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11. Juni 2012 17:19 Uhr

Nahverkehr

Breisgau-S-Bahn sonntags oft hoffnungslos überfüllt

Sonntags herrscht in den Zügen der Breisgau-S-Bahn oft Ölsardinen-Feeling. Auch an Werktagen ist das Platzangebot grenzwertig. So wie es aussieht, wird sich daran so schnell nichts ändern.

  1. Ob da alle reinpassen? Vor allem sonntags sind viele Breisgau-S-Bahnen überfüllt. Foto: Rolf Müller

Für den riesigen Andrang am Sonntag sorgen die Regiokarte mit Sonntagsmitnahme eines weiteren Erwachsenen und die Konus-Karte mit der kostenlosen Beförderung der Touristen.

Nach einem Sonntag mit perfektem Ausflugswetter treffen am Bahnhof in Ihringen Wanderer, Radler mit ihren Drahteseln und Spaziergänger mit Kinderwagen aufeinander. Die Breisgau-S-Bahn mit zwei Triebwagen kommt pünktlich um 17.43 Uhr, aber schon gut besetzt aus Breisach. An Sitzplätze ist an der zweiten Station nicht mehr zu denken. Jetzt geht es darum, überhaupt einen Platz zu finden – auch für die Fahrräder und Kinderwagen. Eine Freiburger Familie, die die wenig empfehlenswerte Idee hatte, mit zwei Fahrrädern, eines davon mit Kleinkind auf dem Spezialsitz, und einem weiteren Kind auf dem Kinderfahrrad, nach Hause zu fahren, hetzt von Tür zu Tür, ehe sich eine Plattform findet, auf der mit einigem Nachdruck Platz gemacht wird.

Es dauert einige Minuten, bis der Zug seine Fahrt fortsetzen kann. In Wasenweiler stehen zum Glück nur wenige Fahrgäste, dafür wird’s in Gottenheim eng. Aus Richtung Endingen kommen weit mehr Umsteiger, als umgekehrt die Bahn verlassen. Es dauert, bis sich die letzte Tür schließt und der Zug in Richtung Freiburg weiterfährt.

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Umsteigen im Sprinttempo

18.08 Uhr, Freiburg Hauptbahnhof. Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof fangen einige Fahrgäste an, sich Richtung Türen durchzukämpfen. Drei Minuten Verspätung hat der Zug wegen Überfüllung eingefahren. Das heißt: Umsteigern Richtung Elztal oder Schwarzwald bleiben nur zwei Minuten für den Spurt von Gleis 5 durch die Unterführung. Die Bahnsteigbelegung wurde offenbar am grünen Tisch geplant: Die beiden Züge, die 18.10 Uhr abfahren, sind nur durch die Unterführung zu erreichen, der Zug Richtung Basel, der erst fünf Minuten später fährt, steht auf dem Bahnsteig gegenüber.

Sonntags wird es eng. Aber das Angebot ist auch werktags grenzwertig. Spricht man mit den Schülern, die täglich mit den S-Bahn-Zügen nach Breisach ins Gymnasium fahren, hört man nicht selten, was sie noch vor dem Abitur anstreben: den Moped-Führerschein und danach möglichst nie wieder öffentlicher Personennahverkehr.

Während die Deutsche Bahn (DB) an Sonn- und Feiertagen die Kapazitäten auf der Strecke von Freiburg nach Seebrugg verdoppelt, wird das Angebot nach Breisach auf ein Viertel der Werktagskapazität heruntergefahren: Stunden- statt Halbstundentakt, zwei statt vier Wagen pro Zug. Dabei trifft die Breisgau-S-Bahn eigentlich gar keine Schuld. Vielmehr fährt sie bereits mit mehr Wagen, als von der Nahverkehrsgesellschaft des Landes bestellt wurde und bezahlt wird. Weil das Land unbedingt die Breisacher Bahn und die Elztalbahn von der DB übernehmen und der Breisgau-S-Bahn, an der das Land über die SWEG zur Hälfte beteiligt ist, zukommen lassen wollte, wurde bei der Ausschreibung das Angebot knapp, wohl allzu knapp kalkuliert.

