Die Benefizgala der Bürgerstiftung Lörrach war ein glanzvoller Abend

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mo, 11. Februar 2019 um 09:27 Uhr

Lörrach

Gut gegessen und gefeiert wurde beim Benefizabend der Bürgerstiftung Lörrach. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Rauschmittel, Gerhard Sauer, wurde mit dem Bürgerpreis geehrt.

"Zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger" haben am Samstag die Gäste der Benefiz-Gala der Bürgerstiftung Lörrach im Burghof angestoßen. Im feierlichen Rahmen dieses gesellschaftlichen Anlasses bekam der Vorsitzende des Arbeitskreises Rauschmittel (AKRM), Gerhard Sauer, den Bürgerpreis überreicht.
Auch mit ein paar kleinen Änderungen fühlte sich am Samstag alles an wie immer. Die Bürgerstiftung hatte sich mit den beteiligten Wirten überlegt, wie man – auch wenn es zunächst nicht so aussah – das geschätzte Konzept fortführen könnte. Will meinen, die Gäste gehen bei Vorspeise, Zwischengericht und Hauptgang jeweils durch die Tischreihen, stellen sich an der Ausgabestelle der gewählten Speise an und betreiben dort dann entweder innerhalb der eigenen Schlange oder mit Leuten aus der Nachbarschlange Konversation. Währenddessen werden rechts und links schon verführerisch aussehende Teller an einem vorbeigetragen, die den Appetit noch steigern.

Die Wirte zauberten

Zubereitet und angerichtet wurden am Samstag Gaumenkitzler wie marinierte Rote Bete mit Ziegenkäse-Crumble, Apfel-Chardonnay-Dressing und Frisée, Kokos-Zitronengrassuppe mit Garnele oder Entenbrüstli auf Buchenholz geräuchert an Orangenjus mit Lauchgemüse und Süßkartoffelpüree. Markus Dorner (Restaurant Kranz, Lörrach), Rainer P. Wiedmer (Hotel Restaurant Krone, Inzlingen), Sonja Hechler (Restaurant Krone, Weil am Rhein), Marco Weiß (Restaurant Maien, Tüllingen) und Simone Beha (Restaurant Wasserschloss, Inzlingen) und ihre Familien hatten all das unter den schwierigen, weil für so viele Wirte auf einmal unglaublich beengten Verhältnissen im Burghof auf die Teller gezaubert.

Die Unsicherheit bei den Veranstaltern, ob das funktionieren würde, löste sich bald in Luft auf. Denn die Gäste hielten der Veranstaltung die Treue – auch zu dem ungewohnten Termin. Man sei froh, dass man sich in den Befürchtungen getäuscht habe, stellte die Bürgerstiftungs-Vorsitzende Ute Lusche fest. Und der Stiftungsratsvorsitzende André Marker berichtete, dass die Tische genauso schnell belegt waren wie früher auch.

Bank-Auszubildende übernahmen den Service

Zu dem unterhaltsamen und genussreichen Abend im Kreise von Bekannten oder Freunden gehörte auch wieder eine Tombola – dieses Mal mit deutlich mehr, nämlich auf 41 aufgestockten Preisen, ein Apéro mit Musik (Steffi & Marco), musikalische Begleitung der Gänge durch Brigitte Schnabel und Florian Metz, das Moderationsduo Matthias Zeller und Karsten Kleine sowie die Möglichkeit, zur Musik von Steffi Lais und Band das Tanzbein zu schwingen.

Und weil auch wieder die Auszubildenden von Sparkasse und Volksbank sich um den Service an den Tischen kümmerten und von 23.30 Uhr an ein ehrenamtlicher Shuttleservice die Gäste auf Wunsch nach Hause brachte, und weil die Damen erneut mit einer Rose verabschiedet wurden, würde Miss Sophie sagen: "The same procedure as every year" – nur eben im Februar statt im Oktober.

Ältester Träger der Suchthilfe deutschlandweit

Und auch das ist bereits gute Tradition: Die Benefiz-Gala bot der Bürgerstiftung einen würdigen Rahmen für die Verleihung des Bürgerpreises, der heuer Gerhard Sauer zugedacht wurde. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Rauschmittel, der sich im Landkreis Lörrach um Abhängige illegaler Drogen kümmert, habe dem Verein Struktur gegeben, ihn professionalisiert und für die finanzielle Gesundung gesorgt, sagte André Marker bei seiner Laudatio. Er ist nicht bloß Stiftungsratsvorsitzender bei der Bürgerstiftung, sondern auch Sauers Stellvertreter im AKRM. Auch das Projekt Kisel für Kinder suchtkranker Eltern fußt auf einer Initiative Gerd Sauers. Der Geehrte hatte nach eigenen Angaben überlegt, ob er den Preis überhaupt annehmen sollte. Er tat es dann doch, und zwar "in Dankbarkeit für seinen Verein, den ältesten Träger auf dem schwierigen Gebiet der Suchthilfe deutschlandweit". Gerhard Sauer betonte die hervorragende Qualität der engagierten Mitarbeiter, denen er "mit ganzem Herzen einen Teil der Ehrung weiterleitete".

Ute Lusche berichtete zu Beginn der Gala über die Arbeit der Bürgerstiftung. Als nächstes Projekt steht die Unterstützung des Baus eines Lörracher Museumsdepots an, damit die einzigartige, in dreißig Jahren durch bürgerschaftliches Engagement zusammengetragene Sammlung von mehr als 50 000 Objekten endlich einen Ort bekommt, an dem sie sachgerecht gelagert werden kann. Vielleicht, so überlegte die Vorsitzende, könne sie ja auch durch den ein oder anderen Ankauf erweitert werden. Dazu braucht die Stiftung viel Geld – Geld, für das die Gala am Samstag mit Eintritt, Spenden und dem Losverkauf eine wichtige Einnahmequelle ist.

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