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02. Februar 2012

Perfekte Klangfarben und Spieltechniken

Benefizkonzert der Stuttgarter Hornklasse im Winzerkeller.

  1. Bereits zum 5. Mal gab die Hornklasse der Stuttgarter Musikhochschule ein Benefizkonzert zugunsten des Münsterbauvereins im Badischen Winzerkeller. Und wieder waren die Zuhörer begeistert. Foto: martin hau

BREISACH. "Doch nicht viele Hörner kriegen diesen Sound hin" heißt es in der zweiten Strophe des Direstrait-Songs "Sultans of Swing." Auch wenn dort von der Blechblasbesetzung einer Dixielandband die Rede ist, lässt sich diese Zeile ohne Übertreibung auch auf das Benefizkonzert der Hornklasse von Professor Christian Lampert von der Musikhochschule Stuttgart übertragen. So variabel und kontrastreich hat man dieses Instrument selten oder überhaupt noch nicht gehört. Meist blasen Hörner zur Attacke, zur Jagd oder dienen in der klassischen Musik wie bei Wagner als Ruf, als programmatische Ankündigung auf etwas Kommendes.

Nicht so bei dem Konzert im Breisacher Winzerkeller. Zwar wurde der Abend mit einem Jagdstück, dem "Rendez-vous de Chasse" von Rossini, eröffnet, doch danach zeigte schon Philipp Schmelzle aus Amoltern beim "Appel interstellaire für Horn solo" von Olivier Messiaen, wo es an diesem Abend lang gehen sollte. Mal schmeichelnd, mal getragen, mal spitz, mal Free-jazz-ähnlich brüllend lotete er virtuos die verschiedenen Klangfarben und Spieltechniken dieses Instrumentes aus.

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Mit ornamental verschlungenen Melodielinien und brillanter Atemtechnik begeisterte Dominik Zinstag bei Paul Dukas’ "Villanelle" für Horn und Klavier, einfühlsam begleitet von der Pianistin Masako Eguchi. Beendet wurde der erste Teil des Abends mit der "Suite für Hornquartett op. 38" von Eugène Bozza. Beeindruckend hier der Wechsel der unterschiedlichen musikalischen Charakteristiken in den verschiedenen Teilen der Suite.

Nach einem weiteren Hornquartett, von Konstantin F. Homilius das Highlight des Abends: Haydns "Konzert für 2 Hörner und Orchester Es-Dur".

Vorgetragen von Christian Lampert und Carsten Duffin am Horn sowie Masako Eguchi am Flügel, die das fehlende Orchester meisterhaft vertrat. Kaum zu glauben, dass Hörner so elegant und geschmeidig klingen können wie im ersten Satz. Leichtfüßig, eher an den warmen Klang von Holzblasinstrumenten erinnernd, trugen sie die Komposition wie auf Flügeln, was mit donnerndem Applaus belohnt wurde.

Mit einer romantisch klingenden "Grand Sextour für Hornquartett" von Louis Dauprat und einer Zugabe ging der Abend zu Ende und hinterließ ein fröhliches, aufgeräumtes Publikum.

Münsterbauverein freut sich über viele Spenden

Wie schon die vier Jahre zuvor fand das Benefizkonzert mit der Stuttgarter Hornklasse gleichsam zu Ehren des Breisacher Münsters statt. Die Klingelbeutel am Aufgang waren sicher gut gefüllt.

Und wie schon die Jahre zuvor führte der Vorstandsvorsitzende des Münsterbauvereins, Dr. Erwin Grom, sachkundig und begeistert durch das Programm. Veranstaltet wurde das Konzert vom Münsterbauverein in Zusammenarbeit mit der Pfarrei Sankt Stephan.

Sowohl der neue Münsterpfarrer Werner Bauer als auch Diakon Harald Wochner waren anwesend, ebenso Vertreter der Jugendmusikschule westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg, die bei zwei Stücken ein paar Nachwuchshornisten auf die Bühne schickte, und des Kunstkreises Radbrunnen. "Da capo 2013" möchte man da rufen.

Autor: Paul Klock