Überdies ist die Breisgau-S-Bahn sowohl mit dem zum Teil revisionsbedürftigen Fahrzeugpark als auch mit dem Personal am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, so verlautet aus dem Unternehmen. Nachverhandlungen mit dem Land über eine Verbesserung des Angebots wären längst fällig. Und wären es wohl nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gestoppten Planfeststellung für den zweiten Abschnitt der B 31-West.

Die Klagen stoßen auf taube Ohren

Doch die Klagen aus Freiburg stießen in Stuttgart bislang trotz grünem Verkehrsminister auf taube Ohren und waren möglicherweise auch nicht laut genug. Denn die Freiburger Rathausspitze interessiert sich offenbar mehr für den TGV als für die akuten Engpässe im Regionalverkehr, wird hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Dabei könnte der TGV unter Umständen auf der ausgelasteten Rheintalstrecke zu Lasten des Regionalverkehrs gehen.

Landrätin Dorothea Störr-Ritter wiederum verwies bei der Pressekonferenz der Schwarzwald-Tourismus GmbH auf der CMT in Stuttgart auf die geplante Elektrifizierung, als sie im Zusammenhang mit der Ausweitung des Konus-Systems auf die Zustände auf der Breisacher Bahn angesprochen wurde. Allerdings nützen auch elektrische Triebwagen wenig, wenn sie sonntags auf dem Abstellgleis stehen.

Nur eines scheint derzeit sicher: Mehr Geld für mehr Nahverkehrsangebote wird 2018 nicht vorhanden sein. Schon im laufenden Jahr fehlen 20 Millionen Euro für den Schienennahverkehr im Land, künftig droht eine Finanzierungslücke von 60 Millionen Euro pro Jahr. Der Stuttgarter Verkehrsminister klagt, dass die Bundeszuschüsse angesichts der gestiegenen Trassen- und Stationspreise, die die DB für die Benutzung ihres Schienennetzes kassiert, nicht mehr ausreichten. Dabei sind die Trassenpreise nach Ansicht vieler Experten zu hoch und fahrgastunfreundlich. Die Bahn kassiert pro Zug und Kilometer, das heißt zwei kürzere Züge im Halbstundentakt kosten doppelt so viel wie ein langer, der nur einmal pro Stunde fährt. Und so droht eher die Abbestellung von Zügen als die Ausweitung des Angebots. Von den Kosten der notwendigen Beschaffung neuer Züge nach der Elektrifizierung von Breisacher Bahn, Kaiserstuhl-Bahn, Elztal- und Münstertal-Bahn ganz zu schweigen.

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Autor: Rolf Müller


27 Kommentare

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Michael Berner

Registriert seit: 10.01.2011

Kommentare: 903

11. Juni 2012 - 17:46 Uhr

Viele Probleme sehr gut zusammengefasst, danke! Die Rheintalbahn bedient auch unter der Woche nur einmal pro Stunde die meisten Bahnhöfe. Sarkasmus: Wenn der TGV kommt, könnte man diesen doch als S-Bahn bis Neuenburg laufen lassen, mit direktem Anschluss nach Basel ab Müllheim. Geschwindigkeitsmäßig kaum eine Änderung, dafür besseres Angebot.

