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21. März 2017 00:00 Uhr

Play-offs

In der Eishockey-Liga geht es spannend wie selten zu

Das spannendste Viertelfinale in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga endet mit einem Novum. Erstmals werden drei der vier Halbfinalisten erst im siebten Spiel der Play-off-Serie ermittelt.

  1. Im Kampf um den Titel gehören im Eishockey auch kleine Rangeleien zum Repertoire der Akteure. Foto: dpa

Die "totgesagten" Kölner Haie sind noch quicklebendig, auch die Nürnberg Ice Tigers haben ihr "Do-or-die-Spiel" überlebt, und die Eisbären Berlin siegten schon wieder in der dritten Verlängerung: Das spannendste Viertelfinale in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) endet mit einem Novum. Erstmals werden an diesem "Super-Dienstag" drei der vier Halbfinalisten erst im siebten Spiel der Play-off-Serie ermittelt.

Dass sie überhaupt noch einmal in ihrer Arena antreten dürfen, ist für die Haie bereits ein Riesenerfolg. "Wir waren schon totgesagt und stehen nun im siebten Spiel", sagte Kapitän Moritz Müller nach dem 1:0-Auswärtssieg beim Vizemeister Grizzlys Wolfsburg. 1:3 hatte der Vorrundenvierte nach den ersten vier Partien gegen die Niedersachsen zurückgelegen, zudem war Nationalspieler Patrick Hager wegen "nicht teamtauglichen" Verhaltens suspendiert worden.

Dennoch kämpfte sich der achtmalige Meister zurück. Am Dienstag (20 Uhr) beginnt die Viertelfinalserie in Köln beim Stand von 3:3 quasi wieder von vorne. "Jetzt wollen wir die Arena rocken", sagte Siegtorschütze Shawn Lalonde. Hager muss weiter zuschauen. Zunächst hatte Geschäftsführer Peter Schönberger eine Rückkehr für Spiel sieben in Aussicht gestellt. "Er ist kein Sündenbock oder Bauernopfer", erklärte er und sagte mit Blick auf den kanadischen Chefcoach Cory Clouston: "Es ist aber eine Entscheidung des Trainers."

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Doch am Montag hieß es: Erst nach Ende des Viertelfinals werde über eine mögliche Begnadigung gesprochen. Hager, der nach Ablauf seines Vertrags 2018 zum Titelverteidiger Red Bull München wechseln will, soll Teamkollegen zu hart kritisiert haben.

Dem Play-off-Aus noch einmal von der Schippe sprangen auch die Nürnberger. Nach dem 3:0 bei den Augsburgern fand Torhüter Jochen Reimer die passendsten Worte. "Es war, wie man so schön auf Deutsch sagt, ein Do-or-die-Spiel, und wir do-en immer noch", sagte der Goalie mit einem Schmunzeln. Die Play-offs in der DEL sind die Hochzeit der Anglizismen. Selbst Fußball-Bundesligist 1. FC Köln gratulierte den Haien via Twitter mit einer (übersetzten) amerikanischen Sportweisheit: "Solange die dicke Frau singt..."

Wie in der Oper erst alles vorbei ist, wenn die letzte Arie verklungen ist, enden drei Viertelfinalserien in diesem Jahr im letztmöglichen Spiel. Nachdem Meister München schon nach vier Partien gegen Neuling Fischtown Pinguins den notwendigen vierten Sieg eingefahren hatte, mühten sich die anderen sechs Teams bislang vergeblich.

Wie Wolfsburg verpasste auch Augsburg vor eigenem Publikum den vierten Sieg. Am Dienstag (20 Uhr) müssen die Panther in Nürnberg um den ersten Halbfinaleinzug seit 2010 kämpfen. "Schnell abhaken, jetzt steht’s halt 3:3", sagte Verteidiger Steffen Tölzer lapidar.

Ähnlich kommentierte auch der Mannheimer Nationalspieler David Wolf die 3:4-Niederlage der Adler im 101-Minuten-Marathon in Berlin. "Es ist ja bislang nichts passiert", behauptete der Stürmer nach dem siebtlängsten Spiel der DEL-Geschichte. "Beide Mannschaften haben ihre Heimspiele gewonnen", führte Wolf aus und fragte mit Blick auf Spiel sieben in Mannheim: "Warum sollte das jetzt anders sein?" Berlin hatte das Viertelfinale erst durch ein Tor in Straubing in der 104. Minute erreicht.

Autor: sid