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12. September 2009

Tescht bim Kompijuter "Maxi"

ZU BESUCH IM MUSEUM: Klaus Poppens Lieblingstück im Alemanne-Stübli im Hansmeyerhof in Buchenbach.

BUCHENBACH. "Alemannisch ghört nit ins Museum", sagt Klaus Poppen auf der Treppe hinauf ins Alemanne-Stübli, denn wir sind in einem Museum, im alten Hansmeyerhof im Ortsteil Wagensteig. Aber unter dem weit ausladenden Walmdach des alten Schwarzwaldhofes hat das Alemannische ein Refugium gefunden. Dort konnte der ehemalige Präsi der Muettersproch-Gesellschaft ganz viele Belege der alemannischen Sprache zusammentragen.

Kaum sind wir im Stübli über dem ehemaligen Stall angelangt, heißt es auch schon "Obacht! Sunscht hausch der de Grind a. Oder der Epfel." Oder wie man sonst noch im alemannischen Sprachraum zum Kopf sagt, der hier durch niedere Balken gefährdet ist. Erste Lektion in der Vielfalt der Muettersproch. Auf Schautafeln gibt es noch zahlreiche andere Beispiele, wie sich von Landschaft zu Landschaft, von Tal zu Tal oder manchmal sogar von Ort zu Ort Bezeichnungen für ein Ding, einen Sachverhalt ändern. Darüber wurden sogar große wissenschafltiche Abhandlungen in der Freiburger Universität verdasst.

Hier aber, im Alemanne-Stübli, ist es etwas einfacher. Hier hilft einem ein sprachkundiger Kompijuter namens Maxi weiter, womit wir bei Klaus Poppens Lieblingsstück sind. Und wieder beim Stichwort Museum. Denn der "Muettersproch Alemanne Kompijuter Maxi" ist eigentlich schon ein Museumsstück. Gebaut wurde er auf Anregung des damaligen Präsi der Muettersproch-Gsellschaft, Klaus Poppen, in der Lehrwerkstatt der Rhodia, um auf der Landesgartenschau 1986 in Freiburg die Leute für das Alemannische zu begeistern.

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"Alemannisch muesch fröhlich unters Volk bringe" war und ist seine Devise. Und Spaß haben auch heute noch die Besucher wie jene vor 33 Jahren im Freiburger Seepark und später bei vielen Festen und Ausstellungen. Und Klaus Poppen hat auch heute noch eine fast kindliche Freude, wenn er die vielen Knöpfe bedient und sich mit Maxi und den Besuchern unterhält.

Junge Leute können sich kaum vorstellen, dass ein Computer fast kleiderschrankgroß ist. Aber in der 80er Jahren, als er von den Rhodia-Lehrlingen gebaut wurde, kamen gerade die ersten Personalcomputer auf den Markt. Zuvor waren Großrechner oft schrankgroß und an ihren Frontseiten blinkten viele Lämpchen.

So ist es auch bei Maxi, wenn Klaus Poppen den Hauptschalter gedreht hat. Natürlich muss man Maxi "e paar Date" eingeben. "Wird an keini Behördi witergeh", heißt es beruhigend auf dem Blatt, das durch einen Schlitz gesteckt wird und auf dem man noch vermerken muss, "us wellere Gegend kumme ihr". Mit einem Knopf muss man noch einstellen, ob man "e Bue oder e Maidli isch".

Klaus Poppen schellt mit einer Kuhglocke und fragt, ob der Maxi alles verstanden hat. Kurz darauf schellt die Kuhglocke zurück oder der Computer spuckt ein Blatt aus, auf dem noch zu klärende Fragen stehen. Klaus Poppen verstrickt den Besucher in ein Gespräch, während er an allerlei Knöpfen dreht oder mit einem alten Telefon direkt Kontakt mit Maxi aufnimmt. Schließlich wird der Besucher aufgefordert, ein Sprüchli, ein Gedicht in seiner Muttersprache aufzusagen. Wer keines auf Lager hat, dem wird ein Schriftstück in die Hand gedrückt, von dem er etwas Alemannisches vorlesen muss. Wieder schellt die Kuhglocke, Maxi ist fleißig am Rechnen und Auswerten.

Dann ruckelt ganz langsam wie aus einem alten Nadeldrucker eine Urkunde aus einem Schlitz, auf der steht zu lesen: "Urkundi. Mit Muet und Freud het Karlheinz Scherfling bim Sproch-Tescht vu de Muettersproch-Gsellschaft mitgmacht. De Prüfling wird igstuft als Traditions-Extra-Ober-Alemann mit Uszeichnig". Es gibt noch sechs weitere Bewertungen, zum Beispiel "Alemann, wo in d’ Welt passt" oder "Usgfuchster Nitalemann mit guete Asätz" oder "Schnellschwätzer, für unseri Sproch verlore".

Wie auch immer, bei solchen Vorführungen sammeln sich meist viele Menschen um Maxi und Klaus Poppen, der dieses Prozedere schon Hunderte Mal und immer wieder mit viel Spaß gemacht hat. "So kannsch am beschte Sympathie für Mundart gwinne", meint er, während hinter ihm Maxi eifrig mit vielen Lämpchen weiterblinkt.

Autor: Karlheinz Scherfling