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Martin Diehr

Registriert seit: 16.01.2012

Kommentare: 275

11. Juni 2012 - 20:26 Uhr

Regiokarte um 10€ Aufschlagen....dann ist alles Möglich.
Klar ist es ärgerlich wenn man Stehen muß (wir Reden über 15-20 min.), aber es ist eben alles eine Frage des Geldes. Am Bahnsteig stehen gelassen, wurden unterm Strich noch die wenigsten?? Oftmals scheitert es den Mitfahrern schon am logischen Denken. Anstatt in die Mitte durchzugehen bleiben alle an der Türe stehen (erst letzten Sonntag wieder Beobachtet). Dann gibt es noch die Experten die schon in Hugstetten Angst haben sie kommen in Gottenheim nicht mehr aus der Bahn raus.
Ich Hoffe die Familie mit Fahrrad hatte auch eine ordnungsgemäße Fahrkarte? Ansonsten einfach selber Fahren.

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Irmgard Karl

Registriert seit: 28.01.2010

Kommentare: 51

11. Juni 2012 - 21:12 Uhr

Herr Diehr, um's Stehen allein geht's nicht. Von Hugstetten, wo ich einsteige, sind es nach Freiburg sogar nur 8 min. Trotzdem bin ich Anfang Mai in dieser kurzen Zeit morgens ohnmächtig geworden. Mag z.T. meiner Schwangerschaft geschuldet sein, trotzdem gleicht der Zug um 07.07 h ab Hugstetten eher einem Viehtransport als einem Fahrzeug des Öffentlichen Personennahverkehrs. Insofern, muss man z.Zt. nicht nur froh sein, mitgenommen zu werden, sondern auch gesund anzukommen. Bei dieser Gelegenheit nochmal ein Dankeschön an die jungen Männer, die mir wieder auf die Beine geholfen haben.

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Thomas Bender

Registriert seit: 04.02.2010

Kommentare: 2507

11. Juni 2012 - 21:44 Uhr

FYI: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/fehlende-investitionen-deutschlands-nahverkehr-steht-vor-dem-kollaps/6734278.html

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Volker Morstadt

Registriert seit: 10.08.2009

Kommentare: 413

11. Juni 2012 - 22:43 Uhr

Anläßlich des Ihringer Weinfestes fuhr die S-Bahn gestern mit 3 Wagen, sodass sich die Überfüllung in Grenzen hielt.

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Gelöschter Nutzer #869269

Registriert seit: 08.07.2011

Kommentare: 66

12. Juni 2012 - 05:30 Uhr

Können wir im Elztal ein Lied von singen!!Ich sag nur Fasnet wo die es doch tatsächlich fertigbekommen mit 1 max.2 Fahrzeugen am Sonntag nach Waldkirch/Elzach zu fahren!!!!Durfte selber schon von Elzach bis Waldkirch laufen weil man nicht mehr reingekommen ist in den Zug um 22:09 ab Elzach!!Und das geht so seit 2002 seit dieser Verein ins Elztal fahren tut

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Gelöschter Nutzer #912687

Registriert seit: 20.03.2012

Kommentare: 31

12. Juni 2012 - 07:43 Uhr

Diese alten, lauten, langsamen und kleinen Diesel-Schienenbusse als S-Bahn zu bezeichnen ist ein regelrechter Witz. Sowas lächerliches hat man selten gehört. Geht mal nach Mannhein, Stuttgart, Karlsruhe oder Basel, dort fahren S-Bahnen!

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1706

12. Juni 2012 - 08:15 Uhr

Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben hatte:
Erhöung der Ökosteuer auf den Treibstoff um (nicht auf) 5,00 € je Liter.
Damit kann dann ein wunderbarer, kostenloser ÖPNV finanziert werden!

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Werner Ketterer  

Werner Ketterer

Registriert seit: 17.06.2009

Kommentare: 255

12. Juni 2012 - 08:46 Uhr

Ortenau-S-Bahn (auch von der SWEG betrieben), Fronleichnam, viele Fahrräder auf dem Bahnsteig, zwei Wagen fahren ein, man steigt ein, alle Leute aus dem ersten Wagen raus, der wird abgekoppelt, alles in den zweiten Wagen, man kommt nicht mehr durch vor lauter Fahrräder, kurz vor Abfahrt wird der erste Wagen wieder angekoppelt...

