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03. August 2009
Eine Nacht voll blau-weißer Seligkeit
Bombenstimmung und die Trachtenkapelle Dachsberg in Höchstform: Bayerischer Gaudiabend geriet zum Geburtstagsfest nach Maß
DACHSBERG. "Der Dachsberg wird beben", versprach die Ankündigung für die Feier des 90. Geburtstages der Trachtenkapelle Dachsberg, und am Samstagabend war es dann tatsächlich so weit. Im randvollen Festzelt auf dem Waldsportplatz in Wolpadingen herrschte Bombenstimmung. Bereits zu Beginn des Festaktes um 19 Uhr hatten die Redner trotz der Mikrofone alle Mühe, stimmlich bis in die letzten Reihen vorzudringen.
Vorsitzender Markus Schlegel begrüßte die Anwesenden und nannte die stattliche Reihe der Ehrenmitglieder. Für den weiteren geschichtlichen Rückblick verwies er auf die mit ihren ansprechenden Bildern und kurzen Beiträgen ausgesprochen gelungene Festschrift.Bürgermeister Helmut Kaiser, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, verwies auf das Gemeinschaft stiftende Gut Musik, dass der Jugend auch in der heutigen Zeit noch Heimat zu vermitteln vermöge. Er bekundete seinen Stolz auf die Trachtenkapelle als aktiven Kultur- und Werbeträger der Gemeinde und hob die besonderen Verdienste der Musiker bei der französischen Städtepartnerschaft hervor. Der Präsident des Blasmusikverbandes, Franz Bayer, attestierte der 90-jährigen Jubilarin jugendliche Frische und nannte vor allem das rege Vereinsleben sowie die ausgezeichnete Jugendarbeit.
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Landtagspräsident Peter Straub hob in seinem Grußwort die Bedeutung solcher Musik hervor, die von echtem Idealismus getragen wird, und verwies auf das alte China, in dem das Niveau der Musik als Gradmesser für den Zustand des Gemeinwesens gegolten habe. Folgerichtig kam er zu dem Schluss: "Von Niedergang keine Spur auf dem Dachsberg."
Die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter schließlich betonte, die Trachtenkapelle Dachsberg gehöre unabdingbar zum Ort und seiner Identität. Die Überreichung von einem Fässchen Bier als Gastgeschenk der Dachsberger Vereine durch Hubert Ebner, das auch sogleich von Markus Schlegel und Dirigent Gerhard Behringer angezapft wurde, leitete dann bereits über zum Bayrischen Gaudiabend.
Den begann die Kapelle nach kurzer Pause in zünftiger Dirndl- und Lederhosenkluft mit dem Bayrischen Defiliermarsch. Das Gesangsquartett mit Gerhard Kaiser, Anna und Johannes Schäuble sowie Lothar Behringer heizte die Stimmung mit Titeln wie "Musik ist unser Leben" oder "Hurra, die Musik ist da" weiter an. Lothar Behringer probte mit dem Publikum auch vorsorglich gleich die La-Ola-Welle und brachte später unermüdlich Schilder mit der Aufschrift "Klatschen", "Aufstehen" oder "Juchzer" zum Einsatz, während Gerhard Kaiser sich nicht nur als pointenreicher Conferencier, sondern zudem unter anderem als Klofrau profilierte.
keine Spur
auf dem Dachsberg"
Landtagspräsident Peter Straub
Die jüngsten Mitglieder des Ensembles glänzten mit einer Tanzeinlage als "Cowboy und Indianer" und bei den Klängen von "Heidi" wirkte sogar eine echte Geiss auf der Bühne mit. Selbst einen Schuhplattler mit nahezu akrobatischen Einlagen führten die Musiker auf, und Manuel Denz spielte mit Hilfe von Christoph Behringer und Markus Schlegel gleich auf zwei Trompeten gleichzeitig.
Bayerisch hin oder her, selbstverständlich durfte das Badnerlied an einem solchen Abend nicht fehlen, und auch die französischen und spanischen Freunde wurden in ihren Landessprachen begrüßt und mit ihren Nationalhymnen willkommen geheißen. Schunkelwalzer im Wechsel mit Stücken, die zum Mitklatschen geradezu zwangen, brachten die Stimmung vollends an den absoluten Siedepunkt.
Um 23 Uhr verwandelte sich die Trachtenkapelle Dachsberg erneut, diesmal von der Bayrischen Gauditruppe in eine Tanzmusikformation, die mit bestem Big-Band-Sound bestach. Unvergessene Kult-hits wie "Ein Stern, der deinen Namen trägt" oder "Rote Lippen, die küssen so heiß", erzeugten auf der Tanzfläche im Nu drangvolle Enge.
Ab 24 Uhr begann dann im wahrsten Sinne des Wortes "The Final Countdown", eine Nonstop-Mitternachtsshow erster Güte mit Glanzlichtern wie "In the Mood", "Midnight Tears" und, als Abschluss, "Amazing Grace". Damit endete ein Abend, randvoll mit Musik und bester Unterhaltung, wie man ihn nur sehr selten in solcher Intensität geboten bekommt.
Autor: Karin Steinebrunner
