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25. Juli 2011 07:41 Uhr

Glosse

CDU wirbt mit dem Slogan "C wie Zukunft"

Hat da jemand an seinen Fotoprogramm herumgespielt und will die Politik auf die Schippe nehmen? Nein. Das ist Wahlkampf, ernst gemeinter Wahlkampf: Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern wirbt mit dem Slogan "C wie Zukunft".

  1. C wie Zukunft: Die CDU Mecklenburg-Vorpommern stellt auf ihrer Website das neue Wahlplakat vor. Foto: Screenshot: www.cdu-mecklenburg-vorpommern.de

  2. „Ich kaufe ein C“: Einkaufstüten der CDU ( … in diesem Fall aus Nordrhein-Westfalen). Foto: dapd

  3. Lorenz Caffier, Spitzenkandidat der C(!)DU in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: dpa

Vielleicht waren führende Christdemokraten aus dem deutschen Nordosten schon einmal im tiefen Südwesten und haben sich an dem markanten – übrigens zu Zeiten einer CDU-Landesregierung entstandenen – Sinnspruch ergötzt, demzufolge die Baden-Württemberger alles könnten. Außer Hochdeutsch. Und vielleicht haben sie sich gedacht: Was den Badenern und Schwaben Recht ist, ist den Mecklenburgern und Vorpommern billig – und warum Rechtschreibung exerzieren, wenn andere hemmungslos in ihren Dialekt verfallen?

Auf jeden Fall aber haben sich die Schweriner Wahlkampfstrategen daran erinnert, dass ihr Spitzenkandidat Caffier heißt, Lorenz Caffier. Ein schöner Name, zweifellos. Klangvoll, mit französischem Charme, weltgängig. Und nicht so gewöhnlich wie, zum Beispiel, Zimmermann. Nur: Im Gegensatz zu Zimmermann fängt Caffier mit dem Buchstaben C an. Das ist das Problem. Denn das Wort Zukunft, um das sich der Wahlkampf der CDU rankt, beginnt mit Z. Wirklich ein Problem? Ach was. Was nicht passt, wird passend gemacht. C wie Zukunft. Zum auf der Zunge zergehen lassen. (Foto auf der CDU-Webseite)

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"Leck mich am A, B, Zeh"

C wie Zukunft also: Mit diesem Spruch wird die CDU Mecklenburg-Vorpommern Berühmtheit erlangen, bundesweit. Wetten? Wetten, dass der neue Slogan, der seit Sonntag stolz auf der Homepage des Landesverbandes prangt, bis Mitte der Woche in aller Munde sein wird? Oder genauer: Er wird in allerlei Facebook-, Twitter- und Google-Plus-Kanälen auftauchen, wird zum Schenkelklopfer auf – wir machen hier mal den Anfang – Nachrichtenportalen und in Glossenspalten werden. Und irgendwann wird er der CDU peinlich sein. Sie wird die Kampagne klammheimlich eindampfen, und manch einer ihrer Wahlkampfmanager wird einen himmelschreienden Hit der Mädchenband Tic Tac Toe vor sich hingrummeln. Die textete im Jahr 1996 nichts anderes als: "Leck mich am A, B, Zeh".

Autor: Karl Heidegger