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03. Dezember 2011

"Der ideologische Streit ist passé"

Kultusstaatssekretär Frank Mentrup (SPD) zu Besuch in der Integrativen Walddorfschule.

  1. Kultusstaatssekretär Frank Mentrup (links) beim Besuch in der Integrativen Waldorfschule. Das Ziehen von Kerzen verfolgt er hier mit Schulgeschäftsführer Michael Löser. Foto: Marius Alexander

EMMENDINGEN. Die Integrative Waldorfschule Emmendingen hegt Hoffnungen, dass sie künftig vom Land finanziell besser ausgestattet wird. Kultusstaatssekretär Franz Mentrup (SPD) versicherte bei einem Besuch der Schule am Freitag, dass im kommenden Jahr die Voraussetzungen für ein neues Schulgesetz geschaffen werden. Damit sollen auch die Anforderungen an die Inklusion von Schülern mit Behinderungen berücksichtigt werden. Der Emmendinger Schule, die noch immer in juristischen Auseinandersetzungen mit dem Land steckt, attestierte Mentrup "ein bisschen wie eine Pionierin" zu sein.

Nach dem Regierungswechsel spürt die Emmendinger Schule ein wenig Aufwind. Jedenfalls sagte Mentrup, dass die Zeiten der ideologischen Auseinandersetzungen über den Sinn inklusiver Ansätze vorbei seien. Nun gehe es darum, administrative, juristische und finanzielle Fragen zu klären, um schließlich den Ansatz der Inklusion in ein neues Schulgesetzt fließen zu lassen. Was die finanziellen Leistungen des Landes anbelange, solle es künftig in Zukunft nur noch einen Fördertopf geben − ganz gleich, ob es sich um Einzelfalllösungen, um Regelungen in sogenannten Außenklassen, in Förderschulen, in Regel- oder Privatschulen handele. Kurzum: Es müsse eine Lösung für alle Betroffenen gefunden werden.

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Mentrup geht davon aus, dass ein neues Schulgesetzt zum Beginn des Schuljahres 2013/2014 greifen werde. Allerdings mahnte Michael Löser, Geschäftsführer der Emmendinger Schule, neben Sorgfalt bei der Ausarbeitung auch eine rasche Änderung der unbefriedigenden Situation an. Die Emmendinger Schule habe alleine in den zurückliegenden Jahren gegenüber einer Regelschule Einnahmeausfälle in einer Größenordnung von 400 000 Euro erleiden müssen, schreibt Löser in einer schriftlichen Stellungnahme. Deshalb habe die Schule gegenüber den mündlichen Zusagen des Staatssekretärs "weitergehende Hoffnungen", schließlich sei sie seit Jahren "ein Modell unter nicht optimalen Bedingungen". An der Schule werden rund 280 Schülerinnen und Schüler und davon etwa knapp 50 mit Behinderungen unterrichtet.

Wie Christian B. Schad, der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen, am Rande des Besuchs sagte, sei es für die Verbände vollkommen unverständlich, dass die neue Landesregierung lediglich 7,5 Millionen Euro mehr lockermachen wolle. Allein für eine Angleichung an staatliche Regelschulen wären 50 Millionen nötig.

Autor: Marius Alexander