Neuregelung

Anspruch auf Haushaltshilfe nach Klinikaufenthalt

Eckhard Stengel

Von Eckhard Stengel

Di, 24. November 2015 um 00:01 Uhr

Deutschland

Wer sich nach einem Krankenhausaufenthalt zunächst noch nicht selbst zu Hause versorgen kann, hat von 2016 an Anspruch auf eine Haushaltshilfe und auf Nachsorge durch einen Pflegedienst.

Auf diese Neuregelung für gesetzlich Krankenversicherte hat jetzt der Bremer Verein Ambulante Versorgungsbrücken hingewiesen.

Der neue Anspruch wurde im Zuge der Krankenhausstrukturreform eingeführt. Laut Bundesgesundheitsministerium gilt er nicht nur für frisch aus der Klinik Entlassene, sondern auch für jene Patienten, die gerade einen ambulanten Eingriff hinter sich haben oder die zu Hause schwer erkranken, etwa an einer schweren Grippe. Wenn sie sich weder selbst versorgen noch auf Helfer aus ihrem Umfeld zurückgreifen können, dann organisiert bei Bedarf künftig die Krankenkasse die nötige Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

In der Regel kommen die Helfer für höchstens vier Wochen ins Haus. Wenn ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt lebt, verlängert sich der Anspruch auf ein halbes Jahr, ebenso wenn zu der Familie ein älteres Kind gehört, das behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Falls sich die ambulante Versorgung in der eigenen Wohnung nicht ausreichend gewährleisten lässt, können die Patienten stattdessen in ein Pflegeheim gehen. Diese stationäre Kurzzeitpflege dauert künftig maximal acht Wochen. Mit der Neuregelung wird laut Gesundheitsministerium eine Versorgungslücke für jene Patienten geschlossen, die "ohne Unterstützungspotentiale durch Personen in ihrem sozialen Umfeld" leben – entweder, weil sie alleinstehend sind oder weil ihre Lebenspartner sich nicht um sie kümmern können. Für wie viele Stunden am Tag die Kassen in solchen Notlagen künftig eine Haushaltshilfe bezahlen, hängt vom Einzelfall ab, sagte ein Ministeriumssprecher.