Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
26. Juli 2010 14:39 Uhr
Versammlung in Breisach
Neue Hoffnung für die badische Weinwerbung
Ist die gemeinsame badische Weinwerbung noch zu retten? Die Weinwerbezentrale Badischer Winzergenossenschaften hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das wurde bei einer Versammlung in Breisach deutlich.
BREISACH/KAISERSTUHL. Grünes Licht für die weitere Mitarbeit in der Badischen Wein GmbH gaben die Mitglieder der Weinwerbezentrale Badischer Winzergenossenschaften (WWZ) in ihrer Jahreshauptversammlung in Breisach. Vorstände und Aufsichtsrat der WWZ wurden einstimmig entlastet und ein Werbebeitrag von 3 Cent je produziertem Liter Wein für gut geheißen. Darüber hinaus wurde die Hoffnung geäußert, bis zum Jahresende wieder einige abtrünnige Winzergenossenschaften in das gemeinsame Werbeboot zurückholen zu können. Die Badische Wein GmbH ist für die gemeinsame Werbung von badischen Winzergenossenschaften und Weingütern zuständig. Die WWZ ist ein Gesellschafter von ihr.
Roland Leininger, Vorstandsvorsitzender der WWZ und Geschäftsführer der WG Oberrotweil, informierte die Mitglieder über den Geschäftsführerwechsel, der bereits bei der Gründung der Badischen Wein GmbH beschlossen worden sei. Die neue Geschäftsführerin Sonja Höferlin stellte sich vor und warb engagiert für eine freiwillige Weinwerbung. "Der badische Wein hat es entsprechend seiner ausgezeichneten Qualität verdient, gut, stark und leidenschaftlich in der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Er ist jeden Einsatz wert", sagte sie.
Werbung
Leininger zeigte sich auf Anfrage der Badischen Zeitung vorsichtig optimistisch, was die Zukunft der gemeinsamen badischen Weinwerbung angeht. "Sonja Höferlin geht sehr agil an das Thema heran. Es ist bereits eine vorsichtige Aufbruchstimmung zu spüren. Ich bin hoffnungsvoll, dass wir die gemeinsame Weinwerbung retten können", betonte Leininger.
Bis zum Jahresende, so glaubt er, werde man mehr wissen. Wenn es bis zum 31. Dezember 2010 nicht gelungen sei, einige der Winzergenossenschaften, die gekündigt haben oder nicht mehr der WWZ angehören, zur Rückkehr zu bewegen, werde es schwer, den Fortbestand der Badischen Wein GmbH auf Dauer zu sichern. Derzeit gehören knapp 40 Winzergenossenschaften und rund 110 Weingüter und Weinkellereien der Badischen Wein GmbH an. Ihr Jahresbudget liegt bei etwa 2,2 Millionen Euro.
Andreas Fahrion von der Werbeagentur "fmk" berichtete über Werbung und Marketing. Die gesamte Dachmarkenkampagne für den badischen Wein mit dem Einsatz von Weinkönigin, Funkspots, Werbemitteln und neuem Internetauftritt entwickle sich einer repräsentativen Marktstudie zufolge zur momentan erfolgreichsten deutschen Gebietsweinwerbung. Dem badischen Wein werde eine sehr hohe Bekanntheit bei den Verbrauchern bescheinigt. Gut komme auch die Entwicklung einer kostenlosen i-Phone-Applikation bei den Kunden an. Sie beschreibt unter anderem die badischen Winzer, ihre Weine und Feste sowie Badens kulinarische Highlights.
Höferlin kündigte weitere Projekte für 2010 an. Unter anderem erwähnte sie eine Broschüre über badische Spätburgunder, einen Beihefter mit den Lieblingsweinen der badischen Winzer im Nachrichtenmagazin Der Spiegel und den ebenfalls für Herbst vorgesehenen neuen Rundfunkspot über badischen Wein.
Nachdem die Bilanz vorgestellt worden war, warb der Aufsichtsratsvorsitzende Hartmut Basler für den Genossenschaftsgedanken und beschwor die Solidarität der Mitglieder. In der Versammlung sollte auch der Vorstand verkleinert werden. Gedankt wurde den scheidenden Vorstandsmitgliedern Rolf Bürkin (WG Jechtingen) und Bernhard Fischer (WG Waldulm) für ihr langjähriges Engagement. Als Nachfolger von Günter Hilmert (Badischer Winzerkeller) wählte das Gremium Axel Hahn (Badischer Winzerkeller) einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden.
Aus dem Aufsichtsrat schieden Hartmut Basler und Wolfgang Grether aus. Als Nachfolger wurden einstimmig Ralph Schäfer (WG Affental) und Günter Zimmermann (WG Königschaffhausen) gewählt. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Waldemar Isele (WG Achkarren), sein Stellvertreter Ralph Schäfer. Roland Leininger dankte den ausscheidenden Aufsichtsräten.
In seinem Grußwort plädierte Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands, für eine gemeinsame badische Weinwerbung und sagte dieser seine Unterstützung zu. Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands, gab einen Überblick über die derzeit laufenden Weinrechtsänderungen. Nach kurzer Diskussion wurde die Werberate von 3 Cent je produziertem Liter Wein für das kommende Jahr einstimmig beschlossen.
- Rückblick: Ist die badische Weinwerbung am Ende?
- Rückblick: Dicke Luft bei Weinwerbung
Autor: Gerold Zink
