Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
15. Januar 2009
Ein Stadtplan für Rollstuhlfahrer
Behindertenbeirat der Stadt präsentiert den ersten Stadtplan für Behinderte / Dieses Angebot kann zu Verbesserungen anregen.
LÖRRACH. In Lörrach gibt es jetzt einen Stadtplan für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte. Der Behindertenbeirat der Stadt hat ihn nach einjähriger Vorarbeit mit Unterstützung der Stadt herausgegeben. Allerdings ist der Behindertenbeirat längst nicht wunschlos zufrieden mit der Situation in Lörrach. Der Stadtplan könnte Anstöße für Verbesserungen geben.
Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte, auch Menschen mit Rollator, haben es an manchen Stellen in der Stadt nicht einfach. Und diese hat schon einiges getan, um dieser Personengruppe das Leben zu erleichtern, etwa mit abgesenkten Bordsteinen. Heinz Bernhard, selbst Rollstuhlfahrer und Vorstandsmitglied im Behindertenbeirat, weist darauf hin, dass auch schnell mal jemand auch vorübergehend zum Gehbehinderten werden kann, etwa durch einen Unfall, und dann auch froh sei, wenn er in die Arztpraxis, zur Behörde oder in die Kultureinrichtungen der Stadt hineinkommt, ohne Treppenstufen überwinden zu müssen.Es wurden viele nützliche Informationen für den neuen Stadtplan zusammengetragen. Behinderten-WCs sind darin ebenso erfasst wie Parkplätze, öffentliche Einrichtungen und Gaststätten. Und nach eigener Prüfung wurde jeweils das Logo vergeben "uneingeschränkt für Rollstuhlfahrer geeignet" oder der Hinweis auf die Eignung mit Einschränkung. "Was nicht geeignet ist, wurde auch nicht aufgenommen", sagt Irena Rietz, stellvertretende Vorsitzende des Beirats und Vorsitzende des Rolli-Netzwerks.
Werbung
Dirk Furtwängler, Vorsitzender des Beirats und Behindertenbeauftragter der Stadt freut sich, dass dieses erste große Vorhaben dieses Gremiums so gut gelungen ist. In Basel, wo es bereits einen Stadtplan für Behinderte gibt, hat sich die Arbeitsgruppe Anregungen und Informationen geholt. Zu ihr gehören neben Furtwängler, Rietz und Bernhard auch Franziska Behringer (Behindertenbeirat) und Jan Wenner (Fachbereich Bürgerdienste). Den Anstoß, so erinnert Furtwängler, hatte die Arbeitsgruppe "Lörrach für alle" von "Leben und Wohnen" gegeben. Viele Daten mussten erhoben und Informationen zusammengetragen werden. Die Tourist-Information im Burghof hat den Plan zur Verfügung gestellt, der Fachbereich EDV mit Sascha Czerwenka der Stadt hat ihn aufbereitet und grafisch gestaltet. Diese Kooperation hat es ermöglicht, dass der Behindertenbeirat aus seinem Budget nur die Druckkosten von 1400 Euro bezahlen muss.
Neben der Druckausgabe, die in einer Auflage von 6000 Stück unter anderem in der Tourist-Info kostenlos ausgegeben wird, gibt’s auch eine Online-Version, die auch Sehbehinderten die Nutzung dieses Stadtplans ermöglicht, wie Dirk Furtwängler betont. Zusätzlich gibt’s eine Excel-Datei zum Download. Blinde können die Informationen mit Screen-Readers auslesen. "Die Online-Ausgabe ist jetzt schon aktueller als der gedruckte Stadtplan", freut sich Dirk Furtwängler.. Eine CD und eine Audio-Ausgabe sollen noch folgen.
Der Behindertenbeirat ruft die Nutzer des Plans, der auch den Lörracher Skulpturenweg enthält, dazu auf, ihre Erfahrungen und Anregungen mit dem Plan zu rückzumelden, damit die Online- und später auch die Print-Ausgabe ständig verbessert werden können. Irena Rietz hofft, dass sich zum Beispiel Gastronomen, Ärzte oder Hoteliers durch den Behinderten-Stadtplan anregen lassen, ihr Angebot für diesen Personen- respektive Kundenkreis zu verbessern.
Die Online-Ausgabe des Behinderten-Stadtplans war gestern noch nicht im Internet, sollte aber bald verfügbar sein. Dann führt der Weg über die Internetadressen http://www.behindertenbeirat-loerrach.de oder http://www.loerrach.de
Autor: Nikolaus Trenz
