Zuhörer sind sich einig: "Einfach ein schöner Abend"

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Mo, 26. März 2018

Efringen-Kirchen

Musikverein Istein überzeugt bei der Jahresfeier mit Kompositionen aus der Mitte und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

EFRINGEN-KIRCHEN-ISTEIN (cre). Einen rundum harmonischen Abend, sowohl in musikalischem als auch in atmosphärischem Sinne, bot der Musikverein Rheinlust Istein den Besuchern seines Jahreskonzertes am Samstagabend in der Isteiner Festhalle.

Mit seinem Dirigenten Daniel Moroso hatte das Orchester ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus den unterschiedlichsten Genres zusammengestellt. Bis auf den aus dem Jahr 1924 stammenden "Telefunken-Marsch", den das Orchester für die an diesem Abend geehrten Musiker und Passivmitglieder spielte, (wir berichten noch), erlebten alle Kompositionen ihre Uraufführungen in der Mitte und der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Mit einem "modernen Blechklang", wie es in der Moderation von Michael und Julian Kiffe hieß, nämlich dem Stück "Des sons animé" von Dirk Brossé, wurde der Abend von den in einer Reihe auf der Bühne stehenden Musikern des Blechregisters eröffnet. In gewohnter Orchesterformation wurde danach aus Blech Gold. Mit "The Golden Lady", einer rasanten Melodienfolge von Goff Richards, in der dieser ein Mahnmal auf dem Place de la Constitution in Luxemburg beschreibt, spielte sich vor allem das Percussion-Register schnell warm.

Aus der Feder von Kurt Gäble stammte das folgende, 1999 für das erste Euregio-Festival Bayern, Tirol, Vorarlberg komponierte Werk "Euregio". Offensichtlich aber verzichtete der Komponist dabei auf allzu deutliche regionale Bezüge. Mit "Indian Fire" wurden den Instrumenten ungewohnte Geräusche und den Orchestermitgliedern Sprechen, Singen und gar Kreischen abverlangt. Mario Bürki thematisiert mit musikalischen Bildern das Leben und Sterben der nordamerikanischen Indianer im 19. Jahrhundert.

Da eine Bühne in der Regel den Platz nicht bietet, dürfen bei einem Konzertmarsch, anders als es bei einem "normalen" Marsch möglich wäre, die Musiker und Musikerinnen sitzen bleiben. Mit "Arsenal" präsentierte das Orchester einen solchen würdevollen Konzertmarsch aus der Feder des Belgiers Jan Van der Roost.

Allen bekannt, sowohl aus eigenem Tun als auch in verschiedenen Versionen aus den akustischen Medien ist "Besame mucho" – "Küss mich ganz fest" – von Consuelo Velásquez. Nach eigenem Bekunden hatte die damals 19-jährige Komponistin vorher noch nie geküsst. Der junge Louis Jourdan präsentierte die Melodie einfühlsam auf seinem Flügelhorn. Begleitend zur Musik trug Monika Grauer den Text aus dem Off vor.

"Happy Sound": Kaum ein Bandleader wird mit diesem Begriff so identifiziert wie der im Jahre 2015 verstorbene, weltweit bekannte Bremer James "Hansi" Last. Ob Hits, Klassik oder Volksmusik – stets wandelte Last alles in seinen weltweit beliebten Tonfall. Anders als Last, der seinem Orchester bei den Aufführungen häufig mit den Fingern schnipsend den Rücken zukehrte, hatte Moroso seine Musiker und Musikerinnen aber stets fest im Blick.

In die Charts etlicher Länder kletterte die von den Brüdern Cees und Thomas Tol auf dem gleichnamigen autobiografischen Buch von Nicholas Gage basierende elegische Komposition "Eleni". Auch hier agierte Monika Grauer wieder als Sprecherin.

Den Abschluss bildeten Rock-Classics vom Feinsten. Deep Purple, die Rolling Stones oder auch die Kölner Gruppe BAP gaben sich die Ehre. Wie nach einem solchen Konzert nicht anders zu erwarten, forderte das Publikum auch in Istein die fällige Zugabe.

Die zweite Zugabe nutzte das Orchester, um sich nach Registern getrennt einzeln bei den Besuchern zu bedanken und zu verabschieden. Welches Kompliment könnte größer sein, als das einer älteren Dame, die zu ihrer Platznachbarin am Ende sagte: "Ein schöner Abend!" Dem kann man nur zustimmen.