Konzert und Theater an einem Abend

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Do, 19. Januar 2017

Ehrenkirchen

Gelungene Jahresfeier des Offnadinger Musikvereins.

EHRENKIRCHEN. Wer der Einladung des Offnadinger Musikvereins zu seiner Jahresfeier mit Konzert und Theater ins Gemeindehaus folgt, weiß: Es stehen unterhaltsame Stunden bevor. So war es auch in diesem Jahr, und das gleich an zwei Abenden hintereinander. Die Vereinsleitung konnte sich über regen Zuspruch freuen. Das Haus war voll.

Jürgen Schleer begrüßte als Vorsitzender die Gäste und wies darauf hin, dass man sich diesmal für einige Neurungen entschieden hatte. So war viel Sorgfalt auf die Lichtgestaltung verwendet worden, die vor allem im zweiten Teil bestens zur Geltung kam, ebenso wie die Ausstattung der Theaterspieler mit Headset-Mikrofonen. Zudem waren die Zuschauerplätze durchnummeriert, wodurch jeder Besucher bereits im Vorfeld wusste, wo er sitzen würde – eine gute Regelung, so Scheer, die man beibehalten wolle.

Nicht weniger als 47 Musikanten gehören zum Musikverein Offnadingen, ausgestattet mit allem, was einem zünftigen Blasorchester heutzutage zur Verfügung steht. So boten die Damen und Herren des Vereins ein buntes Bild, als ihr Dirigent Oskar Burgert den Taktstock hob zur festlichen Eröffnung mit der Opern-Ouvertüre "Valhalla" von James L. Hosay. Moderator Richard Stoll kündigte ihn und sein Werk gebührend an und spielte im weiteren Verlauf immer wieder mit den Möglichkeiten, die der Name des Ortsteils bietet: "Wir sind offen für alle Dinge, auch im neuen Jahr 2017."

Das bewiesen auch die weiteren Stücke, die Burgert mit seinem Ensemble einstudiert hatte. Zum Beispiel der Konzertwalzer "Sphärenklänge" von Josef Strauß aus der berühmten Musikerdynastie Strauß, nicht so bekannt wie Vater und Bruder Johann, aber nicht minder talentiert, "ein Genie im Hintergrund". Dazu passte bestens Leroy Andersons Stück "Bugler’s Holiday" mit Soloeinlagen von drei Trompeten. Stephan Nußbaumer, Thomas Strub und Philipp Gysler legten als Trio denn auch einen bravourösen Soloauftritt hin.

Nicht weniger eindrucksvoll: Das Tuba-Trio Julius Fliegauf, sein Sohn Jochen und Rainer Blattmann mit einer Komposition aus dem Hause Scherbacher – Gelegenheit für Richard Stoll, auf die vielfältigen familiären Verbindungen hinzuweisen, die im Offnadinger Musikverein die Generationen vereinen. Natürlich durfte die zünftige Polka nicht fehlen, es gab sie sogar zweimal: als "Böhmischen Galopp" und als "Svatoborska" des Tschechen Prochazka. Der Konzertmarsch "Jubilant" beschloss den musikalischen Teil.

Dann hieß es: Vorhang auf für das Stück, das die Theater-Aktiven des Musikvereins vorbereitet hatten: "Dampfnudel-Deschawü" in mehreren Akten von Ralph Wallner. Schauplatz: ein Dörfchen im Südwesten, wo jeder jeden kennt, vor allem seine Macken und Marotten. Im Mittelpunkt: der Dichter von Heimatromanen Ignaz Igel (Karsten Norman), der partout nicht seine Mumimatte für den Bau eines Gemeindesaals hergeben will.

Die Dampfnudel wird zum Déjà-vu-Erlebnis

Um ihn zum Verkauf zu bringen, tun sich Freunde zu einem Komplott zusammen und lassen den armen Mann immer wieder dasselbe erleben. 18 Tage lang gibt es von Haushälterin Emma (Bettina Meyer) die gleichen Dampfnudeln und von den Nachbarn die gleichen Sprüche. Selbst Töchterchen Hanni (Leonie Fink) ist mit von der Partie, vorneweg aber Fips (Jürgen Schleer), der Winzer und Bürgermeister Maischenmoser (Sven Fehr) und der flotte Reiter Flori (Jupp Norman). Kommentiert wird das Geschehen von den Tratschtanten Theres (Annkathrin Mantel) und Walburga (Petra Strub). Es geht zu wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", nur dass hier die Dampfnudel zum Déjà-vu-Erlebnis wird. Als es endlich zur Unterschrift kommt, hat sich das Blatt gewendet: Ignaz hat seine Plagegeister durchschaut und treibt sein Spiel mit ihnen, bis sich alle versöhnt in den Armen liegen. Regie führten Iris Strub, Susanne Büche und Ines Gysler.

Über die vereinsinternen Ehrungen wird die BZ gesondert berichten.