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01. Juli 2012 19:15 Uhr

Wahl am Sonntag

Bürgermeisterwahl: 80,7 Prozent für Ernst Schilling in Herbolzheim

Ernst Schilling bleibt Bürgermeister der Stadt Herbolzheim. Der 62-jährige Amtsinhaber wurde mit 80,7 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtszeit gewählt. Herausforderer Herbert Wehmeier kam auf 11,5 Prozent, auf Sonstige entfielen 7,8 Prozent.

  1. Ernst Schilling wurde am Sonntag als Bürgermeister von Herbolzheim im Amt bestätigt. Foto: Siegfried Gollrad

Die Wahlbeteiligung lag bei 35,6 Prozent und damit im Vergleich zu 2004 erheblich schlechter. Bürgermeisterstellvertreter und Wahlausschussleiter Richard Stubert zeigte sich etwas enttäuscht über die Wahlbeteiligung, als er etwa um 19.30 Uhr das Wahlergebnis vom Balkon des Rathauses verkündete. Angesichts der Resonanz der offiziellen Kandidatenvorstellung habe er sich mehr erwartet, meinte Stubert.

Das geringe Interesse am Urnengang hatte sich den ganzen Tag über abgezeichnet. Immer, wenn der Regen nachgelassen habe, sei wieder ein Schwung Wähler gekommen, berichtete Werner Engler in der Breisgauhalle, wo vier Wahllokale untergebracht waren. Es regnete viel an diesem Sonntag. Am späten Nachmittag wurde deutlich, dass die Wahlbeteiligung bescheiden sein würde.

Die Zettelreihen werden immer länger

Als dann das Wahllokal geschlossen war und die Wahlzettel auf dem Tisch lagen, zeichnete sich ein weiterer Trend ab. Die Zettelreihen mit irgendwelchen Namen wurden immer länger. Auch Dieter Bohlen oder Jogi Löw bekamen Stimmen bei der Bürgermeisterwahl. Als Richard Stubert dann im Wahlausschuss das Ergebnis bekanntgab, sprach er von einem Novum. Er habe es in seiner kommunalpolitischen Laufbahn noch nicht erlebt, dass bei einer Wahl 70 verschiedene Personen Stimmen bekommen haben. Dabei sind ungültige Fantasienamen wie Mickey Mouse gar nicht mitgerechnet.

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Während in den Wahllokalen von 18 Uhr an auszählt wurde, warteten Stubert und der Wahlausschuss auf die Ergebnisse. Das Team in Tutschfelden war am schnellsten: Bereits um 18.14 Uhr lief das Ergebnis ein. Broggingen kam vier Minuten später und um 18.24 kamen die Ergebnisse aus Bleichheim. Von 18.30 Uhr an trudelten die Ergebnisse aus den Kernstadtbezirken ein.

Inzwischen füllte sich der Ratssaal. Bürgermeister Ernst Schilling traf recht früh ein und gegen 19 Uhr erschienen auch immer mehr Bürgermeisterkollegen. Stubert hatte angekündigt, dass das Ergebnis um 19 Uhr verkündet werde. Um 19.05 kam der Wahlausschuss in den Saal, die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses wurde festgestellt und dann gab Stubert dasselbe bekannt. Schilling jubelte, Wehmeier nahm die Niederlage ruhig hin und gratulierte dem Sieger.

Vergleicht man das Ergebnis mit Schillings letzter Wiederwahl vor acht Jahren, fällt auf, dass diesmal zwar 450 Bürgerinnen und Bürger mehr wahlberechtigt waren. Dennoch fiel die Zahl der Wähler diesmal um 331 niedriger aus als 2004. Die Zahl der gültigen Stimmen sank um 382. Schillings absolute Stimmenzahl liegt diesmal um 402 unter seinem damaligen Ergebnis.

Broggingen – 2004 Hochburg, 2012 der schwächste Einzelbezirk

Aussagen zu den einzelnen Wahlbezirken sind zwar mit einer gewissen "Unschärfe" verbunden, da nicht bekannt ist, welchen Anteil der jeweilige Wahlbezirk am Briefwahlergebnis hat – Wähler, die in der Statistik ihres eigentlichen Bezirks dann fehlen. Unter diesem Vorbehalt offenbar ein Blick in die Ergebnisse der Ortsteile dennoch recht unterschiedliche Trends. So fuhr Schilling in Broggingen diesmal sein schlechtestes Einzelergebnis ein. 2004 hatte Broggingen ihm mit 90,6 Prozent noch sein bestes Teilergebnis beschert. Ein Minus von 7,2 Prozentpunkten gegenüber 2004 gab es für Schiling auch in Tutschfelden. Just in diesen beiden Ortsteilen kam Herbert Wehmeier gleichzeitig auf seine prozentual besten Einzelergebnisse. Ein ähnliches Protestwahlverhalten zeigt sich auch im Bezirk Herbolzheim II, für Schilling zugleich der schlechteste in der Kernstadt. Dennoch hielt er hier sein Ergebnis von 2004 fast exakt. Wehmeier und die "Sonstigen" kamen hier gemeinsam auf knapp 25 Prozent.

Die prozentual gesehen größte Zufriedenheit mit dem Amtsinhaber gab es bei der Wahl am Sonntag in Bleichheim. Dort verbesserte Schilling sein Ergebnis von 2004 sogar noch. Dahinter stehen aufgrund der geringen Wahlbeteiligung allerdings dennoch erheblich weniger Stimmen.

