Jagen wie die Leute in der Eiszeit

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Di, 18. September 2018

Efringen-Kirchen

Am Tag des Geotops lud der Museumsförderkreis zum eiszeitlichen Bergwerk nach Kleinkems / Die Bergwacht sicherte den Aufstieg.

EFRINGEN-KIRCHEN-KLEINKEMS (jut). Speerwerfen wie zur Zeit der Eiszeitjäger und Infos zu den Werkzeugen, die die Menschen in der Eiszeit hier in der Raumschaft herstellten und gebrauchten sowie Wissenswertes zum Markgräfler Jaspis – all das gab es am Tag des Geoptops, der auf dem Gelände des steinzeitlichen Bergwerks in Kleinkems unter anderem mit Museumsleiterin Maren Siegmann stattfand und viele Interessierte lockte.

Dank der Bergwacht Istein, die mit Sarah Strack, Kai Korenz und Bernhard Auer den Aufstieg sicherte, konnten sich über 30 Interessierte einreihen, um die Reste der Jaspisgrube in Augenschein zu nehmen. Die Führung auf dem Felsvorsprung mit Einblick in die Höhlen übernahm Joachim Gröbke vom Förderkreis Museum Alte Schule in Efringen-Kirchen. Gröbke und Monika Ranallo haben mittlerweile eine kleine Informationsschrift zusammengestellt, die die wichtigsten Fakten zum "Jaspisbergwerk in der Kachelfluh" zusammenfasst. Der Titel ist die Anlehnung an die wissenschaftliche Abhandlung von Robert Lais, der sich als erster ausführlich mit den Funden beschäftigte, die 1939 bei einer Gleisneuverlegung seitlich der Hauptgleise der Rheintalbahn für den Kalkabbau in Kleinkems auftauchten.

Im Bergwerk arbeiteten die steinzeitlichen Bergleute auf einem schmalen Vorsprung auf vier Ebenen. "Die negativen Ausbuchtungen der Jaspisknollen, die entnommen wurden, kann man heute noch sehen", informierte Gröbke die Besucher. Maren Siegmann hatte reichlich Literatur – darunter auch schöne Bücher für Kinder – zur Eiszeit mitgebracht, dazu Bücher und Fachzeitschriften zum Markgräfler Jaspis.

Auf viel Interesse stießen Schneidwerkzeuge und Waffen, die mit Jaspisanteilen gefertigt wurden, so zum Beispiel kleine Messer – ein scharfe Jaspisspitze wurde in ein Holz eingelassen und dort mit Birkenpech befestigt, dem Kleber der Steinzeit. "Sie ein bisschen aus wie ein Skalpell", fand ein Mann. Steinzeitlich Feuermachen ist wieder in: Vor rund 32 000 Jahren entdeckte die Menschheit das Feuerschlagen. Das funktioniert mit Pyrit oder Markasit, also Schwefelkies, Feuerstein und Zunder, einem leicht brennbaren Baumpilz. Die Redensart "das brennt wie Zunder" kennt eigentlich jeder. Pyrit oder Markasit reibt man aneinander, dabei entstehen Funken, die mit dem Zunder in Berührung kommen müssen. Bildet sich eine Flamme "dann muss man sie anblasen", sagte Maren Siegmann. Die Leiterin des Museums Alte Schule in Efringen-Kirchen beschrieb auch die verschiedenen Formen des Jaspis und dessen Farbgebung mit dem Fokus auf den Markgräfler Jaspis und dessen Verarbeitung etwa zu Schmuckelementen im Möbelbau im 18. Jahrhundert.

Für die Kinder war der Speerwurf mittels einer Speerschleuder der Hit – heute findet das Verfahren, einen Ball mittels einer Schleuderhilfe weiter zu befördern, als dies mit bloßer Muskelkraft möglich wäre, etwa im Hundesport Verwendung. Die Grundschüler Emma Sofie Fischer aus Efringen und Liam Oettlin aus Egringen hatten den Trick schnell heraus und warfen schleuderten die Speere über 20 Meter weit. Liams Vater, Matthias Oettlin, schaffte locker bis zu 50 Meter Weite.