Historische Karten auf einen Blick

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Do, 24. August 2017

Efringen-Kirchen

Die Aktualisierung der Dauerausstellung im Museum Alte Schule in Efringen-Kirchen soll ab Spätherbst 2017 angegangen werden.

EFRINGEN-KIRCHEN. Die Aktualisierung der Dauerausstellung im Museum Alte Schule in Efringen-Kirchen soll ab Spätherbst 2017 angegangen werden. Für die ersten drei Museumsräume gibt es konkrete Pläne, die Museumsleiterin Maren Siegmann in einer Sitzung mit dem Museumsförderkreis vorstellte. Besonders interessant für die Bürger könnte der Kartenraum werden, in dem künftig viele historische Karten der zur Gemeinde gehörenden Teilorte ausgestellt werden sollen.

Die Räume, die zuerst attraktiver und moderner werden sollen, sind die "eiszeitliche Abteilung", der "religiöse" Raum, in dem das Modell der Efringen-Kirchener Synagoge steht, und die Räumlichkeiten, in denen derzeit noch Kunst präsentiert wird. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann die Abteilungen, bei der es um historische Vermessungen und um das Leben vor 100 Jahren im Ort geht, folgen. Die historisch eingerichtete Küche bleibt bestehen, kann aber um Gegenstände und anschauliche Ausstellungsstücke ergänzt werden.

"Die riesige Eisbedeckung im Eiszeitalter, unter der in der Eiszeit Efringen-Kirchen lag, möchte ich mit einer Winterlandschaft darstellen", berichtete Maren Siegmann. Wie sich die Menschheitsgeschichte mit Neandertaler und parallel dazu Homo sapiens darstellt, ist ein weiteres Thema. Interaktive Elemente wie Drehwürfel mit Fragen und Antworten sollen die Ausstellung ergänzen und spannend machen. "Fragen auf den Würfelseiten könnten sich zum Beispiel um die Ernährung der eiszeitlichen Menschen drehen", so Siegmann. Sie möchte zudem in der Ausstellung den Unterschied zwischen Jung- und Altsteinzeit erklären und archäologische Funde in der Gegend vorstellen und erläutern. Das Modell des steinzeitlichen Bergwerks in Kleinkems – das Bergwerk kann übrigens beim Tag des Geotops im kommenden September dank der Mithilfe der Bergwacht wieder besichtigt werden – wird weiter eine Rolle spielen, wird aber "aufgehübscht", wie Siegmann es nennt. Der jetzige "Religionsraum" soll zu einem Raum werden, der einen Schwerpunkt auf Gegenstände aus den Ortschaften, die aus allen Zeiten stammen und deren Bedeutung man vielleicht nicht immer auf den ersten Blick erkennt, legt. Diese Gegenstände sollen in einzelnen Fächern auch wirklich mit den Händen "erfassbar" sein. Erklärende Texte auf Kartonplatten und Bilder und Fotos aus den Ortschaften sollen die Gegenstände in einem Zeitkontext ergänzen. "Hier soll eine breite Platte von Themen vertreten sein und auch spannende Geschichte erzählt werden", sagte Siegmann.

Ein wirklich "toller Fundus", den Efringen-Kirchen zu bieten hat, ist das im Gemeindearchiv vorhandene Material an historischen Karten. Dazu zählen Karten vom Eisenbahnbau "mit ganz vielen interessanten Details sowie auch Wasserbaupläne mit ebenso interessanten Einzelheiten", führte die Museumsleiterin aus. Zu jedem Dorf gibt es Gemarkungskarten aus verschiedenen Jahrhunderten – darauf sind die Standorte historischer Gebäude zu erkennen, darunter auch die, die heute, wie etwa die Felsenmühle bei Istein, verschwunden sind – ebenso verschwunden wie die Furten über den Rhein, die auf den alten Darstellungen noch erkennbar sind. Anhand der Karten, so die Idee der Museumsleiterin, "könnte man zum Beispiel auch interessante kleinere Exkursionen zusammenstellen, die neugierige Bürger ansprechen".