Autor: Martin Wendel


9 Kommentare

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

02. Juli 2012 - 09:24 Uhr

@ Herr Funk: Nichtwähler sind zu zählen wie "Enthaltungen" bei einer Abstimmung: Sie stimmen ja nicht dagegen. Ergo: Da der Amtsinhaber 80,7% der Stimmen bekommen hat, wird diese Ergebnis von den Nichtwählern so bestätigt. Dagegen hätten Sie nur gestimmt, wenn sie den Herausforderer, oder eine andere Person, gewählt hätten. Das verstehen nur die meisten nicht........... (P.S.: Mir geht es nur um die Statistik und Ihrer irrigen Aussage, dass Nichtwähler ja durch ihr Verhalten GEGEN den Bürgermeister gestimmt hätten. Eine Wertung über den Bürgermeister kann und will ich nicht abgeben.)

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Sebastian Meyer

Registriert seit: 22.02.2010

Kommentare: 560

02. Juli 2012 - 09:31 Uhr

Herr Funke:

Da könnten Sie genau so gut sagen, dass 80,7 % nicht den Gegenkandidaten wollten. Somit ist es wohl die größere Niederlage für ihn. Also wie Sie es drehen und wenden macht Ihre Aussage keinen Sinn.
Herr Schilling liefert gute Arbeit ab. Auch ist er eine sehr sympathische Persönlichkeit.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

02. Juli 2012 - 10:27 Uhr

Der beste Indikator für die Arbeit und Qualität des Amtsinhabers spiegelt sich in solchen Fällen in der Bereitschaft qualifizierter Mitbewerber zur Kandidatur.

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Rüdiger Weis

Registriert seit: 07.12.2010

Kommentare: 15

02. Juli 2012 - 15:23 Uhr

Hier stimmt die Statistik:
26,8 % aller Herbolzheimer Wahlberechtigten haben für Herrn Schilling gestimmt. Und diese Zahl ist kein Zufall und hat auch nichts mit Regenwetter zu tun. Sie sollte den alten/neuen Amtsinhaber zum gründlichen Nachdenken ermuntern. Dann hat die Wahl für a l l e Herbolzheimer eine Menge gebracht und führt ihn aus der von den Herren Sebastian Meyer und Manuel Rosenthal-Schöpflin propagierten Einbahnstraße.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

02. Juli 2012 - 18:35 Uhr

Herr Weis (und Herr Funke), diese Statistik ist keineswegs aussagekräftig, sondern mutet nach einer Argumentation schlechter Verlierer.

Dies erinnert mich an Teile der heutigen Landes-Opposition.
Dies sagten, dass Kretschmann nur von 16,05 % der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg gewählt wurde – oder eben dass 84 % der Baden-Württemberger Kretschmann nicht gewollt hätten.

Insofern läge Herr Schilling ja noch sehr gut und wesentlich besser als unser Ministerpräsident Kretschmann.

PS:
Ich wohne weder in Herbolzheim noch kenne ich den wiedergewählten Bürgermeister. Ihren Eifer hier jemanden schön- oder schlechtzurechnen teile ich also nicht.

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Rüdiger Weis

Registriert seit: 07.12.2010

Kommentare: 15

02. Juli 2012 - 20:28 Uhr

Herr Rosenthal-Schöpflin,

fleißig, fleißig! Seit 13.7.2010 mehr als einen Kommentar pro Tag; und das nur in der BZ. Weiter so, wir in Herbolzheim warten darauf . . .

Das war's dann meinerseits.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

02. Juli 2012 - 21:10 Uhr

Herr Funke, in solchen Kommentarspalten sachlich und höflich zu bleiben, andere Mitkommentatoren nicht auf persönlicher Art anzugreifen, trägt sehr zur eigenen Glaubwürdigkeit bei.
Auch und vor Allem dann, wenn sich die eigenen Argumente als gegenstandslos erwiesen haben.

Im Übrigen bin ich auf die Arbeit und Leistung des Bürgermeisters nicht eingegangen.
Ich stellte lediglich Ihre Leseart der Statistik fest und erwähnte neutral einen Indikator der Leistung eines Bürgermeisters.
Ein solcher Indikator ist stets die Qualität der Gegenkandidaten.

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1149

02. Juli 2012 - 21:28 Uhr

@Herr Funke und Herr Weis:
seien Sie doch bitte Manns genug, Ihre Konflikte mit dem Bürgermeister offen mit ihm auszutragen. Ihre "Statistik" ist absurd und Sie führen mit Herrn Rosenthal-Schöpflin unnötige Stellvertreterkämpfe aus.

Vor einer Wahl sich nicht zustellen und hinterher nur rumzustänkern ist unsportlich. Jeder kann sich bei einer Kommunalwahl aufstellen lassen - vielleicht haben Sie aus bestimmten Gründen Angst vor dem Verlieren gehabt?

PS: Sie brauchen sich auch nicht aufzuplustern, hier irgendwie im Namen der Herbolzheimer zu schreiben.

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Rüdiger Weis

Registriert seit: 07.12.2010

Kommentare: 15

04. Juli 2012 - 16:50 Uhr

Whow Herr Wolpert!

Allzu viel scheinen Sie nicht zu wissen. Sie haben in Ihrem Kommentar vom 2. Juli einen ganz schönen Blödsinn verzapft. Übrigens ist diese „Statistik“ nicht absurd, sie ist ganz einfache Mathematik: 2090 geteilt durch 7798 mal 100 ergibt 26,8. Und da schreibt man dann ein %-Zeichen dahinter.

Apropos „aufplustern“:
Seien Sie „sportlich“ und „Manns genug“, haben Sie keine „Angst“ und rufen Sie mich einfach an, dann können wir gemeinsam „rumstänkern“ (das mit dem „Stellvertreter“ lass ich jetzt einfach mal weg). Sie finden mich im örtlichen Telefonverzeichnis.

Andernfalls bin ich auf Ihren Kommentar Nummer 764/2 gespannt. Oder sind Sie mit Ihren hochinteressanten Beiträgen schon etliche Nummern weiter?

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