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Raimund Zack

Registriert seit: 20.01.2012

Kommentare: 20

12. Juni 2012 - 08:54 Uhr

@ Manuel Rosenthal-Schöpflin

Und wer kann sich dann noch das Tanken leisten?
Und wieviel kommt dann dem ÖPNV zugute?
Und ÖPNV braucht ...... z.B. auch Diesel!!

Wohl nicht zu Ende gedacht oder???

Autobahnmaut von allen und damit z.T.ÖPNV finanzieren ginge auch.

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Peter Specker

Registriert seit: 12.02.2011

Kommentare: 237

12. Juni 2012 - 08:56 Uhr

@Hr. Seimor:
Wenn Sie sich auf die S-Bahnen in anderen Verkehrsverbünden beziehen, sollten Sie aber auch erwähnen, dass die Monatskarten (z. B. in Karlsruhe 55 -139€ Quelle: http://www.kvv.de/fahrkarten/fahrkarten-preise/monatskarten.html) im Vergleich zur Regiokarte deutlich teurer sind. Und welchen Aufruhr eine Preiserhöhung der Regiokarte erzeugt, ist ja regelmäßig in der BZ zu lesen..... .

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1706

12. Juni 2012 - 09:13 Uhr

Herr Zack, doch das ist, wie ebenfalls schon an anderer Stelle geschrieben, sehr gut zu Ende gedacht.
So würde für den ÖPNV, wie auch für alle Taxi, die Ökosteuer im Rahmen der Steuererklärung angerechnet werden.

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

12. Juni 2012 - 09:14 Uhr

Überfüllte Züge? Übervolle Busse???
Ich will mehr davon, werden dann endlich die Straßen wieder leerer!

Nein im Ernst, so langsam sollte es auch der Letzte merken, auch ein gut ausgebauter ÖPNV scheitert schon an der Linienbindung und der taktfolge der Einheiten. Darum ist der Individualverkehr mittels Kfz und/oder (motorisierten) Zweirädern einfach nicht zu unterschätzen. Beides funktioniert nur mit gut ausgebauten Netzen nebeneinander. Und das Eine ist ist wie das Andere nicht zum Nulltarif zu haben, da hilft es auch nicht, wenn M.R.S. seine Träumereien von einem ÖPNV "für umme" bei jeder sich bietenden Gelegenheit widerholt!

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Joshua Knarz

Registriert seit: 12.01.2011

Kommentare: 367

12. Juni 2012 - 09:27 Uhr

@Manuel Rosenthal-Schöpflin: Würde man den Benzinpreis über Steuern so erhöhen hätte der Staat am Ende WENIGER Geld als momentan zur Verfügung, das liegt an verschiedenen Effekten, z.B. würde der Anteil der Elektroautos und E-Bikes explodieren, gleichzeitig wären viele - die heute schon kaum von Ihrem Gehalt Leben können arbeitslos. Firmen würden reiheweise insolvent werden. Wenn Sie in Ihrem Konzept LKW und Transporter ausnehmen, dann spart man kaum noch CO² ein.

Ich kann es Ihnen aber noch einfacher erklären. Haben Sie sich schonmal gefragt wieso die Mineralölkonzerne die Preise nicht einfach auf 5€ oder mehr / pro Liter erhöhen? Wäre doch super, lt. ihrer Logik jede Menge mehr Gewinn?! Aber genau das ist es nicht. Die Konzerne wissen auch, würden sie den Spritpreis so deutlich erhöhen, dann hätten Sie am Ende weniger in den Taschen. Gleich verhält es sich mit den Steuern.
[ed.]

