Öl, Holz, Solarthermie

Die Suche nach der richtigen Heiztechnik

Matthias Maier

Von Matthias Maier

Sa, 16. Dezember 2017 um 14:09 Uhr

Haus & Garten

Öl, Holz oder Solarthermie – zu welcher Heiztechnik sich der Umstieg lohnt, variiert von Haus zu Haus und hängt unter anderem vom Verhalten der Bewohner ab.

Hoher Verbrauch von Rohstoffen, hoher Ausstoß von Schadstoffen, hohe Wartungs- und Verbrauchskosten: Alte Heizungen belasten die Umwelt ebenso wie den Geldbeutel ihrer Besitzer. Abhilfe kann ein Heizungstausch schaffen. Welches Heizsystem dabei die meisten Vorteile bietet, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab.

In Deutschland besteht durch die Energieeinsparverordnung die gesetzliche Pflicht zum Austausch vieler veralteter Heizkessel. Dabei müssen Hausbesitzer in Baden-Württemberg das Erneuerbare-Wärme-Gesetz beachten. Das besagt, dass das neue Heizsystem nach dem Austausch mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs aus regenerativen Energien erzeugen muss – oder alternativ der Energieverbrauch des Gebäudes reduziert wird.

Welche Techniken und Energieträger finanziell und ökologisch den größten Nutzen bringen, variiert von Haus zu Haus und hängt von vielen Faktoren ab: Sind bereits Flächenheizungen, ein Pufferspeicher oder eine Photovoltaikanlage vorhanden? Wie gut eignet sich das Dach für Solarkollektoren? Eine entscheidende Rolle spielt nicht zuletzt der Wärmeverbrauch, der unter anderem von der Größe des Gebäudes, der Anzahl der Bewohner, der Wärmedämmung sowie dem Wetter abhängt. "Aus diesen Gründen kann man unterschiedliche Heizsysteme gar nicht pauschal miteinander vergleichen", sagt Florian Schmid von der Energieagentur Regio Freiburg. "Welches am besten passt, muss man für jedes Haus individuell betrachten."

Dennoch lassen sich für jede Technik Vor- und Nachteile benennen. Für kleinere Bestandsgebäude sind aktuell Ölheizungen oft die wirtschaftlichste Variante. Ein neuer Brennwertkessel inklusive Einbau ist laut Schmid ab einem Preis von etwa 6000 Euro zu haben. Der Experte gibt aber zu bedenken, dass der Ölpreis auch wieder steigen könne und mahnt: "Aus ökologischer Sicht ist eine Ölheizung eigentlich nicht mehr zu verantworten." Zwar würden die meisten Hausbesitzer ihm gegenüber angeben, durchaus etwas zum Klimaschutz beitragen zu wollen. "Mehr Geld in eine klimafreundlichere Heizung zu investieren, dazu sind jedoch nicht so viele bereit", klagt Schmid.

Denn dafür werden vergleichsweise hohe Anschaffungskosten fällig. So ist für den Einbau einer Scheitholzheizung mit Gesamtausgaben von etwa 7000 Euro zu rechnen, für eine Holzpelletheizung inklusive Sacksilo von rund 17 000 Euro. Pluspunkte sind die gute CO2-Bilanz von Holz sowie die niedrigen Verbrauchskosten.

Relativ teure Technik, günstiger Brennstoff: Daraus folgt, dass die Investition in eine Holzheizung sich finanziell umso mehr lohnt, je höher der Verbrauch ist – also vor allem für Besitzer größerer Gebäude. "Der Einbau rechnet sich aber oft auch schon bei kleineren älteren Mehrfamilienhäusern", sagt Schmid.

Ebenfalls für Gebäude mit hohem Warmwasserbedarf eignen sich Solarthermieanlagen, für deren Installation Gesamtkosten von rund 1000 Euro pro Quadratmeter Flachkollektorfläche einzukalkulieren sind. Verbrauchskosten fallen hier fast keine an. Aus ökologischer Sicht, so Schmid, sei diese Technik "das Nonplusultra".

Auch Wärmepumpen gelten als sehr klimafreundlich, vorausgesetzt, der Strom für ihren Betrieb wird aus erneuerbaren Energien gewonnen. Sie erzeugen keine Emissionen und sind in Neubauten mittlerweile die gängige Heiztechnik. Aber auch in Bestandsgebäuden kann sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnen – speziell, wenn bereits Flächenheizungen vorhanden sind, die keine hohen Vorlauftemperaturen benötigen.

Wer Zugang zu einem Gasnetz hat, kann auch auf einen Gas-Brennwertkessel zurückgreifen. Dieser erzeugt zwar weniger schädliche Emissionen als eine Ölheizung, jedoch deutlich mehr als mit regenerativen Energien betriebene Heizsysteme. Die Anschaffungskosten sind mit denen einer Ölheizung vergleichbar, die Verbrauchskosten liegen bei Gas derzeit etwas höher.

Eine umweltfreundliche Alternative sind Mikro-Blockheizkraftwerke (Mikro-BHKW). Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und erreichen vergleichsweise hohe Wirkungsgrade von mehr als 90 Prozent. Als vielversprechende Variante sieht Schmid die Brennstoffzellenheizung an. Diese Technik sollte vor allem aus ökologischer Sicht den Weg in die Zukunft weisen, so der Experte. Denn in seinen Augen könne noch mehr gegen den Klimawandel unternommen werden.