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19. März 2009
"Musik verbindet eben"
35 Hobbymusiker nahmen am Bandworkshop des Musischen Zentrums in Ebringen teil.
EBRINGEN. Tagelang nur Musik zu machen, das allein sei schon toll, schwärmte Zashchary Zequera. Der junge Sänger aus Schallstadt nahm als einer von 35 Hobbymusikern am Bandworkshop des Musischen Zentrums Ebringen teil. Das Abschlusskonzert in der Aula der Schönbergschule begeisterte auch das Publikum.
Sechs Bands bekamen dort eine Bühne. Die Musikgruppen, die sich "Two headed cow" oder "Simply heaven" nannten, hatten sich erst am späten Freitagnachmittag zusammengefunden. Bis auf eine Ausnahme: "Sam Jazzin’" hatten sich als komplette Band angemeldet. Das ganze Wochenende konnten die Workshopteilnehmer proben, improvisieren und neue Techniken ausprobieren. "Die waren alle sehr arbeitseifrig", berichtete Benjamin Eisel, Dozent für E-Gitarre.Eisel und seine fünf Kollegen gingen nachmittags von Gruppe zu Gruppe. Sie gaben ihnen Tipps, wie manches vielleicht besser klingen könnte. "Zum Beispiel, dass man den Rhythmus nicht voll durchspielt, sondern nur einzelne Akzente setzt", beschrieb Gitarrenlehrer Jürgen Ott seine Arbeit. Vormittags trafen sich die Workshopteilnehmer nach Instrumenten sortiert. Da übten dann alle Gitarristen, Bassisten, Schlagzeuger, Keyboarder und Sänger (es waren vor allem Sängerinnen) zusammen.
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"Oft sind es nur kleine Tipps, die man bekommt, aber danach klingt es dann viel dynamischer", meinte Dirk Disch von "Sam Jazzin’". Die Band spielt seit August zusammen. Bislang aber nur im Keller im Haus von Dischs Eltern. "Das war heute unser erster Auftritt vor fremdem Publikum", betonte der 26-jährige Freiburger. Die Band meisterte ihre Premiere souverän und spielte doppelt so lange wie andere.
Jede Gruppe dürfe so viele Lieder spielen, wie sie an diesem Wochenende geschafft habe, sagte die Initiatorin des Workshops, Melanie Graule. Alle Gruppen mussten aber "Mr. Recordman" spielen. Eine Band machte eine Rockballade daraus. Eine andere – sie nannte sich "Strawberries" – spielte es im Reggae-Stil. "Der Stil war vorgegeben, das heißt jede Gruppe konnte sich für einen Stil entscheiden", so Keyboarder Alexander David. Der 16-jährige Gymnasiast aus Bötzingen nimmt schon sein halbes Leben Klavierunterricht. Er war zum ersten Mal beim Bandworkshop in Ebringen. Ein Freund habe ihn gefragt, ob er mitkomme, so David. Die Organisatoren hatten mehr Anfragen, als sie eigentlich Plätze anbieten wollten. "Es waren aber viele Schlagzeuger dabei, deshalb haben wir sie alle genommen", sagte Daniela Noeske, Geschäftsführerin des Musischen Zentrums. Die Teilnehmer waren zwischen 14 und 30 Jahre alt. Zu vergangenen Workshops kamen vor allem Jüngere. Dieses Mal waren laut Noeske "die meisten ab 20 aufwärts".
Helen Mellert war schon zum dritten Mal dabei. "Ich habe mir extra Urlaub genommen", so die 27-Jährige aus Wittnau, die im Alltag Küchen plant und verkauft. Ihr Auftritt als Sängerin wirkte aber, als habe sie nie etwas anderes gemacht. "Das lief bei uns gleich von Anfang an", schwärmte sie. Ihre fünf Bandkollegen seien zwar alle zehn Jahre jünger, "aber wir hatten keine Probleme zusammen zu finden. Musik verbindet eben".
Autor: Barbara Schmidt
