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20. August 2016

Webcams

Dank Regiowebcam kann man online Südbaden im Blick behalten

Egal ob Schauinsland, Feldberg, Dreisamtal oder Markgräflerland: rund 30 Webcams betreibt die Firma Regiowebcam aus Buchenbach. Auch die Storchennester der Region kann man so im Auge behalten.

  1. In der Werkstatt von Thomas Varadi (im Bild rechts) wird eine Webcam für ihren Einsatz vorbereitet, ehe sie am Häuslemaierhof für den Blick ins Dreisamtal installiert wird. Foto: Erich Krieger

  2. Foto: Erich Krieger

  3. Die Webcams baut Thomas Varadi in seiner Wekstatt selbst zusammen. Foto: Erich Krieger

BUCHENBACH. Er kam Anfang 1990 aus dem hohen Norden nach Freiburg. Thomas Varadi, Programmierer und EDV-affin, kannte bisher hauptsächlich das nördliche Flachland. Und Harz und Brocken waren bis zur Wende in der DDR. Kaum im Süden angekommen, brachte ihn im wolkenverhangenen Rheintal das Phänomen der Inversionswetterlage gleich ins Grübeln. Es wäre doch von großem Nutzen, wenn man zu jeder Zeit ohne großen Aufwand unten wüsste, wie das Wetter oben ist.

Der Gedanke ließ Thomas Varadi nicht mehr los und als 1995 das Internet aufkam, fing er an zu experimentieren. Er versuchte in seiner Freizeit, Kameraleistung und IT-Dienste zusammenzubringen.

Es gab keine Lösungen von der Stange und so musste er seine Kameras selbst für seine Zwecke umrüsten und es dauerte volle zwei Jahre, bis er seinen ersten Fotoapparat auf dem Schauinsland stationieren konnte, der Bilder per Modem ziemlich langsam ins Internet schickte.

Einen Fortschritt brachten dann die Digitalkameras, die mit Computern, damals noch in Desktop-Größe, ansteuerbar waren. Varadi blieb am Ball, folgte dem digitalen Fortschritt in Bildqualität, Hardware und nutzte die sinkenden Preise, um immer mehr Kameras zu installieren. Heute verwendet er überwiegend digitale Spiegelreflexkameras und DSLR-Technik, der Desktop ist auf Streichholzgröße geschrumpft. Die Datenübertragung erfolgt über Mobilfunk oder W-LAN.

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Auf Varadis Webseite sind von mittlerweile über 30 Kamerastandorten in Freiburg, Schauinsland, Feldberg, weiteren Standorten im Hochschwarzwald, Kaiserstuhl, Dreisamtal, Markgräflerland und Baden-Baden aktuelle Fotos aus der Vogelperspektive zu sehen. Die Kameras senden rund um die Uhr in verschieden langen Intervallen zwischen 10 und 15 Minuten Bilder ins Netz – nach Varadis Berechnungen bis heute mehr als vier Millionen – und so kann nun jeder seine Radtouren oder Wanderungen oder sonstigen Outdoor-Aktivitäten verlässlich planen. Dies umso mehr, weil auch noch lokale Wettermeldungen angekoppelt sind. Kein Wunder, dass sich dieser Service großer Beliebtheit erfreut und die zahlreichen Klicks auch für Werbekunden interessant geworden sind und Varadi dadurch einen Teil seiner Kosten wieder hereinbekommt.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Beobachtung von Storchennestern mit der Kamera, die im Falle Kirchzartens zum beliebten Storchenfernsehen bei der Tourismus-Information geführt hat.

Seit jüngster Zeit gibt es auch direkte Aufträge. So lässt sich die Stadt Freiburg den Baufortschritt an der Kronenbrücke online dokumentieren und sich einzelne Vorgänge, wie den Zusammenbau einer Behelfsbrücke in einem Zeitraffer-Video, vor Augen führen. Für Thomas Varadi ist der Betrieb seiner Webcams Hobby geblieben, auch wenn er dafür ziemlich viel Zeit aufwenden muss. Manchmal sind technische Ausfälle vor Ort zu beseitigen oder auch nur Linsenverschmutzungen durch Vogelkot zu beseitigen. Nach wie vor sucht er je nach Standort und Aufgabe nach den besten Verknüpfungen von Kamera und Steuerung und setzt seine Hardware-Lösungen im ausgebauten Keller seiner Wohnung in Buchenbach selbst zusammen. Für jeden neuen Standort muss er in der Regel einen vierstelligen Betrag investieren.

Die für alle nützlichen Bildsequenzen von Thomas Varadi sind im Internet unter http://www.regiowebcam.de zu betrachten.

Autor: Erich Krieger