Einschulung

Die Erstklässler kommen – so wie Marie, Max und Leander in die Schönbergschule

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Do, 13. September 2018

Freiburg

Die Erstklässler kommen – so wie Marie, Max und Leander in die Schönbergschule.

FREIBURG. Nicht nur für Marie, Max, Leander (alle 6 Jahre alt) und die anderen Erstklässlerinnen und Erstklässler an der Schönbergschule in St. Georgen war ihr erster Schultag gestern ein besonderer Tag: Auch viele Verwandte und Freunde waren bei der Einschulungsfeier in der Festhalle dabei. Fotografieren allerdings durften sie wegen des neuen Datenschutzgesetzes erst danach – zum Beispiel, als Marie, Max und Leander ihnen das Klassenzimmer der 1c zeigten. So ähnlich geht’s in dieser Woche an allen Grundschulen zu.

In den ersten zwei Reihen leuchtet es in vielen Farben, unter anderem in Rot, Grün, Blau und öfters in Rosa: Die Schultüten, die alle Erstklässler in der Hand halten, sind bunt und manchmal sehr fantasievoll. Die von Max ist blau und hat ein Monstergesicht – aber ein lustiges, keines zum Gruseln. Er hat die Schultüte mit anderen zusammen selbst gebastelt.

Vorn auf der Bühne singen und trommeln die Zweitklässler und winken den Neuen zu. Dann ruft die Schulleiterin Sonja Dechau nacheinander alle Erstklässler auf die Bühne – erst die von der 1a, dann alle von der 1b und am Schluss Marie, Max, Leander und die anderen von der 1c. Auch Dlin (7) ist in der 1c, ihre Mutter sitzt im Publikum und versteht noch nicht viel Deutsch: Dlins Familie ist aus dem Irak geflüchtet. Für Dlins ersten Schultag hat ihr älterer Bruder Faisal (14) freibekommen, er geht in die Vigelius-Gemeinschaftsschule in Haslach spricht fließend Deutsch und übersetzt der Mutter das Wichtigste. An seinen eigenen ersten Schultag erinnert sich Faisal nicht, denn im Irak wird der nicht gefeiert. Er ist sehr froh, dass er jetzt in eine deutsche Schule geht: "Im Irak schlagen die Lehrer die Kinder mit Stöcken", erzählt er.

Viel Vorfreude, aber auch ein bisschen Angst vor der Schule

Und dann verschwinden die Erstklässler. Sie haben ihre erste Schulstunde, die Eltern und anderen Gäste werden vom Förderverein bewirtet und warten. Richtig spannend wird es, als irgendwann alle im ersten Stock vor den Klassenzimmern stehen – an der Tür der 1c hängt ein Willkommensschild mit Sonne, Wiese und blauem Himmel. Einige Eltern zücken Fotokameras und Smartphones und fotografieren: die Tür des Klassenzimmers, die Kleiderhaken für ihre Kinder, an denen deren Namen kleben. Marie, Max und Leander haben sich auf die Schule gefreut, erzählen Maries Mutter Susanne Maerz, Max’ Mutter Kathrin Grupp und Leanders Mutter Christine Dierks.

Sie kennen sich, weil ihre Kinder in der Kita Freunde wurden. Jetzt sind die drei in derselben Klasse und freuen sich darüber. Ein bisschen aufgeregt und ängstlich waren die Kinder aber auch: "Nachts hat mich Leander gefragt, ob er genug kann für die Schule", sagt Christine Dierks. Da ist es gut, dass seine Geschwister, neunjährige Drillinge aus der vierten Klasse, die Schönbergschule gut kennen: Lilia und ihre zwei Brüder haben wegen der Einschulung frei, und Lilia erzählt, was sie am liebsten mag: Sport, das Zirkusprojekt und ihren Lehrer.

Die Lehrerin von Marie, Max und Leander ist Bärbel Schubert. Sie gibt ihren neuen Schülern gleich die erste Hausaufgabe mit, bevor sich irgendwann die Tür öffnet und alle ins Klassenzimmer strömen – sie sollen daheim die Schultüten aus Papier ausmalen, die sie in der ersten Schulstunde ausgeschnitten und zusammengeklebt haben. Max hat es prima gefallen. Als Bastel-Fan kann er sich auf die nächsten Schultage freuen, denn Bärbel Schubert will mit der 1c weiter basteln. Außerdem plant sie Kennenlernspiele, und auch der erste Buchstabe steht auf dem Programm – das L. Mathe kommt erst in der zweiten Woche dazu.

Bevor es weitergeht, können die Erstklässler erstmal noch feiern: so wie Marie, die mit ihren Eltern, dem kleinen Bruder Matti (3) und anderen Verwandten Pizzaessen geht, wie es ihr Wunsch war. Dann kann sie endlich ihre rosafarbene Schultüte auspacken, darauf wartet sie schon lang. Ihre Eltern haben unter anderem Radiergummis, eine Schere und das "Eiskönigin"-Schreibset reingepackt, das sie haben wollte. Und natürlich Süßigkeiten, wie es sich für eine Schultüte gehört.