Das Feuer im großen Heizofen brennt

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Fr, 29. Dezember 2017

Elzach

Heizzentrale hat Versorgung der Nahwärmegenossenschaft Elzach übernommen / Inbetriebnahme des ersten Heizkessels / Leistungsstärke für zwei Bauabschnitte.

ELZACH. Vorstand und Planungsbüro der Nahwärmegenossenschaft Elzach haben ihr Versprechen gehalten, das sie den Anteilseignern des jungen Unternehmens gegeben hatten. Das neue Heizhaus auf den Biederbachwiesen ist zwar noch nicht fertiggestellt. Aber die Versorgung des Netzes läuft jetzt über die künftige Heizzentrale. Am 15. Dezember wurde der dort installierte Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 2000 Kilowatt angeheizt und in Betrieb genommen.

Bei diesem Anlass dankte Aufsichtsratsvorsitzender Roland Tibi, auch im Namen des Vorstands, den ausführenden Ingenieuren Arnold Berghoff und Dieter Hölken sowie den beteiligten Handwerkern für ihren Einsatz und die vielen Überstunden, die für die pünktliche Inbetriebnahme geleistet wurden. Tibi sprach von einer Pionierleistung, durch die nun Wärme aus dem Heizhaus in immer weitere Bereiche der Kernstadt hineinfließen wird. Die Wärmeversorgung der schon angeschlossenen Häuser konnte noch vor dem Jahreswechsel und den anstehenden Wintermonaten gesichert werden.

Der Bürgermeister nahm symbolisch das Anheizen des neuen, neun Meter hohen Heizkessels vor. Dazu warf er einige Holzscheite in die Brennkammer. Der Kessel musste in den ersten drei Tagen langsam angeheizt werden. Da er wie ein Kachelofen im Innern mit feuerfesten Schamottsteinen und bis zu 2000 Grad tolerierendem Feuerbeton ausgekleidet ist, musste – um ein Aufplatzen zu verhindern – das darin enthaltene Wasser erst völlig ausgedünstet werden. Seit Montag, 18. Dezember, aber läuft der Kessel im Normalbetrieb. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Verbrennung von Hackschnitzeln, die über eine große Förderanlage automatisch zugeführt werden.

Der neue Kessel des Fabrikats Kohlbach wurde von einem Monteurtrupp des in Österreich, nahe Salzburg, beheimateten Herstellers in vier Wochen erstellt. Allein die Investition dafür beläuft sich auf rund 360 000 Euro, zuzüglich 120 000 Euro für den Elektrofilter, wie Arnold Berghoff mitteilte. Der Kessel versorgt jetzt das bestehende und täglich wachsende Wärmenetz. Mitte Dezember waren es etwa 100 Hausanschlüsse von HEB (Holzwärme Elzach-Biederbach)-Altkunden und Neukunden. Insgesamt hat die Anlage ausreichend Reserven, die Abnehmer des ersten und zweiten Bauabschnitts, der bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll, zu versorgen.

Bereits im Januar wird in der Heizzentrale auch das geplante Blockheizkraftwerk installiert, das für die Stadt Elzach Strom und Wärme produzieren soll. Es wird die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts zusätzlich erhöhen.

Außerdem steht zum selben Zweck der Pufferspeicher mit 90 000 Liter Fassungsvermögen schon bereit. Für den Fall einer Störung oder eines Defekts am neuen Kessel wird – dezentral – auch die alte HEB-Heizanlage, die die Genossenschaft erworben hat, weiter unterhalten. Selbst bei einem Totalausfall der Zentrale kann die Versorgung so übertragen und ohne lange Unterbrechung sichergestellt werden.

Bei der Inbetriebnahme waren die Mitarbeiter der fünf Installations- und Baufirmen Kohlbach, Lutema, Gerber, Hofmann und Schneider anwesend. Die vier Vorstandsmitglieder der Genossenschaft, die ihre Arbeit ehrenamtlich leisten, waren sichtlich stolz darauf, dass die Versorgung jetzt wie geplant läuft. "Ein wichtiger Meilenstein beim Elzacher Nahwärmeprojekt ist gesetzt", sagte Vorstandsmitglied Karl Weber.