Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. Februar 2012

Denkmalschutz stellt Fördermittel in Aussicht

Für den Erhalt der Kapelle Bad Boll / Bürgermeister Scharf fürchtet, dass die Kosten davon laufen / Gemeinsame Besichtigung.

  1. Dr. Eckhard Wegner und Mahmoud Azad von der Stiftung Denkmalschutz machten sich gemeinsam mit Frank Leusch vom Regierungspräsidium (von links) ein Bild von den geplanten Erhaltungsmaßnahmen der Badhofkapelle in Bad Boll. Foto: Martha Weishaar

BONNDORF/BAD-BOLL. Bewegung kommt nun wieder in die Pläne, die ehemalige Badhofkapelle Bad-Boll zu erhalten. Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz machten sich am Donnerstagvormittag trotz widrigster winterlicher Verhältnisse vor Ort ein Bild von dem Projekt.

Mahmoud Azad von der Denkmalstiftung in Esslingen lobte die Initiative des Freundeskreises um Peter Marienfeld und Hans-Jörg Adler: "Dies hier hat eine hohe Bedeutung", erkannte der Gast aus Schwaben. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Projektreferent Eckhard Wegner (Stiftung Denkmalschutz Bonn) zeigt er sich zuversichtlich: "Die erste Hürde ist genommen", das Projekt sei als nachhaltig eingestuft.

Ende Februar wird der für die Förderung einzelner Projekte zuständige Ausschuss der Stiftung Denkmalschutz beschließen, in welcher Höhe sich die finanzielle Unterstützung durch die private Stiftung belaufen kann. Voraussetzung ist freilich, dass zuvor eine klare Kostenkalkulation für die einzelnen Gewerke vorliegt, anhand derer die Stiftung eine konkrete Erhaltungsmaßnahme vornimmt. Dies könnte beispielsweise die Ausgestaltung des Innenraumes sein. Weitere Voraussetzung ist eine positive Stellungnahme des Landesdenkmalamtes. Auch die Frage der Bauunterhaltung müsse geklärt sein, forderte Azad. Prinzipiell ist die Aussicht auf Förderung vorhanden, obwohl die Stiftung weitaus mehr Förderanträge erhält als Gelder zur Verfügung stehen.

Werbung


Bürgermeister Michael Scharf räumte bei dem Besichtigungstermin ein, dass er mittlerweile Angst davor habe, dass die Kosten davonlaufen. Von ursprünglich angesetzten 80 000 Euro sei man mittlerweile bei 220 000 Euro angelangt und er mache sich allmählich Sorgen, dass eine Menge bislang eingebrachtes, ehrenamtliches Engagement verschlissen werden und der Erhalt der historischen Kapelle nicht bewerkstelligt werden kann. "Die Kapelle ist uns emotional sehr wichtig", machte Scharf gleichwohl den hohen Stellenwert der Badhofkapelle deutlich. Der Bürgermeister berichtete von einem Treffen mit hohen Vertretern des Regierungspräsidiums, die ausdrücklich baten: "Bitte springt jetzt als Bauträger nicht ab!" Die Vertreter der Stiftung Denkmalschutz ließen sich vom Bürgermeister über den 15-jährigen Pachtvertrag aufklären, den die Stadt Bonndorf mit dem Land geschlossen hat.

Des Weiteren informierte Reinhard Metsch vom Landratsamt über die gestellten Anträge auf Leader-Förderung, die 55 Prozent der Nettokosten ausmachen. Frank Leusch war als Vertreter des Regierungspräsidiums mit von der Partie, ebenso Wutachranger Martin Schwenninger, Architekt Tobias Bartsch und einige weitere in das Projekt Involvierte. Nicht festlegen wollte sich Scharf auf eine Summe, welche die Stadt Bonndorf zum Erhalt der Kapelle zusteuert.

Mahmoud Azads Frage: "Was bringt die Stadt als Bauträger?" blieb demzufolge offen. Den Vorschlag, Stadt und Denkmalstiftung sollen sich den momentan noch offenen Fehlbetrag in Höhe von 60 000 Euro teilen, wollte Scharf nicht akzeptieren. Für ihn sei zunächst wichtig, dem Gemeinderat eine klare Obergrenze einer etwaigen finanziellen Beteiligung zu nennen. Erst dann könne das Gremium entscheiden. Mahmoud Azad kann sich eine Beteiligung der Stadt Bonndorf in Höhe von maximal 15 Prozent der Gesamtkosten vorstellen.

Eine etwaige Reduzierung der Baukosten erhofft man sich nun von alternativen Ideen der an der Renovierung beteiligten Bauexperten.

Autor: Martha Weishaar