Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. März 2014 17:51 Uhr

Film vor Ort

Ein Verein will das Kino in Breisach retten

Die Menschen in Breisach wollen ihr Kino nicht sterben lassen. Ein Verein will in den Engel-Lichtspielen weiter Filme zeigen. Doch für die Digitalisierung werden 70.000 Euro benötigt. Kann das gestemmt werden?

  1. Ein Verein will das Breisacher Kino weiterführen. Foto: Simon Krause

  2. Die Gründungsmitglieder des Vereins Kommunales Kino Breisach. Foto: Andreas Dewaldt

Die Chancen stehen gut, dass in den Breisacher Engel-Lichtspielen auch nach dem Rückzug von Kinobetreiber Fredo Mattheis weiter Filme gezeigt werden. Am Mittwochabend haben 15 Gründungsmitglieder den Verein Kommunales Kino Breisach ins Leben gerufen. An der Vereinsspitze steht Felix Häring, der auch Leiter der Volkshochschule westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg ist. Bürgermeister Oliver Rein geht davon aus, dass damit der Erhalt des Kinos gesichert ist.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Remus von Lucadou gewählt, Rechner ist Matthias Böhme. Als Vertreter der Stadt gehört Bürgermeister Oliver Rein dem Vorstand an, Felix Häring vertritt in dem Gremium auch die Volkshochschule.

Unterhaltungskino und Filmkunst im Programm

Nach dem Rückzug von Mattheis, der voraussichtlich zur Jahresmitte erfolgen wird, soll das Breisacher Kino in Selbstverwaltung weitergeführt werden. Der Verein hat sich nicht nur den Erhalt des Lichtspielhauses, sondern auch die Förderung von Kinokunst, Kinokultur und Medienkompetenz auf die Fahne geschrieben, wie der Vorsitzende Felix Häring gegenüber der Badischen Zeitung erläuterte. Geplant sei die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Einrichtungen, zum Beispiel dem Casino Jugendclub. Unter anderem ist vorgesehen, auch mit Schülern Programm zu machen.

Werbung


"An erster Stelle steht aber der Kinobetrieb", betonte Häring. Gezeigt werden sollen im Kommunalen Kino Breisach Unterhaltungskino und Filmkunst. Filmvorführungen werde es am Wochenende, eventuell zusätzlich an Wochentagen geben – "es kommt darauf an, was die Vereinsmitglieder stemmen können", so Häring.

Bekanntlich braucht das Breisacher Kino ein digitales Vorführgerät. Die Kosten für die Digitalisierung werden auf 70 000 Euro veranschlagt und sollen mit Unterstützung der Stadt und Sponsoren finanziert werden. Der Verein werde mit dem Bürgermeister darüber sprechen, sagte Häring. "Wir haben Leute, die ein analoges Vorführgerät bedient haben", erläuterte er. Die digitale Projektion gleiche einem Computer und sei daher einfacher anwendbar als die analoge. Zudem gebe es auch eine Einweisung durch die Herstellerfirma. Der Vorstand des Vereins Kommunales Kino Breisach soll noch um einen Programm- und einen Technikbeirat ergänzt werden.

Zuversichtlich ist Häring auch, was das bekanntlich nicht immer einfache Geschäft mit den Filmverleihern angeht. Fredo Mattheis will uns anfangs unterstützen und Starthilfe geben", sagt er. Aber für den Filmverleih brauche man jemanden, der sich ausschließlich darum kümmert.

Digitale Projektion ist einfacher als die analoge

Für die Finanzierung des Kinobetriebs setzt der Verein auf die Kinofans aus Breisach und dem Kaiserstuhl. Das Kommunale Kino soll sich aus den Eintrittsgeldern tragen "Wir brauchen also nicht nur weitere Vereinsmitglieder, sondern auch viele Zuschauer. Es ist für uns überlebenswichtig, dass die Leute ins Kino kommen", betont Häring. Er hofft, dass den Breisachern ihr Kino so wichtig ist, dass sie auch ein paar Wochen auf den neuesten Blockbuster warten können und den Film lieber in der Münsterstadt als in Freiburg anschauen wollen.

Mit Kinobesitzer Mattheis will der Verein über einen Pachtvertrag verhandeln, so dass die Übernahme im Sommer möglichst reibungslos verlaufen kann. "Als ambitioniertes Ziel" habe man sich vorgenommen, dass die digitale Technik schon im August installiert wird.

Die Breisacher Kinofans können sich aber bereits am Dienstag, 29. April, bei einem ganztägigen Kinofest über den Verein und seine Pläne informieren und natürlich auch Filme anschauen. Zu dem Fest kommt das Kinomobil Baden-Württemberg nach Breisach. Am Vormittag soll es zwei Veranstaltungen für die Breisacher Schulen geben mit anschließenden Filmgesprächen – "sozusagen als Nachspielzeit für die Schulkinowochen", erläutert Häring. Am Nachmittag ist eine Jugend- und am Abend dann eine Galavorstellung geplant.

Bürgermeister Rein bezeichnete die Gründung des Vereins "als wichtigen Schritt". Häring habe gute Arbeit geleistet. Falls die benötigten 70 000 Euro nicht über Spenden zusammenkommen, will der Bürgermeister dem Gemeinderat vorschlagen, dass sich auch die Stadt an der Finanzierung beteiligt. "Ich bin sicher, dass das Breisacher Kino gerettet wird", betonte Rein abschließend.

Wer Mitglied werden will im Verein Kommunales Kino Breisach oder sich informieren möchte, kann sich an Felix Häring, Telefon 07667/8761 bei der Volkshochschule wenden. In Kürze soll es auch eine Webseite über den Verein geben.


Mehr zum Thema:

Autor: Agnes Pohrt