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13. Mai 2014 15:50 Uhr

Der vorerst letzte Film ist gelaufen

Das Breisacher Kino ist geschlossen

Anfang des Jahres schreckte eine Nachricht viele Breisacher auf. Fredo und Helga Mattheis, die Besitzer und Betreiber der Engel-Lichtspiele, kündigten an, dass sie das Breisacher Kino schließen würden. Seit dieser Woche ist es soweit.

  1. Helga und Fredo Mattheis, die Betreiber der Engel-Lichtspiele, ziehen sich aufs Altenteil zurück. Foto: Agnes Pohrt

BREISACH. Das Breisacher Kino hat zu – allerdings nur vorläufig. Denn der Verein Kommunales Kino Breisach will den Betrieb nach einer Pause weiterführen.

Das Ehepaar Mattheis hatte sich zum einen aus Altersgründen zu dem Schritt entschlossen. Schwerwiegender ist jedoch, dass im Breisacher Kino ohne einen digitalen Projektor sowieso bald keine Filme mehr hätten gezeigt werden können.

"Wir bekommen keine 35-Millimeter-Kopien mehr", begründet Fredo Mattheis jetzt gegenüber der Badischen Zeitung die Schließung des Kinos. Und falls noch eine Kopie bei einem Verleiher aufzutreiben sei, sei diese meist in einem so schlechten Zustand, dass es keinen Sinn mache, sie abzuspielen. Ganz zu schweigen davon, dass die Zuschauer natürlich vor allem neue und aktuelle Filme sehen wollen, die aber ausschließlich auf digitalen Festplatten verliehen werden. In den vergangenen Monaten sei die Zuschauerzahl im Breisacher Kino rapide gesunken. "Wir haben uns damit abgefunden", sagt Mattheis. Ganz ohne Kino wird er aber auch künftig nicht leben. "Ich werde dem Verein Kommunales Kino beratend zur Seite stehen und auch Kontakte zu den Verleihern aufnehmen", verspricht er.

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Auch wenn sich die Zuschauer im Breisacher Kino in den vergangenen Monaten rargemacht haben, ist das Interesse in Breisach und Umgebung groß, dass die Engel-Lichtspiele weiter bestehen. Das hat nicht nur der sehr gut besuchte Kinotag jüngst deutlich gemacht. 160 bis 170 Mitglieder hat der Verein Kommunales Kino Breisach seit seiner Gründung am 26. März schon für sich gewonnen.

Digitalisierung kostet 70 000 Euro

Bevor das Kino wiedereröffnet werden kann, muss der Verein ein digitales Abspielgerät, einen Beamer, anschaffen. Auf rund 70 000 Euro werden die Kosten für die Digitalisierung geschätzt. Felix Häring, der Vorsitzende des Vereins Kommunales Kino, ist zuversichtlich, dass es klappt. Auch Bürgermeister Oliver Rein hat seine Unterstützung zugesagt.

Häring hofft jetzt auf die Unterstützung weiterer Sponsoren. "Wir sind auf Spenden angewiesen und haben Firmen und Unternehmen angeschrieben", informiert er. Ganz besonders gefreut habe er sich in diesem Zusammenhang über das Engagement der Breisacher Kolpingfamilie, die gleich nach der Vereinsgründung 500 Euro gespendet hat.

Wie lange das Kino geschlossen bleiben wird, kann Häring noch nicht sagen. Zunächst will der Verein die Pachtverhandlungen mit den Ehepaar Mattheis aufnehmen. "Bevor es weitergeht, muss der Vertrag in trockenen Tüchern sein", betont Häring.

Spenden für den Verein Kommunales Kino Breisach können auf das Konto 1195528 bei der Sparkasse Staufen-Breisach (BLZ 68052328, IBAN: DE24 6805 2328 0001 1955 28, BIC: SOLADES1STF) eingezahlt werden.

Weitere Infos gibt es im Internet auf http://www.koki-breisach.de

Autor: apt