Ausstellung

Die Freiburger Fotografin Carlotta Huber zeigt Bilder starker indischer Frauen in der Gundelfinger Raiffeisenbank

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Do, 04. Mai 2017

Gundelfingen

Auf Deutschlandbesuch sind derzeit zwei Ordensleiterinnen der Partnerorganisation der Gundelfinger „Indienhilfe – Wasser ist Leben“. Vom 6. bis 9. Mai sind die Mary-Schwestern in Gundelfingen zu Gast. Anlässlich des Besuchs gibt es eine Foto-Ausstellung unter dem Titel „Indien braucht starke Frauen“ im Strategiehaus der Raiffeisenbank Gundelfingen zu sehen. Andrea Steinhart sprach vorab mit der 17-jährigen Freiburger Fotografin Carlotta Huber.

GUNDELFINGEN. Auf Deutschlandbesuch sind derzeit zwei Ordensleiterinnen der Partnerorganisation der Gundelfinger "Indienhilfe – Wasser ist Leben". Vom 6. bis 9. Mai sind die Mary-Schwestern in Gundelfingen zu Gast. Anlässlich des Besuchs gibt es eine Foto-Ausstellung unter dem Titel "Indien braucht starke Frauen" im Strategiehaus der Raiffeisenbank Gundelfingen zu sehen. Andrea Steinhart sprach vorab mit der 17-jährigen Freiburger Fotografin Carlotta Huber.

BZ: Sie und Ihre Kamera waren Anfang des Jahres zu Besuch bei den Mary-Schwestern in Indien. Wie sind Sie dazu gekommen?

Huber: Am Anfang stand der Wunsch, für ein soziales Projekt im Ausland zu arbeiten. Zunächst habe ich mir die großen Hilfsorganisationen angesehen und festgestellt, dass die schon mit recht guten Bildern versorgt sind. Dann bin ich auf den kleinen Verein "Wasser ist Leben" aus Gundelfingen gestoßen, und es hat sofort gepasst. Der Verein kann gute Fotos für die Homepage, Ausstellungen in Schulen und Vorträge brauchen. Alles in allem hat die Vorbereitung etwa ein halbes Jahr gedauert.

BZ: Was haben Sie in Indien gemacht?

Huber: Schule, Kinderheim, Altenheim, Berufsausbildung, Krankenversorgung – die Arbeit der Marys, die mit Gundelfinger Spendengeldern unterstützt werden, ist recht umfangreich. Die Nonnen haben mir alle Stationen in Mumbai und der Umgebung gezeigt. So konnte ich auch den Alltag der Mädchen dokumentieren, die aus ärmsten Verhältnissen kommen. Viele sind Waisen.

BZ: Was hat Sie bei dem Aufenthalt am meisten beeindruckt?

Huber: Der Schlafraum einer Familie, die in den Slums wohnt. Ein Junge, etwa in meinem Alter, hat mich in den Oberstock geführt und mir das kleine Zimmer gezeigt. Dort schlafen neun Menschen auf nur etwa acht Quadratmetern. Die Vorstellung war tatsächlich bedrückend. Aber auch die Fröhlichkeit der Menschen hat mich fasziniert. Auch wenn ihnen zum Leben fast nichts bleibt, sie in einer einfachen Hütte wohnen und sie oft nicht richtig satt werden, so lassen sie sich ihren Lebensmut nicht nehmen. Alle waren sehr offen und nett zu mir.

BZ: Wie finden Sie gute Motive?

Huber: In Indien war vor allem Schnelligkeit gefragt. In dieser wuseligen Atmosphäre blieb nicht viel Zeit für die Wahl des richtigen Standpunkts oder der perfekten Perspektive. Ich habe meine Erfahrung genutzt und viele Bilder gemacht. Von mehr als 7000 Aufnahmen haben es 400 in die engere Auswahl geschafft. Völlig zufrieden bin ich vielleicht mit etwa 50 Fotos. In der Raiffeisenbank zeige ich Motive, bei denen die Lebensumstände der Mädchen im Fokus stehen.

BZ: Welches ist das beste Foto Ihrer Reise?

Huber: Es ist tatsächlich ein Zufallstreffer. Ich trete gerade aus einer kleinen Slumschule, die mir die Marys gezeigt haben, und da kommt diese Frau in der schmalen Gasse auf mich zu. Sie schaut mich an, ich nehme Blickkontakt auf und setzte die Kamera an. Sie richten noch kurz das Kopftuch und lächelt mich mit ihrem fast zahnlosen Mund an. Perfekt. Dieses Bild wird allerdings erst in einer zweiten Ausstellung im Freiburger Goethe-Institut zu sehen sein.

BZ: Was wollen Sie dem Betrachter anhand Ihrer Bilder verdeutlichen?

Huber: Die Lebensumstände vieler Menschen in Indien sind extrem. Das gilt vor allem für Mädchen aus armen Verhältnissen. Ohne die Hilfe von Organisationen wie die der Marys haben sie ein trauriges Schicksal. Auf meiner Reise konnte ich einen tiefen Einblick in diese Welt gewinnen und möchte das den Menschen hier zeigen. Jedes Bild erzählt eine kleine Geschichte, deshalb gibt es ein Papier mit weiteren Informationen zu den einzelnen Fotos.

Info: Die Foto-Ausstellung wird am kommenden Montag, 8. Mai, um 17.30 Uhr im Strategiehaus der Raiffeisenbank in Gundelfingen eröffnet. Die Bilder können bis am 2. Juni besichtigt werden.