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16. Juni 2012

Die Straße wird komplett neu gemacht

Wiesengrund kostet Gemeinde bis zu 30 000 Euro mehr.

BREITNAU. Eine schwierige Abwägung hatte der Gemeinderat zu treffen. Soll der Asphaltbelag im Wiesengrund nur wie vorgesehen erneuert oder aber komplett saniert werden. Nach einer langen Diskussion entschied sich das Gremium mit sechs zu drei Stimmen für die Komplettlösung. Die Mehrkosten von bis zu 30 000 Euro muss die Kommune tragen.

Mit den Arbeiten zur Erschließung des Baugebiets Bergacker wird im Wiesengrund auch die Wasserleitung neu verlegt. Gleichzeitig werden eine Leitung für die Nahwärmeversorgung sowie ein Kabel für eine Verstärkung der Stromversorgung unter die Erde gebracht. Zudem sind 13 kleine Quergräben für Hausanschlüsse auszubaggern. Da die alte Wasserleitung kreuz und quer mal unter der Straße mal durch angrenzende Grundstücke verläuft, muss die 5,50 Meter breite Fahrbahndecke auf einer Länge von 160 Metern zu 80 Prozent aufgerissen werden.

Die Kosten dafür sind im Gesamtauftrag von knapp einer halben Million Euro für die Bergacker-Erschließung enthalten. Bei einer Baustellenbesprechung kam die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sei, gleich die gesamte Fahrbahndecke im Wiesengrund zu erneuern. Das mit der Baugebietserschließung beauftragte Unternehmen SKS, legte dazu ein Angebot vor. Die Mehrkosten belaufen sich auf netto mindestens 17 712 Euro.

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Unter einer Rubrik "Eventual Position" sind weitere 10 000 Euro vermerkt, die anfallen können. Diplom-Ingenieur Stefan Kramer vom Löffinger Ingenieurbüro Riede, erklärte: "Wir wissen nicht, wie der Unterbau ist." Möglicherweise müsse der Unterbau erneuert und eine Frostschutzschicht aufgebaut werden. Hinzu kämen Transportkosten für überschüssiges und unbrauchbares Material. SKS wolle am Montag mit der Leitungsverlegung beginnen. Das Unternehmen steht unter Zeitdruck: "Die Schlussabnahme am 14. September ist ein fixer Termin. Bis dahin muss alles fertig sein."

Bürgermeister Josef Haberstroh plädierte für eine Kompletterneuerung und hatte den Beschlussvorschlag entsprechend formuliert. Gemeinderat Christian Riesterer stellte die Frage: "Können wir uns die Mehrausgabe leisten?" Es gebe viele Straßen in schlechtem Zustand.

70 000 Euro stehen im Etat für die Straßenunterhaltung

Haberstroh verwies auf die im Haushaltplan 2012 eingestellten 70 000 Euro für Straßenunterhalt: "Dieses Geld stünde zur Verfügung." Ratsmitglied Isolde Ruf warf ein: "Die 70 000 Euro benötigen wir allein für das Flicken unserer Ortsstraßen." Sie hielt die Mehrkosten von 30 000 Euro "für sehr hoch." Franz Lickert beklagte, dass die Problematik vorhersehbar gewesen ist. "Das hätte bei der Gesamtausschreibung berücksichtigt werden müssen." Roman Müller befürchtet, dass im Zuge der Bebauung des Bergackers "tonnenschwere Lastzüge, Kranwagen, Tieflader und Betonmischer durch den Wiesengrund anfahren. Das wird die Straße in Mitleidenschaft ziehen."

Er regte ein Provisorium an, um in fünf Jahren die Fahrbahn komplett zu erneuern. Bürgermeister Haberstroh: "Das geht aus Gewährleistungsgründen nicht."Eine Zweidrittel-Mehrheit sprach sich für die sofortige Komplettsanierung aus.

Autor: Dieter Maurer