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13. Oktober 2017

Verkehrsplaner legen nach

Gedankenspiele zu Brücke und Kreisverkehren / Gemeinderat hat eigene Ideen für Hindenburgring.

  1. Der Hindenburgring soll an der Kreuzung Villinger Straße künftig so umgebaut werden, dass der Verkehr flüssiger durch die Stadt fließen wird. Michael Ruf vom Geoteam Rottweil erkundet derzeit per Probebohrungen für die Planer die tatsächliche Dicke des Asphaltbelags auf der Straße. Foto: Günter Vollmer

DONAUESCHINGEN (sja). Die Planungen für die Optimierung des Hindenburgsrings rufen alles andere als Begeisterung bei den Stadträten hervor. Zwar handelt es sich laut Stadtbaumeister Heinz Bunse um Planungen in einem sehr frühen Stadium, mit denen einfach einmal getestet werden solle, ob die Stadträte die Grundzüge mittragen würden. Doch: Zwei Ampeln im Abstand von rund 200 Metern und dazwischen noch eine Druckknopfampel für Fußgänger und Radfahrer, die später einmal vom oder zum neuen Stadtviertel "Am Buchberg" gehen oder radeln wollen?

Geht gar nicht, so die einhellige Meinung. Denn die Maßnahmen sollen ja schließlich das Staupotenzial auf der Straße, auf der täglich rund 17 000 Fahrzeuge unterwegs sind, minimieren. Und wenn die Realschule umgesiedelt ist, dann heißt das, dass morgens, wenn eh schon viel auf dem Hindenburgring los ist, auch noch die Schüler im Minutentakt die Fußgängerampel aktivieren. Die Befürchtung ist, "der Verkehr kommt in Spitzenzeiten komplett zum Erliegen", so Grünen-Stadtrat Wolfgang Kaiser.

An eigenen Ideen mangelt es im Gemeinderat nie und schon gar nicht im Technischen Ausschuss, der die Planungen für den Hindenburgring vorbereitet. "Die beste Lösung, den Hindenburgring zu einem Stadttunnel umzubauen, können wir uns ja nicht leisten", so SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Karrer. Also muss die Lösung eben oberirdisch gesucht werden. FDP-Stadtrat Roland Erndle meint, die Lösung für die Fußgänger sei eine Brücke über den Hindenburgring, so könnte der Verkehr fließen und die Hindenburgstraße trotzdem sicher überquert werden. Und anstatt in zusätzliche Abbiegespuren und eine neue Ampelanlage zu investieren, könnte man die beiden Bereiche, wo Villinger und Friedhofsstraße den Hindenburgring kreuzen, auch zu Kreisverkehren umbauen.

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Doch laut Enrico Purschke vom Planungsbüro sind in diesem Fall Ampelkreuzungen aus zwei Gründen besser als Kreisverkehre. Zum einen für die Fußgänger. Bei einer Druckknopfampel könnte man steuern, in welchen Zeitintervallen der Verkehr für die Überquerung anhalten muss. Bei einem Kreisverkehr und einem Zebrastreifen würden die Fußgänger und Radfahrer – gerade zu Schulbeginn und -ende – den Verkehr ständig zum Erliegen bringen. Laut Purschke müssten auch die Verkehrsströme im Blick behalten werden: Wo wollen die Verkehrsteilnehmer hin, wenn sie in den Kreisverkehr einfahren? Wenn zu viele Fahrzeuge sozusagen eine dreiviertel Runde fahren, blockieren sie drei Einfahrten – dann wird laut Purschke der Knotenpunkt durch einen Kreisverkehr nicht beschleunigt, sondern es kommt zu Verzögerung.

Und auch die Idee einer Brücke über den Hindenburgring stieß beim Planer auf wenig Begeisterung. Es sei schlichtweg kein Platz, um ein solches Bauwerk, das auch noch behinderten gerecht sein sollte, zu errichten. Von den Kosten einmal ganz abgesehen. Und als dann auch noch eine "Unterführung" vorgeschlagen wurde, sah Bürgermeister Bernhard Kaiser sich bemüßigt, in die Diskussion einzugreifen: "Sie waren es, die die Ausfahrt bei St. Johann verboten haben. Irgendwo muss der Verkehr hin und da gibt es nur ein Kompromiss", sagte Kaiser, der sich dagegen aussprach, mit einer Unterführung "einen Angstraum" zu schaffen.

Oberbürgermeister Erik Pauly merkte, dass es seinen Stadträten "schwerfällt", den Planungen zuzustimmen: Nun soll nachgearbeitet werden.

Die Idee, eine sichere Anfahrt über die "Riviera" zu schaffen, wurde komplett abgelehnt. "Haben sie sich das schon mal angeschaut. Ein Schüler fährt diese Steigung genau einmal hoch und dann sucht er sich einen anderen Weg", sagte CDU-Stadtrat Johannes Fischer. Auch hier sollen neue Alternativen überlegt werden.

Damit die Straße als Umfahrung für die Innenstadt funktioniert, soll der Hindenburgring durch verschiedene Maßnahmen optimiert werden. Eine Umsetzung ist nicht vor 2020 geplant. Es eilt ja auch nicht: Die neue Realschule muss ja auch noch erst geplant werden.

Autor: skk