Neue Gruppe pro Verpachtung

skk

Von skk

Sa, 15. September 2018

Bräunlingen

Windkraft in Bräunlingen.

BRÄUNLINGEN (jak). Vor allem die Gegner sind zu hören. Wenn es um den geplanten Windpark geht, der zwischen Waldhausen und Döggingen mit sieben Anlagen entstehen soll, dann wird vor allem laut die Kritik geäußert. Doch es gibt auch Fürsprecher. "Wir haben uns alle die Frage gestellt: Bin ich der Einzige, der dafür ist?", sagt der Dögginger Hendric Schneider. Und so hat sich jeder Einzelne auf die Suche gemacht und letztendlich hat sich eine Gruppierung aus zehn Leuten zusammengeschlossen, die zukünftig unter dem Namen "Pro Verpachtung" auftreten möchte. Klar sprechen sie sich dafür aus, dass die Stadt Bräunlingen ihre Flächen für den Windpark verpachten soll. Die Beweggründe sind jedoch recht unterschiedlich und reichen vom Windkraftbefürworter bis hin zu einem "Wenn schon ein Windpark, dann lieber sieben Anlagen zu den Bedingungen, die die Stadt Bräunlingen ausgehandelt hat, als drei Anlagen, die wesentlich höher werden und näher an der Bebauung stehen".

Markus Fischer ist einer von zwei Waldhauser Ortschaftsräten, die sich für eine Verpachtung ausgesprochen hatten. "Wir verbrauchen alle Strom, warum sollten wir ihn dann nicht hier auch herstellen?" Bei Weitem wären nicht alle Waldhauser gegen den Windpark. Dass die ganze Diskussion keinen Keil zwischen die Bürger treibt, hofft Sarah Schmid. "Aber man muss seine Meinung offen sagen können." Für sie ist die Entscheidung auch mit einer moralischen Frage verbunden. "Mir gefällt die Vision von einem autarken Bräunlingen sehr gut."

Hendric Schneider ist grundsätzlich dafür, dass alle regenerativen Energien, die eine Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten, forciert werden. Seiner Meinung nach würde das Konsortium auf jeden Fall die Anlagen realisieren – wenn Bräunlingen nicht verpachtet, dann eben nur auf fürstlichem Grund.

"Viele werden überrascht sein, dass ich hier dabei bin, obwohl ich für einen Bürgerentscheid unterschrieben habe", sagt Maren Ott. Unterschrieben habe sie, weil sie für Bürgerbeteiligung und gelebte Demokratie sei. "Am Schluss muss sich dann jeder entscheiden, für was er ist", sagt Ott. Und ihr Bauchgefühl spreche sich für die Windenergie aus.