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19. Juli 2012

Bühnenspaß der Marke Mundart

Acht Veranstaltungen in sieben Tagen beim vierten Kleinkunstfestival im Alten Pfarrhof in Breitnau vom 14. bis 22. September.

  1. Auch Magdalena Ganter aus Hinterzarten wird im Pfarrhof auf der Bühne stehen. Foto: HTG

  2. Martin Wangler ist als künstlerischer Leiter und als „Fidelius Waldvogel“ gefordert. Foto: Veranstalter

BREITNAU. Eine Idee hat sich etabliert. Zum vierten Mal steigt vom 14. bis 22. September das Kleinkunstfestival in Breitnau. Im "Dorf zum Verlieben" entführen die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) und Martin Wangler als künstlerischer Leiter die Besucher in eine andere Welt. Für den Schauspieler, Musiker und Kabarettisten ist klar: "Do muesch na, sunsch verpassesch ebbis."



Veranstalterin ist die Hochschwarzwald Tourismus GmbH, Kennzeichen der Flyer die Kuckucksuhr auf einem Regiestuhl. "Wir haben 2009 mit dem Kleinkunstfestival eine Mundartveranstaltung ins Leben gerufen, die optimal zu uns passt. Humor, Witz und Spaß für Jungen und Alt, Groß und Klein sind garantiert", sagt Thorsten Rudolph. Neben Künstlern aus der Region sieht der HTG-Geschäftsführer einen weiteren Garanten für den Erfolg: "Das Ambiente des Alten Pfarrhofs bietet ein ganz besonderes Flair. Wenn dann noch die Landfrauen Bibiliskäs mit Brot servieren, ist es einfach perfekt." Die fast immer ausverkauften Veranstaltungen spiegelten die Beliebtheit des Festivals am besten wider.

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Martin Wangler hat wieder namhafte Künstler für das Festival gewonnen. Zum einen kennt sich der 43-Jährige bestens in der Szene aus und die Kollegen kennen ihn. Zum andern genießen viele Künstler die kleine Bühne und die räumliche Nähe zum Publikum in der rund 120 Besucher fassenden Pfarrhofstube: "Da springt der Funke viel schneller ’rüber als in einem der großen, modernen Säle." Das vielfältige Programm biete für jeden Geschmack etwas: "Musik und Spaß, Mentalmagie und unentdeckte Talente, die sich erstmals auf offener Bühne präsentieren."

Innerhalb von sieben Tagen locken acht Veranstaltungen. Den Eröffnungsabend am 14. September, 20 Uhr, gestaltet Luddi zusammen mit Ulrike Derndinger. Die fünf Schwarzwälder Musiker mit bestem Alemannenrock und die mehrfach ausgezeichnete Mundartautorin garantieren fetzige Musik und erfrischenden Witz gepaart mit Geschichten vom Bauernhof, aus dem Dorfalltag und von widerborstigen Charakteren. Luddi kreierte 2010 zusammen mit Fidelius Waldvogel (Martin Wangler) den offiziellen Song der nordischen Juniorenweltmeisterschaft "Ja, so fahren wir Ski!" in Hinterzarten.

Bereits eine Stunde vorher beginnt die Vernissage zur Ausstellung "Die Kraft des Bollenhuts" von Mats Arp. Die heitere Wanderausstellung zeigt, wo überall im Schwarzwald "Bollen" zu finden sind. Der 20-jährige Künstler aus Pforzheim arbeitet als "Boll-Zen-Schneider" zusammen mit "Dieter Bollen" bei der "Bollyzei". Wer bislang glaubte, den Bollenhut finde man nur an Festtagen und bei Brauchtumsveranstaltungen, wird eines Besseren belehrt.

Stolz ist Martin Wangler auf die Verpflichtung von Perkeo aus der Ortenau. Reinhard Tröstler nimmt das Publikum in "Zauberhaft". Der Mann der Wortspiele und der Gehirn verwirrenden Mentalzauberei steht als schnellster Kopfrechner seit 2002 im Guinnessbuch der Rekorde.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich die Sagenwanderungen mit der Breitnauer Bauernbühne (18. September, 19.30 Uhr). Bei der Premiere wurden 60 Teilnehmer gezählt, zuletzt waren es mehr als 100. Die Bauernbühne bietet während der nächtlichen Tour im Wald mystische Gedichte, schaurige Erzählungen und Szenen aus Sagen und Märchen.

Unter dem Titel "Heim-Spiel" läuft der 21. September, wenn Martin Wangler zusammen mit Magdalena Ganter und "Mackemalör" auftritt. Die in Hinterzarten aufgewachsene Schauspielerin und Sängerin gründete in ihrer Wahlheimat Berlin "Mackemalör". In schönstem alemannischem Dialekt singt sie mit kräftiger Stimme über den Schwarzwald. Wangler kommt als Fidelius Waldvogel.

"900 Jahre Baden" nennen die "Gälfiäßler" ihr Programm am 22. September. Die skurrile Band um Franz Schüssele lädt zu einer musikalischen Zeitreise durch die Geschichte des Landes ein. Die historischen Texte sind hintergründig, lehrreich, unterhaltsam und humorvoll. Gespielt wird auf einem kuriosen Instrumentarium aus Keller, Küche und Müllkippe. Die vier Musiker beherrschen 150 Instrumente und schafften es so in das Guinnessbuch der Rekorde.

Ein besonderes Angebot hält Martin Wangler für Grundschulen und Kindergärten bereit. "Fanellis Clownreise" bietet Kindern die Gelegenheit, Theater live zu erleben: "In der heutigen Welt mit Fernseher und Computer fehlt den Mädchen und Jungen oft ein direkter Bezug zu Kunst und Künstlern."

Daniel Wangler
aus Eisenbach bietet dies mit seiner Reise in ferne Länder. Dabei hat er allerdings einige Schwierigkeiten zu bewältigen: die Schuhe sind zu groß, der Bus kommt nicht und der Schirm klemmt. Zudem hat er Hunger. Gut, dass er nicht allein an der Bushaltestelle steht. Das phantasievolle Stück wird am Mittwoch, 19. September, 10 Uhr, aufgeführt. Für Schulklassen oder Kindergartengruppen können weitere Aufführungen vereinbart werden (Martin Wangler, Tel. 0172-435 42 08).

Am Abend dieses Mittwochs, 20 Uhr, heißt es Bühne frei für bislang unentdeckte Talente. Wangler: "Das ist oft eine der lustigsten Veranstaltungen. Es gehört eine Menge Mut dazu, sich erstmals auf die Bretter zu stellen und vor Publikum zu spielen." Für die offene Bühne liegen ihm bereits fünf Anmeldungen vor, weitere können sich jedoch unter Tel. 0172-435 42 08 noch bei ihm melden.

Karten für das Kleinkunstfestival gibt es ab sofort in allen Tourist-Informationen und Reservix-Vorverkaufsstellen sowie unter der Hotline Tel. 07652-1206-8080.





Autor: Dieter Maurer