild des pulsierenden Strandes Rio de Janeiros, der niemals schläft. Den Abschluss des Konzerts bildete das lebhafte Stück "El Cumbanchero" von Rafael Hernández, das die Trachtenkapelle nach begeisterten Jubelrufen des Publikums direkt noch einmal als Zugabe spielte.

Nach dem Konzert widmete Julian Büche einem Bollschweiler Musiker dankende Worte: Fritz Schweizer, der auf 56 Jahre Mitgliedschaft in der Trachtenkapelle zurückblicken kann, wurde offiziell verabschiedet. Sein außergewöhnliches Engagement und sein Musizieren mit Herzblut und Leidenschaft wurde betont. Zu seinen Ehren spielte die Kapelle das Stück "Wir Musikanten", weil der Tenorhornspieler für seine Liebe zu Polkas bekannt ist.

Autor: Lisa Blitz