Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

29. September 2009

Kaiserstühler Wähler folgen Trend

Auch in Breisach, Ihringen und Vogtsburg muss die SPD große Verluste hinnehmen / Sander verweist Erler auf Platz zwei

  1. Wahlurne für Wahlurne mussten die Wahlhelfer am Sonntag öffnen und die Stimmen auszählen. Foto: gerold  zink

BREISACH / IHRINGEN / VOGTSBURG. Die Bundestagswahlergebnisse in Breisach, Ihringen und Vogtsburg entsprechen dem Trend: Die FDP hat kräftig zugelegt. Die SPD hat viel verloren und auch die CDU musste leichte Verluste hinnehmen. Die Grünen legten leicht zu und die Linken erreichten in allen drei Gemeinden über 5 Prozent. Die Wahlbeteiligung ging erneut zurück, in Vogtsburg im Vergleich zu 2005 sogar um 8,5 Prozent.

Am wahlfreudigsten waren die Ihringer, von denen knapp 79,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Hier sank die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2005 nur um 4,9 Prozent, was auch an der gleichzeitig stattgefundenen Bürgermeisterwahl gelegen haben mag. In Breisach kamen diesmal nur 71,3 Prozent der Wahlberechtigten ihrer demokratischen Bürgerpflicht nach, 7,4 Prozent weniger als 2005.

In der Gesamtstadt Breisach verlor die CDU 1,7 Prozent. Am deutlichsten war der Rückgang in Gündlingen, wo die CDU 34 Prozent erreichte, 4,2 Prozent weniger als 2005. Am besten schnitten die Christdemokraten in Oberrimsingen ab mit 42,3 Prozent, lediglich 0,3 Prozent weniger als 2005.

Werbung


Einen Stimmenverlust von 11,7 Prozent musste die SPD in Breisach hinnehmen, sie erreichte nur noch 21 Prozent. Die Sozialdemokraten verloren in der Kernstadt wie auch in den Ortsteilen, am meisten in Gündlingen, wo sie nur noch auf 18,5 Prozent kamen (2005: 32,3). Die FDP hingegen kann sich in Breisach über einen Stimmenzuwachs von 5 Prozent freuen und kommt jetzt auf 16,2 Prozent. Mit einem Plus von 7,1 Prozent legten die Freien Demokraten am meisten in Niederrimsingen zu. Dort kommen sie auf 17,6 Prozent, in Hochstetten sogar auf 19,2.

Die Grünen haben in der Gesamtstadt 2,8 Prozent hinzugewonnen, sie erreichten 15,9 Prozent. Mit Ausnahme von Oberrimsingen, wo ihr Stimmenanteil um 0,6 Prozent zurückgegangen ist, haben sie in der Kernstadt und den Ortsteilen zugelegt, in Gündlingen sogar um 3,6 Prozent. Auch die Linken haben insgesamt 2,8 Prozent hinzugewonnen, sie erreichten 7,1 Prozent.

In Ihringen hat sich das Stimmenverhältnis der beiden großen Volksparteien umgedreht. Lag die SPD vor vier Jahren mit 36,4 Prozent noch deutlich vor der Union (33,8), so haben die Christdemokraten jetzt mit 32 Prozent den Spitzenplatz in der Wählergunst eingenommen. Die SPD erreichte nur noch 22,8 Prozent, ein Verlust von 13,6 Prozent. Deutlicher als in Wasenweiler (minus 7,2 Prozent) fiel der Rückgang im Ortsteil Ihringen aus mit einem Minus von 14,7 Prozent. Aber auch die CDU hat insgesamt 1,8 Prozent verloren. Stimmen hinzugewonnen hat dagegen die FDP um 4,6 Prozent. Sie liegt jetzt bei 14,9 Prozent, in Ihringen hat sie sogar um 5,1 Prozent zugelegt. Mit 17,3 Prozent haben sich die Grünen in Ihringen als drittstärkste Kraft behaupten können, sie legten 4,5 Prozent zu. Die Linken erreichten 6 Prozent, 2,6 Prozent mehr als 2005.Deutlicher als in den beiden anderen Gemeinden fiel der Verlust für die CDU in ihrer Hochburg Vogtsburg aus. Die Christdemokraten verloren 6,2 Prozent und erreichten einen Stimmenanteil von 44,4 Prozent. Auffallend ist der Verlust in Burkheim, wo die CDU nur noch auf 35 Prozent kommt (2005: 45,1). Ihr bestes Ergebnis erzielten die Christdemokraten in Achkarren mit 56,1 Prozent, das sind dennoch 6,8 Prozent weniger als 2005. Die SPD hat in Vogtsburg traditionell einen schweren Stand, das hat sich mit der Wahl am Sonntag erneut bestätigt. Die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 13,6 Prozent, 9,6 Prozent weniger als 2005. In Oberbergen entschieden sich nur 8,9 Prozent der Wähler für die SPD (2005: 14,3). Am besten schnitt die SPD mit 19,2 Prozent in Bickensohl ab (2005: 27,7).

