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23. Januar 2015 14:19 Uhr

Sicherheit

Vermummter dringt in Asylbewerberheim in Efringen-Kirchen ein

Ein Mann – nach Augenzeugen vermummt und bewaffnet – ist in eine Asylbewerberunterkunft in Efringen-Kirchen eingedrungen. Als eine Frau zu schreien begann, verschwand er.

  1. Die ersten Flüchtlinge in Efringen-Kirchen waren kürzlich vom Asylkreis mit Kuscheltieren, Blumen und Naschereien begrüßt worden. Foto: Victoria Langelott

Nach Angaben von Augenzeugen war der vermummte Mann gegen 3.30 Uhr ins Gebäude gekommen und sei sofort bemerkt worden. Er habe kehrt gemacht, als eine Frau zu schreien begann. Zeugen berichten, dass draußen zwei weitere Männer standen, die sich mit ihm ebenfalls entfernten. Die von einem Bewohner sofort alarmierte Polizei rückte mit mehreren Streifen an, durchsuchte Unterkunft und Gelände, konnte die drei Männer aber nicht mehr finden.

Die Fahndung verlief bisher ergebnislos. Die Unterkunft wurde anschließend polizeilich bewacht.

Sie wird derzeit von rund 40 Menschen bewohnt. Die Flüchtlingsunterkunft ist neu und erst Mitte Januar bezogen worden. Letztlich bietet sie Platz für insgesamt 180 Flüchtlingen.

Der Fall ist besorgniserregend

Für die Sprecherin des Landratsamts Lörrach, das die Gemeinschaftsunterkunft betreibt, ist der Vorfall besorgniserregend. Freilich sei der Hintergrund völlig offen, betonte sie im Gespräch mit der BZ. Es sei nicht klar, was die drei Unbekannten am Flüchtlingsheim wollten. Man könne darüber nur spekulieren. Das Landratsamt reagierte damit, den Sicherheitsdienst vor Ort aufzustocken. Der sei nachts und am Wochenende beauftragt, im Heim nach dem Rechten zu sehen.

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Die Bewohner selbst seien als Reaktion auf den Zwischenfall nochmals angehalten worden, so das Landratsamt weiter, die Türen geschlossen zu halten und besonders vorsichtig und aufmerksam zu sein. Auch die Polizei habe ein Auge auf die Gemeinschaftsunterkunft, erinnert die Landratsamtssprecherin. "Wir sind sehr dankbar, wie schnell sie heute früh da war".

Freundeskreis hilft den Flüchtlingen

Fast ein Jahr vor Bezug der Unterkunft hatte sich in Efringen-Kirchen bereits ein Freundeskreis gebildet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Flüchtlingen unter die Arme zu greifen. Man habe sich den Neuankömmlingen vorgestellt und sie als interessiert und aufgeschlossen empfunden, berichtet Rosemarie Bachmann vom Freundeskreis im Gespräch mit der BZ. Der Vorfall der Nacht war ihr noch nicht bekannt, sie erfuhr erst von der BZ davon und entschloss sich, gleich im Heim vorbeizuschauen, um aus erster Hand zu hören, was passiert ist.

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Autor: vl