Bürgermeisterwahl Denzlingen

Markus Hollemann bleibt Bürgermeister von Denzlingen

Max Schuler

Von Max Schuler

So, 21. Mai 2017 um 19:25 Uhr

Denzlingen

Die Denzlinger haben gewählt: Markus Hollemann bleibt Bürgermeister von Denzlingen. Er sicherte sich 43,52 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,17 Prozent.

Markus Hollemann (ÖDP) bleibt Bürgermeister von Denzlingen. Im zweiten Wahlgang holte er die meisten Stimmen. Mit 43,5 Prozent (2627 Stimmen) landete er vor dem Grünen-Kandidaten Thomas Pantel, der 36,7 Prozent holte (2216 Stimmen). Dritter wurde der parteilose Christoph Kern mit 19,8 Prozent (1192 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag mit 55,2 Prozent etwas niedriger als im ersten Wahlgang (57,8 Prozent).

Jubel und vereinzelte Buhrufe nach der Wahl

"Ich will ein Bürgermeister für alle Denzlinger sein." Markus Hollemann
Nachdem das Wahlergebnis auf dem Rathausbalkon verkündet wurde, brandete auf dem Platz darunter Jubel auf – nur vereinzelt waren ein paar Buhrufe zu hören. Danach übertönte der Musikverein die Geräuschkulisse unter der Bürgermeistertanne. Hollemann wird auch die kommenden acht Jahre auf dem Chefsessel im Denzlinger Rathaus sitzen.

Hollemann konnte sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang wiederholen und minimal verbessern. Pantel holte zwar gute drei Prozentpunkte mehr und verkürzte damit den Abstand zum Amtsinhaber, konnte ihn aber nicht von der Spitzenposition verdrängen. Kern verlor gegenüber dem ersten Wahlgang mehr als 300 Stimmen und bekam fast vier Prozentpunkte weniger.

"Ich will ein Bürgermeister für alle Denzlinger sein", sagte Hollemann auf dem Rathausbalkon. Man merkte Hollemann die Strapazen der vergangenen Wochen an. Hollemann dankte seiner Frau, die mit ihm durch die "harte, schwere und anstrengende Zeit" gegangen sei. Er freue sich auf die kommenden acht Jahre und die Begegnungen mit den Denzlingern.

"Die Demokratie und Denzlingen können stolz darauf sein, dass wir drei gute Kandidaten hatten." Markus Hollemann
Im Gespräch mit Pressevertretern nach dem Wahlsieg sagte Hollemann, dass er die "Ärmel noch höher krempeln wolle und die begonnenen Arbeiten fortsetzen möchte." Ein großes Thema sei der "Grüne Baum" und die Ortsmitte, die er attraktiver machen möchte. Flexibilisierung und Ausbau der Kinderbetreuung seien ihm wichtig, und das Voranbringen des Neubaugebiets Käppelematten/Unterm Heidach. "Das wichtigste von allen Themen ist, dass wir das Miteinander in der Gemeinde weiter pflegen", so Hollemann. Bei der Wahlbeteiligung sei weiterhin "Luft nach oben". "Ich baue darauf, dass wir nach dem Wahlkampf und nach dieser Stimmungsmache wieder in den Arbeitsmodus zurückkehren", so der neue, alte Bürgermeister. "Die Demokratie und Denzlingen können stolz darauf sein, dass wir drei gute Kandidaten hatten", sagte Hollemann – zumal in anderen Gemeinden Kandidatenmangel herrsche.

"Dass es gegen einen Amtsinhaber schwierig werden würde, war von Anfang an klar", sagte der Zweitplatzierte Thomas Pantel im Gespräch mit der BZ. Enttäuscht sei er daher nicht, zumal er sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang leicht verbessern konnte. "Ich denke, da habe ich mich ganz respektabel geschlagen und kann damit gut leben, auch wenn ich es mir natürlich anders gewünscht hätte", so Pantel. Er dankte seinem Team. Auf die Frage, ob ihm eine echte Stichwahl gegen Hollemann lieber gewesen wäre, antwortete Pantel: "Diese Frage stellt sich nicht. In anderen Bundesländern gibt es eine Stichwahl, in Baden-Württemberg eben nicht. Diese Rahmenbedingungen muss man eben akzeptieren." Er wünsche Hollemann Gottes Segen für die nächste Amtszeit. Er selbst werde weiter im Gemeinderat für die Fraktion der Grünen sitzen, seinen Beruf als Rechtsanwalt ausüben und die Ehrenämter wahrnehmen.

Kern will 2019 in den Gemeinderat

Der Drittplatzierte Christoph Kern hatte sich für den zweiten Wahlgang mehr erhofft, wie er gegenüber der BZ sagt: "Ich hatte erwartet, dass ich mehr punkten kann. Das ist mir aber offensichtlich nicht gelungen." Dafür, dass ihn vor der Wahl aber kaum einer kannte, zeigte er sich insgesamt zufrieden mit den Ergebnissen, auch wenn er beim zweiten Wahlgang weniger Stimmen erhielt. "Schade finde ich die geringe Wahlbeteiligung. Ich hätte mir erhofft, mehr Menschen mobilisieren zu können", so Kern. Er spiele jetzt mit dem Gedanken, 2019 bei der Kommunalwahl für den Gemeinderat zu kandidieren. "Das ist absolut ein Thema für mich", so Kern. Vorerst wolle er allerdings seine Parteiunabhängigkeit bewahren und keine Aussage treffen, auf welcher Wahlliste er sich gerne aufstellen lassen würde.

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