Strengere Vorschriften bei der Fruchtfolge

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Di, 11. September 2018

Efringen-Kirchen

Experten informieren beim Feldtag über Maßnahmen gegen Sommerhitze, Starkregen und den Maiswurzelbohrer / Neue Züchtungen versprechen stärkere Resistenz.

EFRINGEN-KIRCHEN-WINTERSWEILER. Wetterextreme sind auch für die hiesigen Landwirte ein immer größeres Problem, wie am 20. Mais-Feldtag in Wintersweiler zur Sprache kam. Das Treffen wurde organisiert von Rolf Hess und Jochen Winkler vom Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz vom Landratsamt in Zusammenarbeit mit der ZG Raiffeisen und dem Verein für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) Lörrach.

Der Feldtag dient dem Erfahrungsaustausch mit dem Ziel einer umweltgerechten, aber gleichwohl rentablen Landwirtschaft. Ein fester Programmbestandteil des Feldtags sind Berichte zur Marktsituation, die Präsentation von Maissorten sowie aktuelle Hinweise zum Pflanzenschutz und zur Fruchtfolgegestaltung. Außerdem gibt es Empfehlungen, welche Sorten sich für das örtliche Klima bewährt haben. Etwa 30 Landwirte und Züchtervertreter waren der Einladung auf das Feld oberhalb des Güthlinhofs gefolgt.

Wie Winkler betonte, könnten die Landwirte gegen den Klimawandel wenig tun, müssten als Hauptbetroffene aber darauf reagieren. Schon öfter ein Thema war der Starkregen, der besonders im Frühling und Frühsommer zu Bodenerosion und damit zum Verlust von Ackerfläche ebenso wie zu verstopften Dohlen und Gräben führt. Winkler stellte dazu die Maßnahmen des Landkreises vor. In Hanglagen sollte etwa jährlich mindestens ein Drittel Wintergetreide, sogenannte Winterung, angebaut werden, dazu gibt es Empfehlungen zu Mulchsaaten und zum Pflugverzicht, zur Größe und Anlegung der Feldblöcke und zu den obligatorischen "ökologischen Vorrangflächen". Auch Reben und Obstanlagen sollen begrünt gehalten werden. Im Rahmen des Projekts "Erosion durch Starkregenereignisse im Landkreis" (EroL) werden nun auf kommunaler Ebene Gefahrenkarten für das Markgräflerland erstellt, um Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Auch wenn verschiedene Teilnehmer von auswärts bemerkten, dass es in Wintersweiler und Umgebung noch vergleichsweise gut aussehe, hat der trockene Hitzesommer auch dort den Pflanzen zu schaffen gemacht. Als Maßnahme gegen hitze- und trockenheitsbedingte Ernteausfälle empfiehlt das Landratsamt, frühreifende Wintergetreidesorten zu wählen und die Winterfeuchte durch Frühsaat bei Mais und Soja besser auszunutzen. Statt für den Ackerfutterbau auf wasserbedürftige Weidegräser zu setzen, eignen sich Luzerne und Knaulgras. Dazu sollten die Landwirte auf eine ausreichende Grundnährstoffversorgung achten, insbesondere mit Kali, und für den Erhalt des Humus sorgen.

Wie Jochen Winkler ausführte, ist die Situation im Hinblick auf den Maiszünsler derzeit entspannt. Auf dem Maisschaufeld wurde an 20 bis 30 Prozent der Stängel Befall registriert. Als Gegenmaßnahme werden Schlupfwespenart der Spezies Trichogramma ausgebracht als natürlicher Feind des Maiszünslers, was auch finanziell vom Land gefördert wird.

Weniger entspannt ist die Lage bezüglich des Maiswurzelbohrers. Die Population des Schädlings hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Besonders betroffen ist Schliengen, darüber hinaus aber auch Tannenkirch, Blansingen und Efringen-Kirchen. Damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät, gilt nun eine Fruchtfolgeverfügung in der "roten Zone" von Mauchen bis Märkt. Nur zwei aufeinanderfolgende Jahre darf Mais angebaut werden, was vom Landratsamt kontrolliert wird. Nicht alle Anwesenden waren allerdings von der Wirksamkeit dieser Maßnahme überzeugt.

Darüber hinaus gaben Hess und Winkler noch Informationen zur neuen Düngeverordnung sowie Empfehlungen für die Anwendung von Fungiziden und den Anbau von Winterweizen. Der Maispreis schließlich ist in den letzten Monaten gefallen, wahrscheinlich aufgrund von Gerüchten über eine Rekordernte in den USA, hat sich momentan aber wieder etwas stabilisiert. Nun hoffen die Landwirte auf ein baldiges Anziehen der Preise. Außerdem stellten Züchtervertreter am Schaufeld noch einzelne Maissorten vor und gingen dabei auf Eigenschaften wie Ertrag und Trockenheitsresistenz ein.