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Klaus Galz

Registriert seit: 12.11.2011

Kommentare: 73

12. Juni 2012 - 10:12 Uhr

... Problem ist einfach gelöst. Abschaffung, dass an Sonn- und Feiertagen eine weitere erwachsene Person und/oder bis 4 Kinder/Hunde mit einem Fahrschein mitgenommen werden können. Damit wäre ein Großteil der "Luftschnapper" weg. Fahrradmitnahmeverbot, denn die meisten Radler fahren sowieso "schwarz", da Kontrollen fehlen. Die andere Möglichkeit wäre, die noch fehlenden Gemeinden zur Abgabe an den RFV für die Konuskarte(bekommen Touristen für die Kurtaxe) zu zwingen. Meines Wissens sind fast alle Kaiserstuhlgemeinden inkl. Breisach dabei(fehlen!) - Hauptstrecke FRBG-Breisach und Breisach-Endingen und Gottenheim-Endingen. Die Gemeinde Schluchsee bezahlt dafür z.B. 250.000 EUR/Jahr.
Breisach 0 Eur. Mit dieser Abgabe könnten ohne Probleme 3 Wagen im 30 Minutentakt finanziert werden was dann eigentlich ausreichen müsste.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1706

12. Juni 2012 - 10:19 Uhr

Herr Knarz, ich habe nichts von einer Gewinnerhöhung geschrieben.

Es geht nur um die Lenkungssteuer, weg vom Individualverkehr zur Schaffung einer vernünftigen ÖPNV-Ausrichtung.

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 498

12. Juni 2012 - 10:26 Uhr

Zitat Hr. Roller: "Nein im Ernst, so langsam sollte es auch der Letzte merken, auch ein gut ausgebauter ÖPNV scheitert schon an der Linienbindung und der taktfolge der Einheiten."

Dann waren Sie noch nie im Gebiet des KVV (Karlsruhe) unterwegs. ÖPNV kann sehr gut funktionieren, wenn Linien und Taktfrequenz sinnvoll geplant und realisiert werden.

Komplett ersetzen wird er den Ind. Verkehr in der Tat nicht, aber er KANN für Viele eine Alternative sein und sollte ebenso nicht unterschätzt werden... im Gegenteil!

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Joshua Knarz

Registriert seit: 12.01.2011

Kommentare: 367

12. Juni 2012 - 10:36 Uhr

@ Manuel Rosenthal-Schöpflin:

"Erhöung der Ökosteuer auf den Treibstoff um (nicht auf) 5,00 € je Liter.
Damit kann dann ein wunderbarer, kostenloser ÖPNV finanziert werden!" - MRS.

Damit kann er eben nicht finanziert werden....

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Peter Disch (BZ)  

Peter Disch (BZ)

Registriert seit: 03.06.2009

Kommentare: 625

12. Juni 2012 - 10:36 Uhr

Redaktioneller Hinweis:

das Thema "Kostenlose Fahrradmitnahme an Sonntagen" war in dem Beitrag nicht korrekt dargestellt. Wir haben den entsprechenden Passus daher geändert.

Nach Angaben der BSB verhält sich damit so:
"Fahrradbeförderung nur im Rahmen des vorhandenen Platzes möglich. Personenbeförderung hat Vorrang. Ab 19.30 Uhr ist die Fahrradbeförderung kostenlos, in der Zeit davor ist für das Fahrrad ein Fahrschein zu lösen. (Einzelfahrschein je nach Tarifzone, oder Mehrfahrtenkarte Erwachsene)"

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1706

12. Juni 2012 - 11:04 Uhr

Herr Knarz: "Damit kann er eben nicht finanziert werden...."

Ich bin da eben anderweitiger Meinung, zumal man dieses Thema globaler betrachten muss und die Lenkungssteuer nur ein Teil des Ganzen wäre.

Die Erhöhung der Ökosteuer hätte natürlich auch ganz andere Folgen, z.B. bräuchte in den Straßenbau (6-spuriger Ausbau der Autobahnen, Schwarzwaldautobahn usw.) nur noch ein Bruchteil der Kosten investiert werden.
Diese Kosten wären durch ein Mautsystem refinanziert.

