Elzach will mehr Nahwärme

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Sa, 13. Juli 2013

Elzach

Der Gemeinderat gibt ein Quartierskonzept in Auftrag.

ELZACH. Elzach strebt an, die Nahwärmeversorgung auszubauen. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag zu, die endura kommunal GmbH mit der Erstellung eines Quartierskonzepts zu beauftragen. Das Erstellen dieses Konzept erfolgt in drei Schritten, nach jedem Schritt kann das Projekt bei Nicht-Machbarkeit oder Unwirtschaftlichkeit auch wieder abgebrochen werden.

Die Holzwärme Elzach-Biederbach betreibt bereits ein biomassebefeuertes Heizwerk, mit dem sie das Wohngebiet Sonnhalde sowie einige Gewerbebetriebe mit Nahwärme versorgt. Jetzt plant Elzach, im einen Kilometer entfernten Ortskern ein Heizkraftwerk zu bauen, um kommunale, kirchliche und soziale Einrichtungen wie zum Beispiel das Haus des Gastes mit Nahwärme zu versorgen.

Wichtig sind viele Anschlussnehmer

Zuvor soll die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Die Entwicklung des Konzept wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen des Programms "Energetische Stadtsanierung" bezuschusst. Daniel Krauß von der endura kommunal wies auf die Anfangsprobleme des Projekts hin: Hoher Zeitaufwand, hohe Unsicherheit und hohes Risiko. Die Erfolgsfaktoren seien Kommunikation, technische und wirtschaftliche Optimierung. Wichtig seien viele Anschlussnehmer, betonte Daniel Krauß, die steuern die Wirtschaftlichkeit. Je mehr Anschlussnehmer es gebe, je wirtschaftlicher und günstiger werde die Nahwärme. "Wir brauchen einen möglichst hohen Wärmeabsatz."

In einem ersten Schritt werden die Daten erhoben und die Machbarkeit ermittelt, im zweiten Schritt die Wirtschaftlichkeit geprüft. Erst nach dem dritten Schritt, der Kundengewinnung, werde das Projekt realisiert.

Nahwärme sei nicht unbedingt für Neubau-Siedlungen interessant, weil diese zu wenig Wärme abnehmen, ergänzte Bürgermeister Roland Tibi, interessant sei Nahwärme besonders für Altbau-Siedlungen. "Das Potential, das Elzach im Zentrum hat, ist ordentlich", urteilte Geschäftsführer Nikolaus Dufner von der Holzwärme Elzach-Biederbach, ein solches Projekt sei einfach zeitgemäß. Das Quartierskonzept wäre für Elzach eine tolle Sache. Tibi wies darauf hin, dass die Art der Finanzierung noch offen sei. "Auch Bürgerbeteiligung ist möglich."

In etwa einem Jahr werde man mehr wissen. Die Entwicklung des Quartierskonzept werde von Seiten der Verwaltung unterstützt. "Wir machen gerade eine Reorganisation, die Aufgaben in der Verwaltung werden neu verteilt", informierte Tibi, ausreichend Personalkapazität werde dann zur Verfügung gestellt werden können. Die Gemeinderäte stellten zahlreiche Fragen zur Wirtschaftlichkeit, beispielsweise was passiert, wenn Wärmeabnehmer abspringen, ihren Altbau sanieren und anderes. Diese Szenarien sollen bei der Machbarkeitsberechnung und Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgespielt werden.