Elsass

Pannen-Akw Fessenheim soll wie geplant 2017 vom Netz

bnü/amp

Von Bärbel Nückles & Wulf Rüskamp

Mo, 02. März 2015 um 18:23 Uhr

Elsass

29 Vorfälle allein im Jahr 2014: Die Diskussion um das Akw Fessenheim reißen nicht ab. Jetzt versicherte Frankreichs Umweltministerin Royal, an der bisherigen Zielsetzung festzuhalten.

Derzeit stehen die beiden Blöcke des Atomkraftwerks Fessenheim still – und geht es nach dem Willen des französischen Präsidenten François Hollande, wird dies ab 2017 dauerhaft der Fall sein.

In einem Antwortschreiben an ihre deutsche Kollegin Barbara Hendricks hat die französische Umweltministerin Ségolène Royal bestätigt, dass sich Hollande weiter in der Pflicht sehe, Fessenheim abzuschalten. Das dafür nötige Gesetz soll im ersten Halbjahr verabschiedet werden. Dieses Gesetz, so Royal weiter, werde festlegen, dass die Atomkraftkapazitäten Frankreichs auf dem heutigen Stand begrenzt werden.

Reaktor aus Sicherheitsgründen heruntergefahren

Mit dem Akw in Flamanville an der normannischen Kanalküste komme bis 2017 eine Anlage mit der Leistung Fessenheims hinzu. Es sei aber Aufgabe des Betreibers Electricité de France (EdF), festzulegen, welche zwei Reaktoren für Flamanville vom Netz genommen werden. Bis heute sei aber nichts anderes als die Schließung Fessenheims ins Auge gefasst.

Die derzeitige Abschaltung des Akw ist im Fall von Block 2 wegen des Austauschs von Brennstäben geplant, für den Block 1 aber Folge eines Lecks im Sekundärkreislauf, also im nichtnuklearen Bereich. Obwohl keine akute Gefahr bestanden habe, entschloss sich die Akw-Leitung aus Sicherheitsgründen zum Herunterfahren des Reaktors. Die EdF erklärte, der Vorfall sei der Atomaufsicht und den Behörden gemeldet worden. Eine Einstufung in die internationale Meldeskala für Störfälle in Kernkraftwerken liegt noch nicht vor.

Nach 29 Vorfällen 2014 fordert André Hatz vom Verein "Stop Fessenheim" die französische Regierung auf, ihr Versprechen einzulösen, das anfällige Akw spätestens Anfang 2017 abzuschalten.

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