Des Weiteren würde die kostenlose Zurverfügungstellung des ÖPNV auch die enormen Bürokratiekosten z.B. der Überwachung senken, um nur zwei weitere Bausteine des Gesamtkonzeptes zu erwähnen.

Da die Industrie, vorne weg die Mineralölindustrie und Automobilindustrie, allerdings viel zu mächtig ist wird alles so bleiben.

Die Leute werden sich über teure Regiokarten, volle, alte und dreckige Züge ohne Klima- und Heizungsanlage beschweren und wir werden wohl nie erfahren welche unserer Meinungen die richtige ist.

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Peter Specker

Registriert seit: 12.02.2011

Kommentare: 237

12. Juni 2012 - 11:37 Uhr

@hr. Manuel Rosenthal-Schöpflin:
Und wenn dann alle den ÖPNV nutzen, gibt es keine Mauterträge, keine ausreichenden Steuererträge etc. Außerdem, wer kann es sich dann noch leisten, Energie zu verbrauchen und Steuern zu zahlen? Niemand....
Entschuldigen Sie bitte, aber Ihre Ideen sind fundamentlose Träumereien.
Sie dürfen gerne anderer Meinung sein, dürfen aber nicht erwarten, hier ernst genommen zu werden.

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1780

12. Juni 2012 - 11:57 Uhr

Herr Rosenthal-Schöpflin, vielleicht bringen Sie Ihren Vorschlag lieber in Berlin ein, statt die BZ-Kommentare damit zu "bereichern".

Th. Heussmann

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Ralf Schwendemann

Registriert seit: 12.06.2012

Kommentare: 1

12. Juni 2012 - 12:08 Uhr

2 Zitate, die ich kommentieren muss:
"Ich Hoffe die Familie mit Fahrrad hatte auch eine ordnungsgemäße Fahrkarte? Ansonsten einfach selber Fahren."
und:
"Fahrradmitnahmeverbot, denn die meisten Radler fahren sowieso 'schwarz'"

Was sollen denn diese Unterstellungen? Warum nur diese Ablehnung gegenüber den Fahrradnutzern?
Die Beförderung von Fahrrädern ist vorgesehen und ausdrücklich gestattet. Und das ist auch sinnvoll und gut. Fahrradfahrer haben ihr Rad meistens aus guten Gründen im Zug dabei. So kann man mit der Kombination aus Rad und Bahn auch lange Distanzen umweltfreundlich überbrücken ohne dabei ein Auto nutzen zu müssen.
Wenn ich "einfach selber fahren" höre, bin ich versucht zu antworten: Einfach selber laufen! Was ist das denn für eine Anmaßung, zu glauben die Radler steigen nur aus Faulheit in die Bahn? Jedem ist klar, warum Fußgänger in die Bahn einsteigen. Weil die Strecke zu Fuß zu lang ist. Aber Radlern unterstellt man Bequemlichkeit. Belehrung: Fahrräder (und auch E-Bikes) sind keine Motorräder. Man erreicht damit keine Geschwindigkeiten wie ein PKW. In den Fällen, wo selber fahren eine Option ist, tun es die Radler normalerweise auch. Ja, diese Belehrung klingt albern und unnötig, aber solange es Leute gibt, denen nur "einfach selber fahren" einfällt, ist sie wohl notwendig.

Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln gehört zu einem modernen Nahverkehrskonzept dazu. Wer sich dagegen stellt, verschwendet meiner Meinung nach nur Energie.

