Ausbau der Elztalbahn

Bürgerinitiativen nehmen Stellung zu Vorwürfen des Bündnisses "Elztalbahn jetzt"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 18. Juli 2018 um 16:26 Uhr

Elzach

Die Interessengemeinschaft Kreuzungsbahnhof-Gutach und der Elztalbahn-Bürgerinitiative äußern sich zu den Vorwürfen des Bündnisses "Elztalbahn jetzt". Nicht sie, sondern die Bahn sei an der Verzögerung schuld.

Die IG Kreuzungsbahnhof Gutach und die BI Elztalbahn äußern sich in einer Stellungnahme zum Vorwurf, sie wollten den Umbau der Elztalbahn verhindern. Bei der zweiten Offenlage sei es allein um die geänderten Baupläne zum Kreuzungsbahnhof-Gutach gegangen. "Nur durch lang andauernde und zähe Verhandlungen der IG, einen hohen finanziellen Aufwand der Anwohner und mit Hilfe kompetenter Anwälte ist eine Einigung erzielt worden", schreiben die zwei Bündnisse.

Die zweite Offenlage der DB Netz AG sei derart lücken- und fehlerhaft gewesen, "dass die zahlreichen Einwendungen eine zwingende Konsequenz dieser unzureichenden Planungsunterlagen waren." Die DB Netz AG sei somit alleine für die Verzögerungen verantwortlich und nicht die IG, die BI oder die Einwender. Die vom Bürgerbündnis Elztal angegebene Anzahl von 4000 Einwendungen ist für die BI jedoch nicht nachvollziehbar.

Wenn das Bürgerbündnis eine zukunftssichere Elztalbahn möchte, so gehöre dazu auch die Bewertung der Fahrbarkeit. Die Problematik der sich überlappenden Züge der Elztalbahn und der Rheintalbahn könnte laut BI und IG zumindest zu einer risikobehafteten Betriebsqualität führen, insbesondere durch den prognostizierten Mehrverkehr auf der Rheintalbahn.

Die BI stellt fest, dass sie durchaus für den Ausbau und die Einführung eines Halbstundentaktes sei, aber das Zugmaterial nicht ausreichend berücksichtigt sieht, da der bestellte Talent 3 (2x4-teilig) zu lang sei für die Bahnsteige und es hierdurch zu erheblichen Verspätungen kommen werde. Der als Alternative mögliche Talent 3 (2x3-teilig) sei aber für die Fahrgastkapazität viel zu gering bemessen. In der Aussage des Bürgerbündnisses "Elztalbahn jetzt", dass es keinen Halbstundentakt ab Waldkirch talaufwärts gebe, wenn die Elektrifizierung scheitere, und mittelfristig das komplette Aus für die Elztalbahn drohe, sieht die Elztalbahn-Bürgerinitiative "pure Stimmungsmache".

Der Halbstundentakt werde "nach wie vor unsachgemäß mit einer Elektrifizierung verknüpft", gegen deren mögliche Auswirkungen auf Anlieger sich die BI mit ihren Einwendungen richtete. Zum Projekt Halbstundentakt/Elektrifizierung sei "von Anfang an viel zu viel versprochen" worden; im Endeffekt würden nach derzeitigem Stand von den ursprünglich zugesagten 12 zusätzlichen Zügen pro Tag für Elzach nur noch 4 bis maximal 6 übrigbleiben. Um einen funktionierenden und zuverlässigen Halbstundentakt bis Elzach sicherzustellen, sollten diese Punkte sachlich und fachlich versiert geklärt werden.