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17. Januar 2014

"Ich mache mit, weil ich gern tanze"

Bei der Trachten- und Volkstanzgruppe entwickeln Kinder und Jugendliche Rhythmusgefühl und Aufmerksamkeit quasi nebenbei.

  1. Die Pony-Kindertanzgruppe der Trachten- und Volkstanzgruppe bei den Proben im Ratssaal in Egringen. Foto: Silke Hartenstein

EGRINGEN. Mittwochabend im Egringer Rathaussaal: Nacheinander trudeln die Kinder ein, schlüpfen aus ihren Alltagssachen und hinein in die Tanzkostüme. "Kaugummi bitte use!", sagt Natali Bühler, Jugendleiterin der Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen, und das tänzerische Aufwärmen zu dem Oldie "Lollipop" beginnt.

Demnächst, beim Kindertanznachmittag mit Theaterstück, wird der Nachwuchs der Trachtengruppe dem Publikum zeigen, was er kann. Nach dem Auflockern zum Anfang wird die Musik traditionell, die Mädchen üben dazu Seitgalopp mit Wechselschritt, Richtungswechsel und Einhängen. Selina, Lea Sophie, Vanessa und die anderen Mädchen sind sichtlich mit Spaß bei der Sache.

Seit 37 Jahren kümmert sich die Trachtengruppe Egringen um die Bewahrung von Tracht und Tradition. Mit ihren Tanznachmittagen im Mai, den Heimatabenden im November, der Teilnahme an Umzügen wie beim Auggener Winzerfest, der Bewirtung bei Neujahrsempfängen in Egringens Nachbarschaft und vielem mehr bringen sich die elf Aktiven und der Nachwuchs ins öffentliche Leben ein.

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Die Vereinsjugend wird in drei Altersstufen ausgebildet – theoretisch. Doch auch die Trachtengruppe bekommt den gesellschaftlichen und demografischen Wandel zu spüren: Seit Sommer 2013 gibt es keine Bambi-Gruppe mehr, es fanden sich zu wenig Teilnehmer in der Altersstufe der Vier- bis Sechsjährigen. Die Pony-Gruppe für Kinder von sieben bis zwölf Jahren wiederum ist seit dem Wechsel von zwei Mädchen in die Jugendgruppe zu Beginn dieses Jahres nur noch acht Tänzerinnen stark, Jungen sind derzeit überhaupt nicht dabei. Zwar gehören aktuell sechs Tänzerinnen zur Jugendgruppe und auch die Dream Dancers – sie tanzen zu Rock- und Popmusik – haben sich nach einer Auszeit neu formiert. Dennoch sorgt sich Jugendleiterin Natali Bühler um den Nachwuchs im Verein.

Die 27-Jährige fing hier einst als "Bambi" an und schätzt das Miteinander der Generationen vom Jüngsten bis zum Ältesten: "Mir ist wichtig, dass die Altersgruppen in Kontakt kommen und bleiben". Bei Sommerausflügen, Kindertanznachmittag und dem jährlichen Übernachten mit Disco, Spielen und Vorlesen im Egringer Rathaus sind alle jungen Tänzer mit dabei.

"Die Großen nehmen Rücksicht auf die Jüngeren und die Kleinen gucken, was die Älteren machen", sagt Natali Bühler. Tanzen tut gut, findet sie ebenso wie Simone Frey, die ihr bei der Probe assistiert. Neben der Bewegung würden Rhythmusgefühl, Aufmerksamkeit und Gruppenzugehörigkeit gefördert, sind beide überzeugt. Auch fürs Erzählen gebe es Raum, sagt Natali Bühler: "Wenn ich merke, das etwas die Kinder beschäftigt, wenn es sich ergibt oder auch mal wenn Unruhe ist".

Und was sagen die Kinder dazu? "Ich mache mit, weil ich gerne tanze und weil wir immer so schöne Sachen machen", findet Leni, und Alica meint: "Ich komme, weil es mir Spaß macht und wir ziemlich viele Feste haben". Wer einmal den Nachwuchs bei einem Auftritt erleben will, hat am Kindertanznachmittag am Sonntag, 26. Januar, 14 Uhr, im Rathaus Egringen die Gelegenheit dazu.

Interessierte Kinder sind bei den Proben willkommen, die mittwochs im Ratssaal Egringen stattfinden: um 18 Uhr für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, um 19 Uhr immer abwechselnd für Jugendgruppe und Dream Dancers, um 20 Uhr für Erwachsene











Autor: Silke Hartenstein