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16. Januar 2012

Rechter Terror

Bundesanwalt: Tschäpe war keine Randfigur

Ermittlungen zum Terrortrio.

KARLSRUHE (dpa). Die mutmaßliche Rechtsextremistin Beate Zschäpe ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft bis zum Schluss in der Zwickauer Terrorzelle aktiv gewesen. "Aufgrund der weiteren Ermittlungen sind wir überzeugt, dass sie die terroristische Vereinigung NSU mitbegründet hat und sich auch bis zum Ende an ihr beteiligt hat", sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Marcus Köhler.

Die inhaftierte 36-Jährige muss nun befürchten, auch wegen versuchten Mordes angeklagt zu werden. Nach Informationen des TV-Magazins Panorama und der Süddeutschen Zeitung prüfen die Ermittler, ob sie den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung auf versuchten Mord erweitern. Dies könnte sich damit begründen lassen, dass Zschäpe beim Abfackeln ihrer Zwickauer Wohnung Anfang November den Tod einer Nachbarin in Kauf genommen habe. Die Strafverfolger gehen ferner davon aus, dass Zschäpe in die Taten der mit ihr zusammenlebenden Mörder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos eingeweiht war. Kurz vor einem Mord in München soll sie die beiden Männer angerufen haben.

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Nach Informationen des Spiegel haben Mundlos und Böhnhardt ihre Mordserie womöglich nach dem Vorbild amerikanischer Rassisten geplant. Nach einem Bericht des Focus wollte der NSU Rechtsextremisten anwerben, die sich an Verbrechen gegen Ausländer beteiligen. Das lege ein bislang unveröffentlichter Filmausschnitt nahe.

Autor: dpa