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21. Juni 2012 16:50 Uhr

Hintergrund

Der Lärm entsteht am Rad

Technisch gesehen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Lärm im Zugverkehr.

Regelmäßiges Schleifen der Schienen kann den Lärm um bis zu drei Dezibel reduzieren. Das gleiche Ergebnis bringt ein Lärm- und Erschütterungsschutz an den Schwellen. Außerdem sind alle Lokomotiven und Steuerwagen mit einem sehr gut funktionierenden System zum Schmieren der Spurkränze der Räder ausgerüstet, die den Lärm ebenfalls mindert.

Bei den Rädern alter Güterwagen besteht das Problem darin, dass, anders als eine Scheiben- oder Trommelbremse im Auto, die Zugbremse auf die Lauffläche des Rades greift. Und zwar Gusseisen auf Stahl. Der Verschleiß entsteht mithin auf der Lauffläche, durch Druck, unregelmäßigen Abrieb, Verunreinigungen. Viele neuere Güterwagen, alle Reisezugwagen und alle neueren Loks haben Scheibenbremsen.

Die Industrie hat in den 70er Jahren die ersten Bremsklötze aus Kunststoff entwickelt. 1974 wurden Loks der Baureihe 290 erstmals mit Komposit-Sohlen ausgerüstet. Die sogenannte K-Sohle zeichnet sich zwar durch einen sehr viel niedrigen Lärmpegel aus, aber die Bremswirkung ist geringer als die der Graugussbremse. Deshalb musste die pneumatische Bremsanlage der Fahrzeuge mit erheblichem Kostenaufwand umgebaut werden.

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Preiswerter ist die LL-Sohle. Hierbei handelt es sich um einen Sinter-Bremsklotz aus einer Kunststoff-Metall-Mischung. Die LL-Sohlen, die seit 2003 europaweit getestet werden, können ohne Umbau der Bremsanlage gegen die Graugussklötze ausgetauscht werden. Leider sind sie immer noch nicht zugelassen.
(siehe Interview).(überarbeitet am 22. Juni, 16.50 Uhr)

Autor: fs