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13. April 2011

Straßburg für Stilllegung von Fessenheim

Beschluss des Stadtrats.

STRASSBURG (dpa/AFP). Die Atomkatastrophe von Fukushima hat auch das politische Establishment im Elsass beeindruckt. Die Stadt Straßburg hat als erste Gemeinde in der Region jetzt die Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim gefordert. Die im Rathaus regierenden Sozialisten, Grüne und die konservative Opposition verabschiedeten die Petition am Montagabend fast einstimmig. Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte am Dienstag, es habe nur eine Enthaltung gegeben. Die Sicherheitsstandards, die zur Bauzeit Fessenheims gegolten hätten, seien heute überholt. Darin seien sich alle Spezialisten einig, hieß es in der Entschließung. Doch diese atomkritische Stimmung herrscht längst nicht überall. Der von Konservativen geführte elsässische Regionalrat blockte eine ähnliche Entschließung ab. Allerdings hat sich mit Jean-Louis Christ aus Ribeauvillé erstmals auch ein konservativer elsässischer Bürgermeister klar gegen die Atompolitik der Regierung Sarkozy ausgesprochen.

"Wir sollten von diesem Dogma wegkommen und offen über die Schließung alter Anlagen sprechen. Wir sollten auch verstärkt auf erneuerbare Energien setzen", sagte Christ. Nach "Gerüchten in einem Ministerium in Paris", könnte Fessenheim 2019 geschlossen werden.

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Wie alle 143 Atomreaktoren in der EU soll auch das AKW Fessenheim einem so genannten Stresstest unterzogen werden. Die Kriterien dafür will die Europäische Atomsicherheitsregulierungsgruppe vermutlich im Mai festlegen. Diese Expertengruppe, in der die nationalen Atomaufsichtsbehörden vertreten sind, soll bei den Tests die Federführung übernehmen.

Autor: dpa