Der FDP ist es in Vogtsburg mit 18,6 Prozent gelungen, die SPD auf den dritten Platz zu verweisen. Die Freien Demokraten legten insgesamt um 7,6 Prozent zu. Ihr bestes Ergebnis erzielten sie mit 21,5 Prozent in Burkheim. Lediglich in Bischoffingen folgten die Wähler nicht dem allgemeinen Trend und bescherten der FDP einen leichten Verlust von 0,7 Prozent.

Über einen leichten Zuwachs von 1,4 Prozent können sich auch die Grünen in Vogtsburg freuen. Sie erreichten am Sonntag 11,6 Prozent. In Bischoffingen erzielten sie sogar 16,5 Prozent. In Bickensohl, Burkheim und Oberrotweil mussten die Grünen leichte Einbußen hinnehmen. Die Linken legten in Vogtsburg um 3,2 Prozent zu und liegen jetzt bei 6 Prozent.

In Breisach liegt der CDU-Kandidat Daniel Sander bei den Erststimmen mit 36,6 Prozent an der Spitze. Allerdings erzielte er 4,6 Prozent weniger als die damalige CDU-Kandidatin Conny Mayer bei der Wahl 2005. Der SPD-Kandidat Gernot Erler musste sogar einen Stimmenverlust von 10,9 Prozent hinnehmen und kam nur noch auf 29 Prozent. Kerstin Andreae, die Kandidatin der Grünen, gewann hingegen 8,1 Prozent hinzu und erreichte 16,1 Prozent. FDP-Kandidat Sascha Fiek holte 10,4 Prozent der Erststimmen, das sind 5 Prozent mehr als Patrick Evers vor 5 Jahren. Uta Spöri von den Linken erreichte 5,5 Prozent.

Erler verliert Favoritenrolle in Ihringen
Auch in Vogtsburg liegt CDU-Kandidat Daniel Sander erwartungsgemäß an der Spitze. Er bekam 49,9 Prozent der Erststimmen, 7,3 Prozent weniger als Conny Mayer 2005. Gernot Erler hat sein Ergebnis von vor 4 Jahren(27,7 Prozent) um 8,5 Prozent verschlechtert und erreichte nur noch 19,2 Prozent. Kerstin Andreae gewann auch in Vogtsburg hinzu. Ihr gaben 13,9 Prozent der Wähler ihre Erststimme, 7,7 Prozent mehr als 2005. Uta Spöri kam auf 5 Prozent.

Nicht nur bei den Zweitstimmen, sondern auch mit ihren Erststimmen haben die Wähler in Ihringen die SPD auf den zweiten Platz verwiesen. Erler verlor im Vergleich zu 2005 12,4 Prozent und kam nur auf 30 Prozent. Sein CDU-Konkurrent Sander erreichte 34,6 Prozent. Das sind aber 4,2 Prozent weniger als Conny Mayer vor 4 Jahren. Mit 10 Prozent hat Kerstin Andreae in Ihringen kräftig hinzu gewonnen, sie bekam 18,5 Prozent der Erststimmen. Sascha Fiek erreichte 9,3 Prozent und Uta Spöri kam auf 5 Prozent.

Autor: Agnes Pohrt