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04. November 2009 18:30 Uhr
Enrico Novi und Eric Weibel stellen in Breisach aus
Parallelen und Unterschiede
Kunstwerke von Enrico Novi und Eric Weibel sind derzeit im Hotel am Münster in Breisach ausgestellt.
BREISACH. Enrico Novi und Eric Weibel sind in Breisach keine unbekannten Künstler. Schon vor einigen Jahren waren Bilder beider Maler in Ausstellungen hier zu sehen. In ihrer künstlerischen Auffassung können sie unterschiedlicher kaum sein, ihre Haltung zur Kunst aber scheint deckungsgleich. Dass die Breisacher Galeristin Marita Brettschneider sie jetzt im Hotel am Münster in einer gemeinsamen Schau präsentiert, hat schon für sich ein Spannungsmoment. Verstärkt wird es durch den Umstand, dass die beiden als Autodidakten tätigen Maler rechts und links des Rheins leben. Novi ist am Tuniberg zu Hause, während Eric Weibel, in Colmar gebürtig, in einem elsässischen Dorf in der Nähe von Kaysersberg beheimatet ist.
Novi ist Musiker und seine Arbeit als Maler ergänzt das, was er als Komponist und Songschreiber in seinen Konzerten und CD-Veröffentlichungen ausdrückt. Ihm geht es um die menschliche Existenz auf dieser Welt, um die Fragen nach dem Glauben, an das Leben und die Vergänglichkeit des Daseins. Vor einigen Jahren hat er die Malerei als korrespondierendes Medium zu seinem Schaffen als Komponist und Interpret griffiger Mainstream-Popsongs entdeckt.
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Unverkennbar vom Surrealismus beeinflusst, visualisiert Novi auf seinen Ölbildern alltägliche Botschaften und Stimmungen, in die er Tiefgründigkeit und Metaphern versteckt, die vom Betrachter zu enträtseln sind. Die oft witzigen Sujets sind in harmonischer Farbigkeit gehalten und in ihrer vitalen Darstellung sehr plakativ. Immer enthalten sie kleine Details, die wie Widerhaken in den Bildern auftauchen, um neue Fragen zu stellen. "Jedes Bild hat eine Vorgeschichte", sagt der Maler und Musiker, dessen Arbeiten ohne Zufälligkeit und Spontaneität auskommen, und allein durch die Kalkuliertheit ihrer Wirkung überzeugen wollen.
Eric Weibel, der vor über 20 Jahren das Zeichnen und Fotografieren und später die Malerei als künstlerisches Ausdrucksmittel für sich fand, gibt in seinen Bildern konkrete Antworten. In der waldigen Gebirgslandschaft der Vogesen findet er seine Motive: Bäume, Waldstimmungen, Gebäude. Zwei frisch grünende Nadelbäume vor blauem Hintergrund, eine halbzerfallene Kapelle mit auffällig rotem Ziegeldach am Waldrand, einen gespaltenen Baumstumpf auf apokalyptisch wirkender Lichtung oder einen absterbenden Baum im Schnee setzt Weibel in Acryltechnik auf die Leinwand. Akkurat trägt er sie mit einer Spachteltechnik auf, die seinen Bildern reliefartige Plastizität geben.
Frühe Tuschezeichnungen, Siebdrucke und Aquarelle von baulichen Details, wie der Holztür eines längst verlassenen Bauernhauses, lassen Eric Weibels künstlerische Entwicklung sichtbar werden. "Ich habe immer eine klare Vorstellung von dem, was ich malen will", verdeutlicht der Elsässer. Überlegt setzt er seine Bildkompositionen detailgenau in Szene und wählt einfühlsam Ausschnitt, Perspektive, Farben und Licht.
Bei der Vernissage im Hotel am Münster hielt Erika Schöler die Laudatio auf die beiden Künstler. Enrico Novi spielte gemeinsam mit einem seiner Musikschüler auf der Gitarre ein paar seiner eigenen Songs.
Autor: kff


