Bilder und Skulpturen zeigen Visionen

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 15. Januar 2011

Denzlingen

Ausstellungseröffnung mit Werken von Manuela Geugelin und Stefan Bohl im Gundelfinger Rathaus / Augenschmaus und Hörgenuss.

GUNDELFINGEN. Skulpturen und Malerei sind in der neusten Ausstellung im Gundelfinger Rathausfoyer zu sehen. Die Idee, ein gemeinsames Projekt der Künstlerin Manuela Geugelin und des Künstlers Stefan Bohl zu realisieren, hatte der Kunstverein Gundelfingen. Bereits bei der Vernissage am Mittwoch kamen viele Gäste und ließen sich überraschen.

Einen wahren Kunstgenuss für Augen und Ohren erlebten die Gäste der Vernissage im Gundelfinger Rathaus: Zum einen bewiesen Manuela Geugelin mit ihren Skulpturen und Stefan Bohl mit seinen Bildern – zusammen rund 50 Kunstwerke – ihre außergewöhnliche Kreativität. Zum anderen setzte der musikalische Rahmen durch Xenia Geugelin und Caroline Frey (beide Geige), Shi YuTang (Viola) und Nina Behrendts (Violoncello) – alle sind Schülerinnen der Freiburger Akademie für Begabtenförderung – der Veranstaltung einen besonderen Akzent. Virtuos spielten das Quartett Musikstücke der Komponisten Joseph Haydn und Erwin Schulhoff, die den ausgestellten Kunstwerken eine musikalische Dimension verliehen. "Diese imponierende Ausstellung und die Präsentation durch die überaus talentierten Musikerinnen ergänzen sich prächtig", freute sich Bürgermeister Reinhard Bentler.

Gleich nach Eintreten in das Rathausfoyer wird der Betrachter gefangen genommen von Bildern, deren Farben eher dunkel erscheinen, und von geschmiedeten Figuren aus Metall. "Dies ist eine eher untypische Ausstellung", erklärt die Kunstverein-Vorsitzende Ulrike Bach, "und eine echte Herausforderung gleich zwei Einführungen zu gestalten". Die Gemeinsamkeit der beiden Künstler, die darauf bedacht sind, in ihren Kunstwerken eine eigene Welt zu schaffen, erleichterte ihr die Aufgabe. So malt Stefan Bohl in Öl Horizonte, wobei er je nach Stimmung seine Farbauswahl trifft. Eines jedoch haben alle seine Bilder gemein: das aufscheinende Licht am Horizont. Es durchdringt die Tiefen der Erde, leuchtet auf wie Feuer oder scheint sanft wie eine aufgehende Sonne. "Stefan Bohl malt ins Bild gebrachte innere Landschaften oder Ereignisse, die vor dem Blick des Betrachters auftauchen, zum Verweilen einladen und die anregen wollen zu erforschen, was sich hinter der imaginären Grenze verbirgt", verdeutlicht die Vorsitzende. Der Künstler lebt seit 1994 in Gundelfingen. Er ist als Heilpädagoge an einer Schule tätig und arbeitet seit Jahren ehrenamtlich beim Behindertenprojekt "Talisman/Istok" im sibirischen Irkutsk mit.

Die Skulpturen, manche konkret, andere abstrakt, fertigt Manuela Geugelin aus Messing, Kupfer oder Bronze. Die Arbeiten der Künstlerin die abstrakten Bildern von Stefan Bohl ergänzen sich ideal . Mit dem Hammer bearbeitete sie das Metall, bis es sich von selbst zu einer Form biegt, windet, höhlt und sich auf der Oberfläche strukturiert, erläuterte Bach die technischen Fakten zum Erstellen der Kunstwerke. Die Oberfläche versieht sie mit künstlicher Patina oder brennt mit dem Bunsenbrenner Strukturen ein. Um bestimmte Effekte zu erreichen, reibt sie auch an manchen Stellen den Ruß mit einem weichen Lappen wieder ab, bis das Metallsichtbar wird und durch die wechselnde Farbgebung die plastische Form erhöht wird.

"Die Bedeutung dieser Werke ist ebenso offen wie die Horizont-Bilder von Stefan Bohl und stellen damit eine Verbindung vom Dreidimensionalen zum Zweidimensionen her", sagt die Kunstverein-Vorsitzende und Kunstkennerin zu Geugelins abstrakten Skulpturen.

Hinweis: Die Ausstellung im Rathaus ist bis zum 16. Februar montags bis freitags von 8 bis 16, mittwochs bis 18 Uhr zu sehen.