Die Energie sollte man eher dazu nutzen zu überlegen, wie Fahrradmitnahme sinnvoll und möglichst reibungslos gestaltet werden kann. Denn da gibt es sicher noch Verbesserungsbedarf.
In den DB-Regionalzügen gibt es extra Fahrradabteile. Dort sind die Verhältnisse noch am klarsten und Fußgänger und Radler kommen recht gut aneinander vorbei. In der BSB ist es leider alles andere als optimal. Kurz gesagt ist es viel zu eng. Die vorgesehenen Plätze für Rollstuhlfahrer, Kinderwägen und Fahrräder verfügen gleichzeitig noch über Klappsitze am Rand. Diese sind recht beliebt und sind oft schon besetzt, wenn man einsteigt. Die Bereitschaft der Fahrgäste, aufzustehen und Platz zu machen, ist sehr gering, andererseits möchte man als Fahrradfahrer die Leute ja auch nicht von ihrem Sitzplatz aufscheuchen. Solange die Bahn relativ leer ist, ist das auch kein Problem. Sobald die Bahn aber voll wird, wird es schwierig. Dann sollten die Räder aus dem Weg, und das geht nur an den dafür vorgesehenen Plätzen. Dann können sogar mehrere Fahrräder hintereinander untergebracht werden. Genau dann, wenn Sitzplätze knapp sind, fallen auch noch die Klappsitze weg. Der einzige Ausweg aus dieser Zwickmühle wäre, erst gar keine Klappsitze hinzuschrauben. Aber das wäre meiner Meinung nach Blödsinn.
Viel besser ist es, für Verständnis zu werben, den Fahrgästen klarzumachen, wie Fahrräder am besten transportiert werden und die Bereitschaft zu fördern, vom Klappsitzplatz für Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Fahrräder aufzustehen.

Und mittelfristig muss sich die BSB überlegen, wie sie Fahrradmitnahme gestalten will, denn das Fahrradaufkommen wird ganz sicher nicht abnehmen.

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Joshua Knarz

Registriert seit: 12.01.2011

Kommentare: 367

12. Juni 2012 - 12:57 Uhr

So kann man mit der Kombination aus Rad und Bahn auch lange Distanzen umweltfreundlich überbrücken ohne dabei ein Auto nutzen zu müssen.

Ein moderner Diesel wäre genauso "umweltfreundlich".....

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1706

12. Juni 2012 - 22:53 Uhr

Herr Specker, wenn es dann keine Mauterträge gibt, braucht es auch keine weiteren Straßen.
Das wäre dann wechselseitig, verstehen Sie?

Natürlich wird es weiterhin Mauterträge geben.
Das "P" in "ÖPNV" bedeutet "Personen" und "NV" in "ÖPNV" bedeutet "Nahverkehr".
Viele werden die Autobahn benutzen und einen Aufkleber benötigen. Auch die Gäste aus dem Ausland.

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Werner Ketterer  

Werner Ketterer

Registriert seit: 17.06.2009

Kommentare: 255

13. Juni 2012 - 09:03 Uhr

War das schön kürzlich im Tessin. Da fährt man mit dem Fahrrad das Tal des Ticino hinunter und unten steigt man bequem in einen Zug, der noch einen klassischen Gepäckwagen mitführt (da haben locker 50 Räder oder mehr Platz), um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen. Dort hilft einem der Schaffner noch beim Ausladen des Rades...

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

13. Juni 2012 - 09:57 Uhr

Herr Schneiderhahn, sie haben sicherlich Recht, daß es funktionieren KANN!
Aber was ich z.B. mit "Taktfolge der Einheiten" meinte, ist daß z.B. an der Elztallinie eine engere Taktfolge gar nicht so ohne weiteres funktionieren kann, weil die Bahnlinie dazu ersteinmal zweigleisig ausgebaut werden müßte. Denn nach meinem Kenntnisstand ist eine Taktverdichtung zwar möglich, aber nur für ein weiteres Zugpaar in der Stunde. Und dieses Zugpaar würde auch die Spitzen im Berufsverkehr nicht komplett aufnehmen können, geschweige denn die Massen an Pendler, die aus dem Elztal nach Freiburg fahren, sollte der Spritpreis wie von Hr. MRS gewünscht plötzlich 5 Euro kosten.

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